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Ketogene Ernährung hilft bei Mangelernährung

Fast immer wird die ketogene Ernährung mit einer Gewichtsreduktion in Verbindung gebracht. Doch sie hat auch schon vielen Menschen geholfen, zuzunehmen und keinen Ernährungsmangel zu erleiden. Das trifft besonders auf Krebs-Patienten zu.

Mangelernährung bei Krebs

„Mehr als 25 Prozent der Krebspatienten in Deutschland versterben nicht an ihrer Grunderkrankung, sondern an den Folgen einer Mangelernährung“, erklärt Prof. Dr. med. Arved Weimann die aktuelle Situation in der Onkologie. Das sind über 50.000 Todesfälle pro Jahr. Weimann ist Experte für Ernährung bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) und Chefarzt am Klinikum St. Georg in Leipzig.“ Lesen Sie diesen Artikel hier weiter.

Ein Artikel, der sehr traurig und nachdenklich stimmt. Wie einer Mangelernährung vorgebeugt werden kann, beschreibt Christiane Wader in ihrer Ketolumne, die im Low Carb – LCHF Magazin 1 / 2016 erschien.

Ketolumne VII: Ketogene Ernährung bei Krebs – Zusammenhänge

Christiane klein

Christiane Wader – Keto bei Krebs

Die Diagnose Krebs ist ein einschneidendes Ereignis. Es ist nicht verwunderlich, dass so mancher unbedingt etwas unternehmen möchte und aus diesem Grund vielleicht versucht, die Ernährung auf ketogen umzustellen. Meist hat man irgendetwas von „dem Krebs den Zucker nehmen“ gehört und interpretiert dann „keine Kohlenhydrate mehr essen“ dahingehend, einfach keine Zucker- und keine Stärkeprodukte mehr zu essen. Dies ist schon das erste Missverständnis: Ketogen bedeutet nicht einfach nur „no carb“, sondern das Essen aus sehr viel Fett, moderat Eiweiß und sehr wenig Kohlenhydraten zuzubereiten.

Da es noch keine eindeutige Studienlage bzgl. dem Verringern der Tumorgröße und der speziellen, ketogenen Ernährung gibt, gilt sie bei Kritikern immer noch als höchst negativ, als viel zu großen Kraftakt für etwas, das nicht bewiesen ist. Zusätzlich ist immer noch das alte Vorurteil im Kopf, dass der Körper Zucker benötigt, um Kraft zu tanken und Krebspatienten sollen doch kräftemäßig unterstützt werden. Mäuse-Studien werden genauso wenig anerkannt wie erstaunliche Wirkungen bei Patienten. Dies werden wir erst mit größer angelegten Studien ändern können und diesen Weg gilt es zu unterstützen! Doch gibt es bei dem Thema „Ketogene Ernährung bei Krebs“ noch mehr Beweggründe, als den bekanntesten Impuls: „den Krebs aushungern“. Kaum jemand diskutiert den Stoffwechsel eines Krebspatienten und kaum jemand sieht hinter der ketogenen Diät die Chance, eine Standardtherapie besser zu vertragen. Warum nicht?

Krebspatienten weisen einen veränderten Stoffwechsel auf. Doch was bedeutet dies? Krebs ist eine Entzündung und Entzündungen verbrauchen Eiweiß! Der bekannte Zuckerhunger der Krebszellen regt zusätzlich die Glukoseneubildung durch einen Eiweißabbau in der Leber an. Doch woher nimmt der Körper das benötigte Eiweiß? Der immense Eiweiß-Speicher in den Muskelzellen bietet sich als Proteinquelle an. Damit für die verschiedenen Prozesse im Körper genug Protein zum Verarbeiten vorhanden ist, wird der Muskel abgebaut. Die meisten Krebspatienten wundern sich, warum sie so kraftlos sind und immer schwächer werden. Dieser Prozess nimmt stetig zu. Sicherlich spielt die Chemotherapie eine große Rolle, eine Cortisongabe unterstützt den Muskelabbau zusätzlich nur zu gern. Überdies liegt bei Krebspatienten eine Insulinresistenz vor, vergleichbar mit Typ-2-Diabetes. Der Körper kann den verzehrten Zucker nicht mehr ausreichend verarbeiten und so freut der Tumor sich gleich doppelt über die überschüssige Glukose im Körper. Warum also nicht versuchen, genau diesen Prozess zu unterbinden?

Eine ketogene Ernährung kann hier einen großen positiven Beitrag leisten. Gerade der Fokus auf den moderaten Anteil von Eiweiß wird oft übersehen und missverstanden. Eiweiß ist wichtig, um die Muskeln zu erhalten, doch zu viel Eiweiß wird wiederum in Glukose umgewandelt und der Körper hätte einen Überschuss an Zucker. Eine Richtgröße für die Eiweißmenge pro Tag ist hier: 1,4 g Eiweiß pro 1kg Körpergewicht. Die angestrebte Nährwertverteilung wäre: 5-9% Kohlenhydrate, max. 21% Eiweiß und demnach mindestens 70% Fett – jeweils in Relation zur Kalorienbilanz. Hieran erkennt man gut, dass es kurzsichtig wäre zu denken, die ketogene Ernährung sei fleischlastig. Viel Fleisch mit wenig Fett entspricht dem Gegenteil der ketogenen Nährwertverteilung, da Fleisch aus viel zu viel Eiweiß in der Relation zu den anderen Nährwerten besteht.

ketogene naehrwertverteilung

Durch das Einhalten einer ketogenen Nährwertverteilung befindet sich der Körper schon nach kürzester Zeit in der Ketose und die Leber beginnt, Ketonkörper zu produzieren. Diese Verbindungen werden im Stoffwechsel erzeugt, wenn der Körper von Zucker- auf Fettverbrennung umstellt. Diese wertvollen Ketonkörper spenden Energie und verhindern den Muskelabbau. Somit kann das Wohlbefinden zusätzlich durch die Ketonkörper verbessert werden. Warum sonst ist diese Ernährungsform bei Sportlern so beliebt? Bodybuilder freuen sich über schnell und gut aufgebaute Muskeln und der Ausdauersportler hat viel länger Energie, benötigt weniger Zucker-Kicks und weist obendrein noch bessere Herzfrequenz-Werte auf.

Moderates Eiweiß bei viel Fett und wenig Kohlenhydraten kann den Körper unterstützen, fit zu werden oder eben fit zu bleiben. Wer hat/hatte während der Therapie nicht ebenso diese vielen schlechten Tage, ist oder war nicht mehr Herr der eigenen Kräfte und spürte das Schwinden der Energie? Warum setzen wir diesem körperlichen Abbau nicht etwas entgegen oder versuchen zumindest den aktuellen Fitnessstand aufrecht zu erhalten? Warum versuchen wir nicht, neben einem moderaten Plan für die sportlichen Aktivitäten, uns fit zu essen?

„Fit durch Keto“ ist ein meist im Medizinischen nicht beachtetes Merkmal dieser Ernährungsform! Die meisten Ärzte empfehlen mittlerweile zumindest Sporttherapien als supportiven Ansatz. Gehen Sie diesen sportlichen Weg ketogen und schon werden Sie die Belastungen des Alltags bzw. der Therapie um einiges einfacher und agiler bewältigen können. Bald startet die KetoPerformance Studie am Universitätsklinikum Freiburg (finanziert von der DFG: http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/274452328), die aufzeigen soll, dass die ketogene Ernährung bei gesunden Menschen einen positiven Effekt hat. Patienten haben verständlicherweise einige Schwachpunkte und es ist schwer zu beweisen, dass diese nicht von der Ernährungsform herrühren. Gesunde Probanden hingegen haben eine normale und gut definierbare Ausgangslage. Herzfrequenz-, Blut- wie auch Fitnessveränderungen können anhand dieser Studie der ketogenen Ernährungsform zugeordnet werden. Ich bin schon sehr auf die ersten Zwischenergebnisse gespannt.

Um unseren Organismus fitter werden zu lassen, gibt es sicherlich noch ein paar weitere Ansätze neben den supportiven Maßnahmen des Sports und der ketogenen Ernährung. Doch wie kann diese ketogen integrieren?

Ein paar Vorschläge zur Stärkung des Immunsystems mit sommerliche Ideen gibt es in der nächsten Ketolumne.

Und diese Ketolumne erscheint  im Low Carb – LCHF Magazin 2/2016.

Besuchen Sie gerne die Website von Christiane Wader.

 

Margret Ache / www.LCHF-Deutschland.de und www.LCHF-Akadmie.de

 

 

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