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Nicht-alkoholische Fettleber

Die unterschätzte Volkskrankheit

Eine Fettleber ist meist nicht die Folge eines hohen Alkoholkonsums, sondern falscher Ernährung. Warum zu viele Kohlenhydrate der Leber schaden können und weshalb eine Verfettung so gefährlich ist, erfahren Sie in „Gesundheit!“.

Von: Antje Maly-Samiralow

Stand: 25.01.2014

Wir leben in einer Zeit der absoluten Überernährung. Mittlerweile hat jeder dritte Erwachsene eine Fettlebererkrankung, die nicht durch Alkohol, sondern durch zu viel und falsches Essen bedingt ist. Bei den Übergewichtigen mit einem BMI über 30 sind es schätzungsweise 60 bis 70 Prozent. Selbst bei 30 Prozent aller adipösen Kinder ist die Leber bereits gefährlich verfettet.

„Das Problem der Fettleber ist, dass man sie eigentlich nicht spürt, weil sie nicht weh tut und auch sonst keine Probleme verursacht.“

Prof. Dr. med. Günter K. Stalla, Max-Planck-Institut für Psychiatrie

Folgen einer Fettleber

Doch eine Fettleber kann eine ganze Reihe schwerwiegender Folgeerkrankungen nach sich ziehen.

Mögliche Folgeerkrankungen:

  • Leberentzündungen
  • Leberzirrhose
  • Leberkrebs
  • Typ-2-Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Während in den Entwicklungsländern rund zehn Prozent der Bevölkerung betroffen ist, sind es in den Industriestaaten rund 40 Prozent der Erwachsenen. Ein klarer Hinweis darauf, dass mit unserer Ernährung etwas nicht stimmt, und dass wir uns eindeutig zu wenig bewegen.

Ursachen einer Fettleber

Otto Normalverbraucher bewegt sich nicht viel und setzt überflüssige Energiemengen in Form von Fett an.

Hauptursache für die Entstehung einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung ist zu reichhaltige und falsche Ernährung. Während schwer arbeitende oder sportlich aktive Menschen die Kalorien verbrennen, die sie im Laufe eines Tages über die Nahrung zu sich nehmen, speichert Otto Normalverbraucher die riesigen Energiemengen in Form von Fett.

Fett wird jedoch nicht nur im Unterhautgewebe gespeichert, wo es sich als Pölsterchen an Po und Oberschenkeln breitmacht, sondern auch im Bauchraum. Eigentlich ist es eine gute Strategie des Körpers, die Organe in Fett zu betten und sie so in ihrer Position zu stabilisieren.

Doch ein Zuviel an eingelagertem Bauchfett, was auch als viszerales Fett bezeichnet wird, führt dazu, dass die im Bauchraum liegenden Organe ebenfalls verfetten.

Gefährdet: der Apfeltyp

Sogenannte Apfeltypen tragen ein erhöhtes Risiko, eine Fettleber zu entwickeln. Selbst normalgewichtige Menschen, die schlanke Beine und Arme haben, dafür aber ein merkliches Bäuchlein, entwickeln typischerweise eine Fettleber und haben dadurch ein hohes gesundheitliches Risiko.

Bauchfett ist stark lipolytisch aktiv, das heißt, die in den Bauchfettzellen gespeicherten Triglyzeride werden in ihre Bestandteile aufgespalten und an das Blut abgegeben. Über die Blutbahn gelangen sie in die Leber, weil die Leber zum einen alle „überschüssigen“ Nahrungsbestandteile speichert, und zudem für den Fettstoffwechsel zuständig ist.

Das Fett sucht sich Speicherplätze im Körper

Zudem nimmt die Leber Fettsäuren aus den „überquellenden“ Fettdepots des Unterhautfettgewebes auf, die ebenfalls über die Blutbahn in die Leber gelangen. Bei Menschen, deren Fettzellen im Unterhautgewebe schon so prall gefüllt sind, dass sie kein weiteres Fett mehr aufnehmen können, sucht sich das Fett andere Speicherplätze und findet sie in den Organen.

Das erklärt, warum nicht nur Apfeltypen, sondern die meisten schwer Übergewichtigen zu einer Fettleber tendieren. Prof. Dr. med. Norbert Stefan vom Universitätsklinikum Tübingen beschäftigt sich seit Jahren mit der Entstehung der nichtalkoholischen Fettleber, sowie deren Einfluss auf die Entstehung von Altersdiabetes. Er hat im Rahmen einer Lebensstilinterventionsstudie zeigen können, dass veränderte Lebensgewohnheiten helfen, die Fettleber zurückzubilden.

Wie kann sich eine Fettleber zurückbilden?

Durch mehr Bewegung und eine moderate Gewichtsreduktion durch weniger und vor allem andere Lebensmittel kann eine Fettleber zurückgebildet werden. Vor allem schnell verwertbare Kohlenhydrate sollten nur dann verzehrt werden, wenn man sich bewegt und normalgewichtig ist, empfiehlt der Ernährungswissenschaftler Dr. Nicolai Worm.

„Gerade übergewichtige Menschen entwickeln häufig eine Insulinresistenz, was zur Folge hat, dass nach dem Verzehr von Kohlenhydraten deutlich größere Mengen von Insulin ins Blut abgegeben werden, als dies bei schlanken Menschen der Fall ist, deren Zellen Insulinsensitiv sind. Diese großen Insulinmengen fördern die Verwandlung von Kohlenhydraten in Fett in der Leber.“

Dr. Nicolai Worm, Ernährungswissenschaftler

Verzichten auf Lebensmittel mit viel Fruchtzucker

Honig enthält viel Fruchtzucker

Verzichten sollten Patienten mit Fettleber auch auf gesüßte Getränke und Lebensmittel, die entweder von Natur aus viel Fruchtzucker enthalten oder damit gesüßt sind. Dazu gehören vor allem Obstsäfte, Obstsaftschorlen, Konfitüren, Honig, aber auch getrocknete Früchte.
In 100 g getrockneten Datteln stecken 25 g Fruchtzucker. Honig besteht zu rund 38 Prozent aus Fruchtzucker, ein großes Glas Apfelsaft enthält 30 g und ein Pfund Weintrauben 35 g Fruchtzucker. Alles in allem eindeutig zu viel für einen Tag.

Gut für die Leber: mediterrane Kost

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Dr. Nicolai Worm

Statt solcher Nahrungsmittel, die die Leber eher belasten, empfiehlt Dr. Worm eine mediterrane Kost mit einem geringen Anteil an stärkehaltigen Nahrungsmitteln. Er rät durchaus zum Verzehr von Eiern und Innereien. Sie enthalten Cholin, das der Leber hilft, zu entfetten.

Auch fetter Fisch, reich an Omega-3-Fettsäuren, Nüsse, Olivenöl und Haferflocken sind geeignete Lebensmittel, um das Leberfett abzubauen.

ttp://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/gesundheit/themenuebersicht/medizin/fettleber-ursachen-therapie100.html

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