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Wie gefährlich ist viel Insulin bei Typ-2-Diabetiker?

Viele der über sechs Millionen Typ-2-Diabetiker in Deutschland kennen das: Die Insulin-Spritze sichert ihr Überleben. Doch was kennzeichnet einen Typ-2-Diabetes? Die Insulinresistenz.

Was ist eine Insulinresistenz?

Insulinresistenz bedeutet, dass die Zellen des Körpers nicht mehr (ausreichend) auf Insulin reagieren. Das Insulin aus der Bauchspeicheldrüse hat die Aufgabe, den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Die Zellen gewinnen so Energie. Sprechen die Zellen nicht oder nicht mehr ausreichend auf Insulin an, können sie diese Aufgabe nicht mehr ausreichend erfüllen. Um die Energieversorgung zu verbessern, wird nun mehr und mehr Insulin produziert. Doch irgendwann erschöpft sich die Bauchspeicheldrüse und sie kann den hohen Bedarf nicht mehr decken. Das ist die Geburtsstunde de Typ-2-Diabetes, denn steigt der Blutzucker an.

Was passiert nach der Diagnose?

Die Typ-2-Diabetiker erhalten nach der Diagnose Medikamente, um den Blutzucker zu senken. In der Regel wird mit Metformin begonnen. Schlägt die Behandlung nicht wie gewünscht an, wird auf Insulin umgestiegen. Den Betroffenen wird gesagt, dass sie abnehmen und sich mehr bewegen sollen. Bei der üblichen Ernährungsberatung wird gerade bei Insulin-Patienten nur gelehrt, wie viele Kohlenhydrate die Lebensmittel enthalten, um die Insulinmenge dementsprechend zu dosieren. Das erweckt den Eindruck, dass Insulin-Patienten nicht unerwünscht sind. Dazu sagt Prof. Dr. Stephan Martin:

Es ist ja auch verständlich, dass man von Kassenseite vor der Finanzierung von Programmen zurückschreckt, die im Extremfall dazu führen, dass der Betroffene seinen Typ-2-Diabetes besiegt. Denn gelingt es einem Patienten mit Typ-2-Diabetes, durch eine dramatische Gewichtsabnahme von einer Insulintherapie wegzukommen, verliert die Krankenkasse die sogenannte HMG20, eine Insulinkopfpauschale von 2249 Euro…

Was können hohe Insulindosen bewirken?

Viele Patienten mit Typ 2-Diabetes benötigen infolge der Insulinresistenz hohe Dosen des Hormons. In einer retrospektiven Studie (1) in Diabetes, Obesity and Metabolism im Jahr 2014 war das mit einem erhöhten Risiko auf kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs und einen vorzeitigen Tod verbunden. Jede Erhöhung  der Insulindosis um eine internationale Einheit pro Kilo Körpergewicht war mit einen Anstieg der Mortalität um 54 Prozent, der schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 37 Prozent und der Krebser­krankungen um 35 Prozent assoziiert.

Wie kann ein hoher Blutzuckerspiegel verhindert werden?

Eine Ernährungsumstellung Richtung Low Carb bringt für viele Menschen Erfolg. Low Carb bedeutet, die Zufuhr von Kohlenhydraten zu reduzieren. Doch was wird ihnen von offizieller Seite geraten? Hier empört sich Prof. Dr. Stehan Martin wie folgt:

Warum wird in den von den Krankenkassen bezahlten und zum Teil sogar selbst durchgeführten Ernährungsberatungen mehr als 50 Prozent der Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten empfohlen?

Die Ernährungs-Docs zeigen, wie man vom Insulin wieder wegkommt

In einem Videoclip zeigen die Ernährungs-Docs vom NDR, wie gut Typ-2-Diabetes mit einer Umstellung der Ernährung behandelt werden kann. Lesen Sie auch die beeindruckende Gesundheitsreise von Bettina Meiselbach, die ihre Diabetes-Erkrankung in den Griff bekam und nebenbei mehr als 50 Kilogramm abnahm.

Wer setzt noch auf eine Low Carb-Ernährung bei Typ-2-Diabetiker?

Low Carb – Ernährung – Typ-2-Diabetiker

Zum Glück gibt es auch Kliniken, die schon auf die Low Carb-Ernährung bei Diabetes setzen, so zum Beispiel die Rehaklinik Überruh  oder das Westdeutsche Diabetes- und Gesundheitszentrum unter Prof. Dr. med Stephan Martin, der am 16.12.2013 dieses Statement von sich gab: „Mit einer kohlenhydratarmen Diät nehmen Typ-2-Diabetiker genauso gut ab wie mit einer fettarmen. Doch für den Stoffwechsel ist „low carb“ günstiger.“ Sein Credo: „Möglichst wenige Kohlenhydrate aufnehmen, um mit einem geringen Anstieg des Blutzuckers und damit einem niedrigen Insulinspiegel durch den Tag zu kommen. So entsteht nicht ständig wieder Lust aufs Essen. „Low-Carb“ oder mediterrane Kost sind dazu die Stichwort…“. (2)

 

Margret Ache / www.LCHF-Deutschland.de

 

 

(1) http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/dom.12412/Abstract

(2) http://www.derwesten.de/gesundheit/mit-der-richtigen-strategie-diabetes-ausbremsen-id10752496.html)

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