Home / Gesundheit  / Eine Reise zum Mittelpunkt des Menschen

Eine Reise zum Mittelpunkt des Menschen

Pyruvat und Stoffwechsel

Eine Reise zum Mittelpunkt des Menschen

Pyruvat und Stoffwechsel: Dieser Artikel ist ein besonderer Gastartikel von Gnubbel, unserem Experten für Ernährung, Stoffwechsel und Gesundheitswissen. Er nimmt uns mit auf eine spannende Reise durch die faszinierenden Abläufe unseres Körpers und erklärt auf anschauliche Weise, wie Energie aus Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten entsteht. Mit seinem einzigartigen Blick auf die Biochemie hilft Gnubbel, komplizierte Vorgänge verständlich zu machen und zeigt, wie unser Stoffwechsel wirklich funktioniert – frei von Mythen und überflüssiger Panikmache.

Den Geheimnissen unseres Stoffwechsels auf der Spur

Pyruvat und Stoffwechsel

Dass ich erkenne, was die Welt
im Innersten zusammenhält
(Goethe: Faust 1, V. 382f)

Wenn du, liebe Leserin, lieber Leser, genauso leidenschaftlich neugierig bist wie ich, dann möchte ich dich einladen auf eine Reise in das Innerste unseres Organismus, in eine Welt, wo sich Physik, Chemie und Biologie ein Stelldichein geben, wo sich die Naturgesetze austoben und uns Formeln und Gleichungen nur so um die Ohren fliegen. Für mich als passionierten Geschichtenerzähler eine echte Herausforderung, dieses Gewirr aus Gesetzen und Formeln auf seine Grundprinzipien zu reduzieren und daraus ein Bild zu malen, wie unsere Nahrungsbestandteile Proteine, Fette und Kohlenhydrate sich von einem Stoff in den anderen verwandeln und dabei unserem Körper die Energie liefern, die er zum Leben braucht. Eine faszinierende Welt, die ich gern mit dir und allen anderen interessierten Lesern teilen möchte. Und ich verspreche euch: Wenn wir unsere Reise beendet haben, werdet ihr nicht nur um viele wertvolle Aha-Erlebnisse reicher sein, sondern könnt auch nicht mehr jenen halbwissenden Panikmachern auf den Leim gehen, noch irgendwelchen Gurus, die euch mit hochgeheimen Ernährungstricks ein X für ein U vormachen und sich dabei nur die eigenen Taschen füllen wollen. Und ihr müsst auch keinen fragwürdigen Studienergebnissen mehr blind glauben, sondern ihr könnt bewusst entscheiden, was euch und eurer Gesundheit wirklich gut tut – ein Profit, den euch niemand mehr wegnehmen kann. Seid ihr bereit? Also dann – bitte anschnallen und das Rauchen einstellen!

Pyruvat – das Chamäleon unseres Stoffwechsels

Als Erstes müssen wir uns ein klitzekleines Molekül anschauen, das in unserem Stoffwechsel die zentrale Rolle spielt. Es nennt sich Pyruvat und ist zur Hälfte eine Säure (−COOH) und zur Hälfte ein Keton (−C=O) [1]. Außerdem hat es noch einen Methylrest  (−CH3), und das warʼs auch schon. Diese Struktur macht das Pyruvat zu einem Allrounder, aus dem sich so ziemlich alles, was der Körper braucht, direkt oder indirekt herstellen lässt und das auch recht einfach aus unserer Nahrung, also aus Glukose, aus der Aminosäure Alanin, die in den meisten Proteinen enthalten ist, oder auch aus dem Glyzerin der Fette, gewonnen werden kann. Wenn also Proteine zu Zucker oder Glukose zu Fettsäuren umgewandelt werden sollen, dann wird das eine erst einmal zu Pyruvat zerlegt, um dann das andere daraus zu synthetisieren. Schauen wir uns einmal an, wie das geht:

Pyruvat wird zur Aminosäure und umgekehrt

Am einfachsten ist die Umwandlung von bzw. zu Alanin, einer der einfachsten und häufigsten Aminosäuren und Bestandteil der meisten Proteine in unserem Körper. Hier wird der Sauerstoff aus der Ketogruppe (−C=O) des Pyruvats durch eine Aminogruppe (−NH2) ersetzt, und fertig ist das Alanin. Genau so einfach kann Alanin auch wieder zu Pyruvat umgewandelt werden, indem die Aminogruppe durch ein Sauerstoffatom ersetzt wird. Wenn also bei der Glukoneogenese (kommen wir später drauf) Proteine aus dem Körper herausgelöst werden, dann wird in erster Linie das Alanin, das für die Stabilität des jeweiligen Proteins eine wichtige Rolle spielt, dafür verwendet. Was das allerdings für das Protein bedeutet, wenn das Alanin darin fehlt, kann sich jeder, der schon mal aus einem Kartenhaus eine Karte von ganz unten herausgezogen hat, sicherlich vorstellen.

Zuckerstoffwechsel: Energiegewinnung mittels Glykolyse …

Etwas komplizierter ist die Umwandlung von Glukose zu Pyruvat, die Glykolyse, die in zehn Einzelschritten vollzogen wird, wobei aus einem Molekül Glukose letztendlich u.a. zwei Moleküle Pyruvat und außerdem zwei Moleküle ATP entstehen, also jener Stoff, der die Energie, die bei der Glykolyse frei wird, aufnimmt und dorthin transportiert, wo sie gebraucht wird [2]. Im weiteren Verlauf wird das Pyruvat in den Mitochondrien mithilfe von Sauerstoff noch bis zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut, wobei nochmals größere Mengen an Energie (insgesamt 30 Moleküle ATP) frei werden [3]. Damit finden weit über 90 Prozent der Energiegewinnung in den Mitochondrien statt, und deshalb ist es keine schlechte Idee, gut auf die kleinen Kraftwerke in unseren Zellen aufzupassen.

… und Aufbau von Glukose aus Pyruvat

Der umgekehrte Vorgang, die Glukoneogenese, also die Umwandlung von Pyruvat zu Glukose, dient vor allem dazu, jene Organe, deren Zellen keine Mitochondrien besitzen (z.B. rote Blutkörperchen oder verschiedene Typen von Nervenzellen, aber auch Krebszellen) und deshalb zwingend auf Glykolyse angewiesen sind, mit Glukose zu versorgen. Welcher der beiden Vorgänge gerade stattfindet, hängt zum einen davon ab, wie viel Glukose im Organismus vorhanden ist, und zum anderen, wie viel Glukose benötigt wird. Wenn wir also gerade unser Müsli verspeist haben, dann haben wir genug Glukose, um daraus Energie herzustellen, und dann startet die Glykolyse; wenn wir aber gerade hungrig sind und unser Reptilienhirn nach Glukose schreit, dann wird die Glukoneogenese forciert, und dann wird aus den Nahrungs- oder, wenn nicht vorhanden, den Körperproteinen, genauer gesagt, der darin enthaltenen Aminosäure Alanin, erst Pyruvat und daraus dann Glukose hergestellt [4].

Während die Glykolyse wie schon beschrieben zur Energiegewinnung dient, ist die Glukoneogenese als gegenläufiger Prozess ein übler Energiefresser: Bei der Glykolyse von einem Molekül Glukose entstehen zwei Moleküle ATP, wohingegen bei der Glukoneogenese ganze sechs Moleküle ATP verbraucht werden, um ein Molekül Glukose herzustellen [5]. Deshalb wird zum einen durch eine Reihe von Enzymen gewährleistet, dass Glykolyse und Glukoneogenese nicht gleichzeitig ablaufen können, sodass ein „Leerlauf“ mit unnötigem Energieverbrauch vermieden wird, und zum anderen wird die Glukoneogenese nur dann ausgeführt, wenn exklusiver Bedarf an Glukose mit einem Mangel derselben im Blutkreislauf einhergeht. Und auch dann wird zuerst auf die Nahrungsproteine zugegriffen, sodass es immer eine gute Idee ist, reichlich davon im Verdauungstrakt zu haben, um die Körperproteine zu schonen.

Stoffwechsel auf Abwegen: Vergärung zu Laktat

Eine weitere Möglichkeit ist die Umwandlung von Pyruvat in Laktat, das Salz der Milchsäure. Dies geschieht, indem ein Wasserstoff-Ion an den Sauerstoff der Ketogruppe angefügt wird. Da das Laktat aber für den weiteren Stoffwechsel nicht mehr verwendbar ist („Stoffwechselsackgasse“), wird diese Anlagerung durch das Coenzym NAD (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) verhindert, das die bei der Glykolyse entstehenden Wasserstoff-Ionen an die Mitochondrien abführt, wo sie für den weiteren Abbau verwendet werden. Dies ist besonders im Leistungssport von Bedeutung: Wenn der Energiebedarf im Muskel und damit auch die Glykolyse auf ein Niveau ansteigt, dass die Menge der anfallenden Wasserstoff-Ionen vom NAD nicht mehr bewältigt werden kann, dann wird mehr und mehr Laktat gebildet, und damit steht den Mitochondrien immer weniger Pyruvat zur weiteren Energiegewinnung zur Verfügung. Ist eine bestimmte Konzentration an Laktat erreicht, bricht die Glykolyse vollständig zusammen. Die Folge davon ist ein dramatischer Leistungseinbruch – der Muskel „übersäuert“. Diesen Punkt bezeichnet man als anaerobe Schwelle.

Den kompletten Vorgang von der Glukose über das Pyruvat bis zum Laktat kennen wir als Milchsäuregärung. Primitiven Organismen, aber auch Krebszellen, die über keine bzw. dysfunktionale Mitochondrien verfügen, steht nur dieser Weg der Energiegewinnung offen, sodass der Glukosebedarf um ein Vielfaches größer ist. Dies ist auch der Grund, warum sich an den Krebsherden immer große Mengen Laktat befinden.

Der Königsweg des Stoffwechsels: der Fettstoffwechsel

Am anspruchsvollsten aber ist die Fettsynthese, also die Umwandlung von Pyruvat zu Fett, die vor allem dazu dient, die gewonnene Energie über längere Zeit zu speichern [6]. Hier wird das Pyruvat in einer komplizierten Kaskade zu Fettsäuren umgebaut. Dies geschieht zum einen in den Fettzellen, wo die Fettsäuren gleich noch mit einer Klammer aus Glyzerin zu Fetten zusammengesetzt und als solche dann für die Ewigkeit gespeichert werden, und zum anderen in den Lebermitochondrien. Letzteres bedingt allerdings, dass die Fettsäuren auch zuverlässig abtransportiert werden müssen, damit sie nicht bereits in der Leber zu Fett zusammengebaut werden und damit zu einer Fettleber führen (ein erhöhter Triglyceridwert im Blut – also „fertiges“ Fett statt freier Fettsäuren – ist ein deutlicher Hinweis auf solch eine Schieflage und sollte dringend an den Ursachen angegangen werden [7]).

Die hervorragende Eignung der Fette als Energiespeicher liegt auch darin begründet, dass es nicht möglich ist, Fettsäuren wieder zu Pyruvat umzuwandeln, sodass sie nicht für die Glukoneogenese genutzt werden können. Aber ein Zwischenprodukt der Fettsynthese, das Acetyl-Coenzym A, kann auf diesem Weg hergestellt und von den Mitochondrien in den Leberzellen aufgenommen und weiterverarbeitet werden. Dies ist ein Vorgang, der gerade intensiv erforscht wird, denn während die einzelnen Vorgänge der Synthese und deren Steuerung in den Fettzellen bereits gut dokumentiert sind, herrscht besonders bei der Regulierung in den Mitochondrien noch weitgehend Dunkelheit. Bekannt ist aber, dass dem Insulin dabei eine wichtige Funktion zukommt: Wenn zu wenig davon vorhanden ist, dann stellen die Mitochondrien statt Fettsäuren vorwiegend Ketonkörper her.

Energiespender par excellence: Ketonkörper

Das ist der Grund, warum selbst in der Wissenschaft die Ketose verbreitet als „Alarmzustand“ bezeichnet wird: Einerseits fehlt es an Glukose, sodass die Glykolyse auf Sparflamme laufen muss, und andererseits tröpfelt aus demselben Grund auch das Insulin, was wiederum die Fettsäurenproduktion ausbremst. Nur scheint man dabei zu vergessen, dass Fettsäuren nicht die Blut-Hirn-Schranke passieren können und deshalb für die Ernährung des Gehirns ohnehin wertlos sind – was freilich, solange genug Glukose vorhanden ist, kein Problem ist. Andernfalls kann aber die dann auf Hochtouren laufende Ketonkörperproduktion das Gehirn recht stabil mit Energie versorgen, sodass es von Glukose und Insulin weitgehend unabhängig wird, während die Muskeln ihre Energie aus den Fettzellen beziehen. Von einem „Alarmzustand“ kann hier also keine Rede sein.

Aber die Ketose birgt noch eine Reihe weiterer Vorteile: Während die Glukosespeicher in unserem Körper verschwindend gering sind und auch die Glykogenspeicher der Leber unser Gehirn im Höchstfall nur wenige Tage über Wasser halten können, haben wir geradezu riesige Fettspeicher, die über die Lebermitochondrien dem Gehirn jederzeit die begehrten Ketonkörper liefern und damit bis zu mehreren Wochen überbrücken können. Und da sich, wie wir jetzt wissen, auch Alanin über das Pyruvat zu Glukose umwandeln lässt, sind auch jene Organe, die darauf angewiesen sind, damit versorgt. Somit ist es einzig und allein eine Frage der zur Verfügung stehenden Energie, die wir uns über die Nahrung oder aus unseren körpereigenen Speichern zuführen und die darüber entscheidet, ob unser Stoffwechsel funktioniert oder nicht. Es wäre also überhaupt keine gute Idee, aus Angst davor, dick zu werden, ausgerechnet am wertvollsten Energieträger, dem Fett, zu sparen, noch aus Angst vor der Glukoneogenese die Proteinzufuhr zu reduzieren.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Fettverwertung viel „sauberer“ verläuft als die der Glukose, das heißt, dass weit weniger freie Radikale entstehen, die über ungewollte Reaktionen massive Schäden an unseren Mitochondrien anrichten können, jenen kleinen Kraftwerken in unseren Zellen, die nicht nur das begehrte ATP herstellen und damit den ganzen Organismus mit Energie versorgen, sondern auch eine wichtige Rolle bei der Regulierung vieler Zellfunktionen bis hin zum programmierten Zelltod, der Apoptose, spielen. Wenn dieses wichtige Element im Leben der Zelle versagt, zum Beispiel weil die Mitochondrien untergegangen sind, dann entsteht daraus eine Krebszelle, die nicht nur hemmungslos weiter wächst und sich vermehrt, sondern auch, weil sie einen riesigen Nahrungsbedarf hat und aufgrund der fehlenden Mitochondrien nur noch Gärung möglich ist, unsere Körpereiweiße plündert, was besonders für den Herzmuskel, aber auch für das Immunsystem, die einzige Waffe unseres Körpers gegen den Krebs, fatale Folgen hat. Ja, es ist eine Tatsache, dass 25 Prozent der Krebspatienten nicht am Krebs selbst, sondern an Auszehrung sterben. Daher ist es (nicht nur) für Krebspatienten besonders wichtig, sich genügend hochwertige Proteine zuzuführen und den restlichen Energiebedarf mit vorzugsweise gesättigten Fetten abzudecken.

Nebenher hat die Ketose auch noch einen kosmetischen Effekt: Während ein Überschuss an Fettsäuren in den Fettzellen zu Fett synthetisiert wird und sich dort womöglich über Jahre festsetzt, können die wasserlöslichen Ketonkörper bei einem Überangebot ganz einfach über die Nieren ausgeschieden werden. Und natürlich ist es für unseren BMI vorteilhafter, wenn die überschüssige Energie in der Toilette anstatt in den Fettzellen landet (ob das ökonomisch sinnvoll ist, ist eine andere Frage).

Fazit: Unser Stoffwechsel ist überaus flexibel, aber …

Wir wissen jetzt, dass unser Organismus mithilfe seiner Unzahl an Hormonen und Enzymen in der Lage ist, die drei Makronährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate über das Pyruvat ineinander umzuwandeln und daraus genau die Stoffe herzustellen, die er aktuell benötigt – mit Ausnahme des Fetts, das nicht mehr zu Eiweiß oder Zucker zurückverwandelt werden kann, was es wiederum zu einem hervorragenden Speichermedium macht. Somit ist es im Grunde egal, wie der Cocktail aus den Makronährstoffen zusammengesetzt ist, den wir uns mehrmals täglich einverleiben; unser Körper hat für alle Komponenten ausreichend Enzyme parat, um sie optimal zu verwerten, sprich: um Energie daraus zu gewinnen, diese dorthin zu transportieren, wo sie gebraucht wird, oder, falls im Moment kein Bedarf besteht, sie für spätere Zeiten zu speichern. Es macht also keinen Sinn, auf Fett zu verzichten, um die Fettzellen leer zu bekommen – wenn zu viel Energie da ist und der Körper ein Speichermedium dafür braucht, wird er sich dieses in Form von Fett selbst herstellen. Und genauso wenig Sinn macht es, auf Kohlenhydrate zu verzichten, um die Glukose aus dem Blut zu bekommen – wenn das Gehirn unter Stress steht und Energie braucht, dann wird der Körper die Glukose, die das Gehirn mit Energie versorgt, ebenfalls selbst herstellen.

Warum also Low carb? Nun, aus zwei einfachen Gründen: Zum einen ist für die Fettsynthese zwingend Insulin notwendig, und dieses Insulin wird ausgeschüttet, wenn genügend Glukose im Blut ist. Indem wir also die Aufnahme von Kohlenhydraten reduzieren, sorgen wir dafür, dass weniger Glukose im Blut ist, weniger Insulin ausgeschüttet wird und entsprechend weniger Fett aufgebaut und in den Fettzellen gespeichert werden kann. Und zum anderen, weil bei Insulinmangel statt Fettsäuren vermehrt Ketonkörper produziert werden und für das Gehirn eine stabile Energieversorgung mit Ketonkörpern vorteilhafter ist als eine, die nahezu ausschließlich über Glukose realisiert wird. Und auch für unsere Mitochondrien, die nicht nur für die Energieproduktion, sondern auch für die Gesundheit und Funktionstüchtigkeit unserer Zellen essenziell sind, ist eine fettbasierte Ernährung, bei der weniger freie Radikale entstehen, besser.

Es kommt also vor allem darauf an, den Insulinspiegel im Blut möglichst niedrig zu halten, und dies erreichen wir umso besser, je konsequenter wir die Kohlenhydrate in unserer Nahrung durch Fett ersetzen.

 

Über den Gastautor Gnubbel

Gnubbel ist ein Experte für Gesundheit, Ernährung und Stoffwechsel. Mit fundiertem Wissen über die Biochemie des Körpers und einem klaren, anschaulichen Stil vermittelt er komplexe Zusammenhänge so, dass sie jeder verstehen kann. Sein Ziel: Menschen befähigen, die Funktionsweise ihres Stoffwechsels zu verstehen und bewusste Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen.

 

[1] Für die Chemiker unter uns: Genauer gesagt, ist Pyruvat das Anion der Brenztraubensäure, die Endung muss also exakt −COO heißen.

[2] Dieser Vorgang funktioniert wie bei einem Akkumulator: Je mehr Phosphatreste an das Adenosin gebunden sind, umso mehr Energie beinhaltet dieser Stoff. Wenn nun bei einer chemischen Reaktion wie z.B. der Glykolyse Energie frei wird, dann wird damit Adenosinmono- (AMP) oder -diphospat (ADP) zu Adenosintriphosphat (ATP) aufgewertet. Dieses kann dann dorthin transportiert werden, wo Energie benötigt wird, und indem ein oder mehrere Phosphatreste vom Adenosin wieder abgetrennt werden, wird die Energie frei, mit der der gewünschte Stoffwechselvorgang realisiert werden kann.

[3] Dieser Abbau wird in zwei Reaktionskaskaden vollzogen: dem Citratzyklus und der Atmungskette, wobei das Pyruvat mithilfe von Sauerstoff vollständig zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut wird und dabei jeweils 15 Moleküle ATP gebildet werden. Da aus einem Molekül Glukose bereits zwei Moleküle Pyruvat entstehen, sind es also insgesamt 30 Moleküle ATP. Das heißt, dass beim vollständigen Abbau von einem Molekül Glukose so viel Energie frei wird, dass es für 32 Moleküle ATP ausreicht – wobei über 90 Prozent dieser Energie allein durch die Mitochondrien erzeugt werden.

[4] Die Umwandlung von Alanin zu Pyruvat ist nur eine von mehreren Möglichkeiten; es können über Zwischenstufen wie Oxalacetat oder Dihydroxyacetonphosphat auch eine Reihe anderer Aminosäuren für die Glukoneogenese herangezogen werden.

[5] Etwas vereinfacht für alle, die es genauer wissen wollen: Wenn zwei Moleküle ATP gebraucht werden, um die Reaktion „anzuschubsen“ und nachher vier Moleküle neu entstehen, dann sind das zwei Moleküle mehr. Wenn bei der Rückreaktion zu jenen vier Molekülen noch die zwei zum „Anschubsen“ hinzukommen, dann sind das insgesamt sechs Moleküle.

[6] Fett ist ein Stoff, der nicht nur energiereich, sondern auch sehr stabil und daher sehr reaktionsträge ist, das heißt, dass andere Stoffe (zum Beispiel Sauerstoff) ihm die Energie nur sehr schwer wieder entziehen können. Dabei sind die gesättigten Fettsäuren aufgrund ihrer ausschließlich enthaltenen Einfachbindungen besonders stabil (Kokosöl lässt sich bei Zimmertemperatur über mehrere Jahre aufbewahren, während sich die Speiseöle mit ihren mehrfach ungesättigten Fettsäuren selbst im Kühlschrank nach wenigen Tagen zu zersetzen beginnen) und eignen sich daher am besten für eine zuverlässige Energiespeicherung.

Nebenher können aber Fettsäuren, solange sie noch frei im Blut zirkulieren, auch von den Muskeln zur Energiegewinnung herangezogen werden. Deshalb ist es immer eine gute Idee, die Muskeln dazu zu animieren, Fettsäuren zu „verbrennen“, bevor diese womöglich auf Nimmerwiedersehen in den Fettzellen verschwinden.

[7] Das oft genannte „Übergewicht“ ist keine Ursache für Hypertriglyceridämie, sondern lediglich eine Begleiterscheinung. Die Hauptursachen, die zu einer Fettleber führen, sind einerseits Alkoholmissbrauch, da Alkohol bereits in der Leber zu Triglyceriden umgewandelt wird, die sich dann in den Fettvakuolen der Leber festsetzen, ferner eine Reihe von Medikamenten und anderen Giftstoffen, die die Leber auf ähnliche Weise belasten, und schließlich der bereits genannte „Fettstau“ durch übermäßige Fettsäurenproduktion infolge hoher Insulinwerte.

Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt auch der besonders im Obst und im Maissirup, einem beliebten Süßungsmittel in der Lebensmittelindustrie, enthaltene Fruchtzucker, der ebenfalls direkt in der Leber zu Triglyceriden verstoffwechselt wird, die zur Fettleber führen. Dies bedeutet wiederum, dass auch schlanke und durchtrainierte Menschen, selbst wenn sie keinen Alkohol zu sich nehmen, sich nicht in Sicherheit wiegen sollten – selbst Sportler, deren Ernährung oft sehr kohlenhydratlastig ist und meist auch viel als „gesund“ beworbenes Obst beinhaltet, haben ein erhöhtes Risiko für eine Nichtalkoholische Fettleber (NAFL).

Hinzu kommt, dass eine Fettleber anfangs keine Beschwerden verursacht und daher oft erst spät erkannt wird. Deshalb ist es immer eine gute Idee, regelmäßig seine Leberwerte überprüfen zu lassen, und eine noch bessere, Kohlenhydrate inklusive Fruchtzucker und Alkohol mit Vorsicht zu genießen.

 

 

Die LCHF Deutschland Akademie – mit Herz und Verstand

Seit 2015 bildet die  LCHF Deutschland Akademie aus und durfte viele Menschen auf ihrem Weg zum Coach begleiten.

 

Für wen ist die Ausbildung zum Gesundheits- und Ernährungscoach geeignet?

 

Begeisterte AbsolventInnen zwischen 18 und 70 Jahren, SchülerInnen, Mütter, JuristInnen, PädagogInnen, PhysiotherapeutInnen, FitnesstrainerInnen, HeilpraktikerInnen, GesundheitspflegerInnen, KonditormeisterInnen, Kaufleute aus den verschiedensten Bereichen…

Also für Menschen jeglichen Alters mit und gänzlich ohne Vorkenntnisse.

Was sie alle vereint ist das Interesse an ganzheitlicher Gesundheit. Das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele. Der Wunsch, fachlich fundierte Kenntnisse im Gesundheits- und Ernährungsbereich erlangen zu wollen, basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Ergebnissen und Erfahrungen.

Für ihre eigene Gesundheit, die ihrer Familie, oder um anderen Menschen zu einem gesünderen Leben zu verhelfen.

All diese Menschen unterschiedlichen Alters und aus den verschiedensten Bereichen zeigen, es ist nie zu spät dazuzulernen und neu anzufangen!

 

Wann dürfen wir dich in der LCHF Deutschland Akademie begrüßen?

Neuigkeiten

 

Du möchtest das Neueste aus dem Bereich Gesundheit und Ernährung erfahren? Prima, dann abonniere unseren Newsletter.

 

Dein LCHF Deutschland Team

LCHF-Deutschland und LCHF Deutschland AkademieFacebook,  Instagram und YouTube

Facebook-Gruppe

 

heike.schulz@lchf-deutschland.de

Ganzheitlicher Gesundheits- und Ernährungscoach Low Carb – LCHF – Keto - Lifestyle, Physiotherapeutin, Fachlehrerin für Kindergesundheit

Review overview
Keine Kommentare

Kommentieren