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Low Carb-Ernährung bei Typ-1-Diabetes

Nun ist endlich eine lang erwartete RCT-Studie erschienen, in der die Low Carb-Ernährung bei Typ-1-Diabetes untersucht wurde.  Was bedeutet RCT? Um die Wirksamkeit und Sicherheit einer Therapie zu untersuchen, sind randomisierte und kontrollierte klinische Studien (RCTs – „randomised controlled trials“) der Goldstandard, sie haben neben Metaanalysen den höchsten Evidenzgrad. Mit Hilfe von Evidenzklassen erfasst man in  der Medizin die wissenschaftliche Aussagefähigkeit klinischer Studien.

Für uns Low Carber ist das Ergebnis wie erwartet ausgefallen. Dennoch ist es natürlich für eine Argumentation, warum eine Low Carb-Ernährung bei Diabetes ausprobiert werden sollte, sehr hilfreich. Vor allem für Diabetiker, die sich ihrem Arzt gegenüber begründen möchten. Denn eine gute  Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt ist in der Umstellungsphase zu einer Low Carb- oder LCHF-Ernährung unabdingbar, um Risiken wie der lebensbedrohlichen Unterzuckerung zu entgehen.

In der gerade publizierten Studie wurden zwei Gruppen mit je fünf Personen gebildet. Eine Gruppe bekam „normale“, die andere eine Low Carb-Ernährung mit etwa 75 g Kohlenhydraten am Tag.

Nach 12 Wochen wurden bei der Low Carb-Gruppe folgende Verbesserungen festgestellt

  • HbA1c sank von 8,9 auf 8,2%
  • die Insulindosis konnte von 64 auf 44 IE am Tag gesenkt werden
  • Gewichtsverlust von 83 auf 78 Kilogramm

Die statistisch signifikanten Verbesserungen in solch einer kleinen Gruppe sind imponierend. Trotzdem bleibt zu wünschen, dass auch noch größerer Studien diese Ergebnisse bestätigen. Das Problem könnte jedoch sein, dafür Geld zu bekommen. Denn die Pharmaindustrie hat natürlich kein Interesse daran, solche Studien finanziell zu unterstützen.

Stellt sich auch die Frage, wie hätten die Verbesserungen bei einer ketogenen Ernährung, wie dem strikten LCHF ausgesehen? Jeff, ein Typ-1-Diabetiker hat einen Gastbeitrag auf Julia Tulipans Blog geschrieben, der seinen Weg mit der ketogenen Ernährung eindrucksvoll beschreibt.

Eine ebenfalls sehr motivierende Geschichte erzählt der an Typ-2-Diabetes erkrankte Frank Linnhoff in dem aktuellen Low Carb – LCHF Magazin.

Margret Ache/www.LCHF-Deutschland.de

 

 

 

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info@lchf-deutschland.de

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2 COMMENTS
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    Michael 9. Januar 2018

    Viel interessanter fände ich die Frage, in wie weit bei Patienten OHNE manifesten Diabetes Typ 1 aber mit nachweisbaren Antikörpern (die ja ein erhöhtes Risiko einen Typ 1 Diabetes zu entwickeln bedeuten) eine low carb Diät die Entwicklung eines Diabetes Typ 1 verzögern könnte. Wissen Sie ob es dazu Untersuchungen gibt?
    Denkansatz ist: Durch low-carb wird weniger Insulin benötigt, Dadurch ist weniger Antigen im Kreilauf vorhanden. Das könnte den immunologischen Prozess verlangsamen, der dem Ganzen zugrunde liegt, vielleicht sogar aufhalten.

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