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Mythos: Arterienverkalkung durch Blutfette

Jahrzehntelang galt: Fette aus dem Blut, führen zu Versorgungsstörungen der Arterienwand und zu Ablagerungen in der Gefäßinnenwand und lösen dadurch eine Arterienverkalkung aus. Vereinfacht ausgedrückt: Gesättigte Fette wie Butter oder Kokosöl sollen zu Ablagerungen an den Blutgefäßwänden führen. Dadurch sollen sich die Blutgefäße langsam aber sicher verstopfen und so zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

Neue Theorie zur Arterienverkalkung

Professor Dr. Axel Haverich

Der Herzchirurg Axel Haverich von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) vertritt nun diese Theorie: Nicht Fette aus dem Blut, sondern Versorgungsstörungen der Arterienwand führen zu Ablagerungen in der Gefäßinnenwand und lösen Arterienverkalkung aus. Dazu veröffentlichte er diese Studie. (1)

Die neue Therapie von Dr. Haverich besagt: Die Fettablagerungen kommen nicht aus dem Blut, sie sind Überreste abgestorbener Zellen der Gefäßwand. Wie kommt er zu dieser Behauptung? Hauptsächlich auf Grund seiner Beobachtungen im Operationssaal. Denn immer wieder stellte er während Herz- und Gefäßoperationen fest,

„…dass immer nur bestimmte Abschnitte der Herzkranzgefäße verkalkt waren, während dasselbe Gefäß an anderen Stellen niemals krankhaft verändert ist“.

Weitere Zweifel an der alten These

Neue Risikofaktoren wurden für die Arterioskle­rose entdeckt: In Untersuchungen der vergangenen Jahre wurde ein Zusammen­hang zwischen einer erhöhten Herzinfarktrate und dem Auftreten von Grippeepidemien mit Lungenentzündungen nachgewiesen.

Sehr interessant auch, dass Dr. Haverich bei seinen Recherchen auf 100 Jahre alte Veröffentlichungen stieß, die seine These untermauern. So konnte eine Pathologe in St. Petersburg bei mehr als 300 Kindern, die an Infektionskrankheiten verstorben waren, arteriosklerotisch Veränderungen feststellen.

Die Therapie mit Statinen überdenken

Bei nur rund 5 Prozent der Infarktpatienten hat Dr. Haverich die Therapie mit Statinen für sinnvoll..

„Bei vielen anderen sollte man die Therapie wirklich überdenken“,

urteilt der Forscher, der im  vergangenen Jahr  einen Innovationspreis von der britischen Königin erhielt.

Vorbeugung mit gesunder Ernährung und Bewegung

Eine gesunde Ernährung, die hochwertige Fette und keine raffinierten Kohlenhydrate enthält ist die richtige Prophylaxe. Zucker und Weißmehle sollten auf jeden Fall gestrichen werden. Denn sie können Entzündungen im Körper fördern. Rezepte zur gesunden Ernährung finden Sie auf unserer Website und in unseren Kochjournalen.

Wissenschaftler des Medical Research Council an der University of Cambridge (2) haben herausgefunden haben, dass die Zahl der Todesfälle durch zu wenig Bewegung doppelt so hoch, wie die Zahl der Todesfälle durch Übergewicht ist. Die Forscher analysierten die Daten von rund 334.000 Männern und Frauen, die Teil der EPIC-Studie waren. Zwölf Jahre wurden Taillenumfang, Größe und Gewicht der Teilnehmer gemessen. Die sportlichen Aktivitäten wurden erfragt und dokumentiert. Die Todesfälle wurden registriert. Dann stellten die Wissenschaftler das erschreckende Ergebnis vor: Trägheit sorgte in der europäischen Bevölkerung für 676.000 Todesfälle pro Jahr. Übergewicht konnte für „nur“ 337.000 Todesfälle verantwortlich gemacht werden.

 

Margret Ache / www.LCHF-Deutschland.de

 

(1)   )

(2  http://www.medicalnewstoday.com/articles/288042.php

 

Titelbild:

Bildquelle Dr. Haverich: Von Susanne Czichos – E-Mail from Susanne Czichos, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5051114

 

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