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Die Prämenstruelle Dysphorische Störung

Die Prämenstruelle Dysphorische Störung und ihre Behandlung

Wir freuen uns, dass Christian Selig den Gastbeitrag „Die Prämenstruelle Dysphorische Störung und ihre Behandlung“ für unsere Leserinnen und Leser geschrieben hat. Iris und ich haben Christian beim LCHF Kongress 2919 persönlich kennen gelernt. Er ist Arzt und engagiert sich für die Low-Carb-Ernährung, da er den positiven Auswirkungen dieser Ernährungsform in seiner Praxis täglich begegnet.

Die Prämenstruelle Dysphorische Störung und ihre Behandlung

von Christian Selig, Arzt

 

Die Prämenstruelle Dysphorische Störung und ihre Behandlung

Die Prämenstruelle Dysphorische Störung und ihre Behandlung

Man ist reizbar, traurig, emotional, niedergeschlagen, hoffnungslos, ängstlich, angespannt, leicht ermüdbar, hat einen schlechten und/oder übermäßigen Schlaf, ist unkonzentriert, fühlt sich überwältigt und hat Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren – diese Gefühle kennen 13% aller Frauen im Alter von 18-51 Jahren vor ihrer Periode (Halbreich et al. 2003). Wenn keine weiteren Erkrankungen vorliegen und die Beschwerden die alltäglichen Aktivitäten stören, spricht man von einer prämenstruellen dysphorischen Störung, kurz PMDD (Reid et al. 2017). Die übliche Behandlung liegt in der Verordnung von Verhütungspillen und/oder Antidepressiva sowie lebensstilbezogene Empfehlungen. Allzu häufig erfolgt, selbst bei schwersten Beeinträchtigungen, gar keine Behandlung – es handle sich ja schließlich um einen unvermeidlichen Teil des Frauseins.

 

Die biochemischen Hintergründe dieser Störung sind allerdings gut aufgeklärt. Kern des Problems ist eine verminderte Ausschüttung von Serotonin, unserem Glücks“hormon“ im Gehirn. Östrogen ist das natürliche Antidepressivum der Frau. Es erhöht die Umwandlung von Tryptophan (einer in der Nahrung vorkommenden Aminosäure) in Serotonin, es vermindert den Abbau von Serotonin und es vermindert die Wiederaufnahme in die Zelle nach Ausschüttung (Paredes et al. 2019). Im Verlauf des Monatszyklus fällt Östrogen ab. Sind nun nicht genügend Bausteine für Serotonin vorhanden oder nicht genügend Spurenelemente für die korrekte Ausschüttung und Verteilung von Serotonin, treten Symptome auf, die aussehen wie eine Depression – aber keine sind!

 

Was benötigt als der Körper für eine ausreichende Serotonin-Bildung, auch für das Ende des Monatszyklus?

  • Zum einen Vitamin B6. Für die Einnahme von Vitamin B6 gibt es eine positive Datenlage in einer Vielzahl von Studien (BMJ 1999). Die Dosierung bei den meisten Studien lag im Bereich von 50-100mg Vitamin B6 pro Tag, einzunehmen ab Eisprung bis Mitte/Ende der Periode.
  • Als deutlich effektive Intervention ist auch die Einnahme von Tryptophan zu sehen (Steinberg et al. 1999), allerdings ist die längere Einnahme von sechs Gramm pro Tag auf drei Dosen verteilt ein bisschen mühsam.
  • Zusätzlich nützlich ist die Einnahme von Magnesium (Boyle et al. 2017) mit einigen hundert Milligramm pro Tag und Calcium (Shobeiri 2017) mit 500mg pro Tag.
  • Die Einnahme von Zink (Jafari et al. 2020) mit 30mg pro Tag zeigt ebenfalls eine gute Wirkung.

In meiner Praxis habe ich mittlerweile schon mehrfach mit der Kombination Vitamin B6 und Magnesium massive Verbesserungen einer PMDD erleben dürfen. Am Eindrücklichsten im Gedächtnis bleibt mir eine Enddreißigerin, die über 10 Jahre schon eine Ärztetournee mit verschiedensten Verschreibungen hinter sich hatte – für eine Woche im Monat war sie schwerst depressiv, einschließlich Suizidgedanken. Die Kombination von B6 und Magnesium behob diese Beschwerden vollständig!

 

Zusammenfassend ist die PMDD zu wenig bekannt, zu wenig und wenn, dann zu stark pharmazeutisch orientiert behandelt, obwohl praktisch nebenwirkungsfreie, wissenschaftliche Behandlungs­optionen bestehen.

 

Christian Selig
Praxisanschrift: Herrngasse 11a
97222 Rimpar
Tel. 09365/8887805
E-Mail: info@funktionelle-medizin-wuerzburg.de
Web: http://www.funktionelle-medizin-wuerzburg.de

 

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Boyle NB, Lawton C, Dye L. The Effects of Magnesium Supplementation on Subjective Anxiety and Stress-A Systematic Review. Nutrients. 2017 Apr 26;9(5):429. doi: 10.3390/nu9050429. PMID: 28445426; PMCID: PMC5452159.

Jafari F, Amani R, Tarrahi MJ. Effect of Zinc Supplementation on Physical and Psychological Symptoms, Biomarkers of Inflammation, Oxidative Stress, and Brain-Derived Neurotrophic Factor in Young Women with Premenstrual Syndrome: a Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Biol Trace Elem Res. 2020 Mar;194(1):89-95. doi: 10.1007/s12011-019-01757-9. Epub 2019 Jun 2. PMID: 31154571.

Halbreich U, Borenstein J, Pearlstein T, Kahn LS. The prevalence, impairment, impact, and burden of premenstrual dysphoric disorder (PMS/PMDD). Psychoneuroendocrinology. 2003 Aug;28 Suppl 3:1-23. doi: 10.1016/s0306-4530(03)00098-2. PMID: 12892987.

Paredes S, Cantillo S, Candido KD, Knezevic NN. An Association of Serotonin with Pain Disorders and Its Modulation by Estrogens. Int J Mol Sci. 2019 Nov 15;20(22):5729. doi: 10.3390/ijms20225729. PMID: 31731606; PMCID: PMC6888666.

Reid RL. Premenstrual Dysphoric Disorder (Formerly Premenstrual Syndrome) [Updated 2017 Jan 23]. In: Feingold KR, Anawalt B, Boyce A, et al., editors. Endotext [Internet]. South Dartmouth (MA): MDText.com, Inc.; 2000-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK279045/

Review: Vitamin B6 is beneficial in the premenstrual syndrome. BMJ Evidence-Based Medicine 1999;4:182.

Shobeiri F, Araste FE, Ebrahimi R, Jenabi E, Nazari M. Effect of calcium on premenstrual syndrome: A double-blind randomized clinical trial. Obstet Gynecol Sci. 2017 Jan;60(1):100-105. doi: 10.5468/ogs.2017.60.1.100. Epub 2017 Jan 15. PMID: 28217679; PMCID: PMC5313351.

Steinberg S, Annable L, Young SN, Liyanage N. A placebo-controlled clinical trial of L-tryptophan in premenstrual dysphoria. Biol Psychiatry. 1999 Feb 1;45(3):313-20. doi: 10.1016/s0006-3223(98)00005-5. PMID: 10023508.

 

Titelbild: wayhomestudioo / elements.envato.com

 

 

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