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Ist die ketogene Diät bei Krebs noch umstritten?

Ketogene Diät bei Krebs

Ist die ketogene Diät bei Krebs noch immer umstritten?  Für dich erklärt: Analyse des neuen Reviews von Dr. Rainer J. Klement (2025)

Warum wird die ketogene Diät in der Onkologie noch immer misstrauisch beäugt – obwohl Patienten sie längst ausprobieren und erste Studien positive Signale senden? In vielen Praxen läuft die Szene noch immer gleich ab: Spricht ein Krebspatient von „Low Carb“ oder „ketogen“, folgt ein skeptischer Blick, oft begleitet von Warnungen vor Risiken, Mangelernährung oder fehlender Evidenz. Doch wie berechtigt sind diese Einwände im Jahr 2025 wirklich?

Ketogene Diät bei Krebs

Ketogene Diät bei Krebs

Ein neues Review von Dr. Rainer J. Klement, erschienen im Juni 2025, geht genau dieser Frage nach – und kommt zu einem klaren Ergebnis: Die Kontroverse um die ketogene Diät ist größtenteils überholt. Moderne Studien zeigen: Die Ernährung ist sicher, umsetzbar und biologisch plausibel – und sie könnte in Zukunft eine wichtige Begleittherapie in der Krebsbehandlung werden.

Dieser Beitrag erklärt dir kompakt und verständlich, was die aktuelle Evidenz wirklich sagt, welche Mythen bereits widerlegt sind und was Patienten praktisch aus den neuen Erkenntnissen ableiten können.

Warum Onkologen die ketogene Diät bei Krebs ablehnen – und warum das überholt ist

Stell dir vor: Du sitzt beim Onkologen, sprichst von Low-Carb-High-Fat (LCHF) oder ketogener Diät (KD) – und bekommst sofort ein Kopfschütteln.
„Zu wenig Beweise. Zu riskant. Kann Mangelernährung auslösen.“  
Genau diese Bedenken hat Dr. Rainer J. Klement, Physiker und Ernährungswissenschaftler, in seinem neuen Review „Is the ketogenic diet still controversial in cancer treatment?“ (Expert Review of Anticancer Therapy, Juni 2025) unter die Lupe genommen.
Fazit vorab: Die Kontroverse ist künstlich aufgebauscht. Neue Studien widerlegen die drei größten Mythen – und zeigen: KD ist sicher, machbar und vielversprechend als Begleittherapie.

Mythos 1: „Ketogene Diät hat keine Wirkung gegen Krebs“

Was sagen die Skeptiker?
87 % der befragten kanadischen Onkologen (2020) lehnen KD ab – 69 % wegen „unbekannter Outcomes“. Die Deutsche Krebsgesellschaft warnt: „Keine hochwertigen Studien“.

Was zeigt die neue Evidenz (2020–2025)?  

Klement durchforstete PubMed bis April 2025 → 415 Treffer, davon 8 klinische Studien mit Krebspatienten.
Studie Tumor Ergebnis
6 von 8 Glioblastom, Brustkrebs, etc. Verbessertes Überleben / Progressionsfreiheit
0 von 8 Tumorförderung
Beispiel: Eine RCT mit Glioblastom-Patienten zeigte Synergie mit Strahlentherapie – längeres progressionsfreies Überleben bei KD + Standardtherapie.
Präklinisch: Über 100 Studien belegen Mechanismen:
– Hemmung des Warburg-Effekts (Tumorzellen „hungern“ ohne Glukose)
– β-Hydroxybutyrat als HDAC-Inhibitor → epigenetische Umprogrammierung
– Deuterium-Reduktion durch fettreiche Ernährung → weniger mitochondriale Störungen
Fazit: 
Keine Studie zeigt Tumorförderung. Die Wirkung ist real, wenn auch noch nicht in großen RCTs bewiesen.

Mythos 2: „Ketogene Diät bei Krebs ist zu streng – Patienten leiden psychisch“

Woher kommt die Angst? 
„Kein Brot, keine Nudeln, kein Obst – das macht depressiv!“
Was sagen Patienten wirklich?  
Umfrage unter 94 Krebspatienten:
– 67 %: „Adhärenz einfach“
– 11 %: „Sehr einfach“
– 63 %: „Fühlen sich stärker“
Systematische Reviews (8 Studien):
– Kein negativer Einfluss** auf Distress, Angst oder soziale Lebensqualität
– Positive Effekte bei Depressionen und Anorexie nervosa
Tipp für die Praxis: 
– MCT-Öl oder exogene Ketone → leichtere Ketose
– Paläo-Keto mit viel Gemüse → mehr Abwechslung
Fazit: 
Die „psychische Belastung“ ist subjektiv und oft überschätzt. Viele Patienten gewinnen Kontrolle und Energie.

Mythos 3: „Ketogene Diät bei Krebs führt zu Gewichtsverlust = schlechtere Prognose“

Das Missverständnis  
„Krebskranke dürfen nicht abnehmen – das ist Mangelernährung!“
Was passiert wirklich?  
– Erste 1–2 kg: Wasserverlust → rückläufig
– Danach: Fettabbau, Muskelmasse bleibt erhalten (besonders mit Krafttraining)
– KETOCOMP-Studie: Bei kachektischen Patienten stoppt KD den Massenverlust
Langzeitdaten:  
– Längere KD-Dauer → bessere Prognose (Egashira et al.)
– IGF-1 ↓, Triglyzeride ↓ → metabolische Vorteile
Fazit:
 Gewichtsverlust bei KD = meist gesunder Fettabbau. Keine Studie zeigt Mangelernährung oder schlechtere Outcomes.  

Ketogene Diät bei Krebs: Was bedeutet das für dich?

Vorteile Herausforderungen
Synergie mit Chemo/Strahlentherapie Noch wenige große RCTs
Sicher bei richtiger Umsetzung Braucht ärztliche Begleitung
Verbesserte Lebensqualität (bei vielen) Nicht für jeden geeignet (Cave Typ-1-Diabetes)
Praktische Empfehlungen: 
1. Nur mit Onkologen absprechen
2. Blutwerte kontrollieren (Elektrolyte, Leber, Nieren)
3. Ernährungsberater mit Keto-Erfahrung einbeziehen
4. Ketose messen (Blut: 0,5–3,0 mmol/L β-Hydroxybutyrat)
Fazit:
Die ketogene Diät ist keine Wunderwaffe, aber auch kein Risiko.  
Dr. Klement schließt:
„Die Behauptung, KD sei unwirksam, schädlich oder nicht machbar, ist nicht mehr haltbar. Die Evidenz ist schwach, aber konsistent positiv. Sicherheit ist unkontrovers.“
Für motivierte Patienten ist die ketogene Diät eine sinnvolle Option – besonders bei Glioblastomen, Brust- oder Prostatakrebs.

Quellen & weiterlesen  zum Thema ketogene Diät bei Krebs

Klement RJ. Is the ketogenic diet still controversial in cancer treatment?* Expert Rev Anticancer Ther. 2025 Jun 10. [DOI: 10.1080/14737140.2025.2372367] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40530973/
Website:  Hier geht es zur Website von Rainer J Klement: https://rainerklement.com/
Teile diesen Beitrag, wenn du jemanden kennst, der von den Mythen um Keto und Krebs befreit werden sollte!   
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Sprich immer mit deinem Onkologen, bevor du deine Ernährung änderst.

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5 COMMENTS
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    Gnubbel 25. November 2025

    Als naturwissenschaftlich interessierter Mensch kann ich immer wieder nur mit dem Kopf schütteln, wie in manchen Elfenbeintürmen das Thema Wissenschaft gehandhabt wird. Der legendäre Dr. Strunz hatte es schon vor längerer Zeit auf den Punkt gebracht: Wozu muss etwas immer wieder bewiesen werden, was ganz offensichtlich ein Fakt ist? Ich meine, wozu muss man immer wieder teure Studien machen, um hochgebildete Menschen von etwas zu überzeugen, was man jederzeit auch in einem Lehrbuch der Physik, Chemie oder Biologie, oft auch in der Wikipedia nachlesen kann? Der menschliche Stoffwechsel ist doch bis auf das letzte Molekül erforscht, warum wird das immer wieder infrage gestellt? Warum muss das Rad immer wieder neu erfunden werden?

    Okay, wenn man sich immer wieder auf fehlende Evidenz beruft, lassen wir die doch einfach mal beiseite und orientieren wir uns an dem, was aus der Biologie bereits bekannt ist. Fangen wir mit einer ganz einfachen Frage an: Wie können Menschen in Gegenden überleben, wo kaum Pflanzen wachsen und Kohlenhydrate demzufolge eine Rarität sind? Sind die Beduinen in der Sahara, die Viehzüchter in der Mongolei oder die Eskimos in den verschneiten Landschaften der Arktis etwa alle unterernährt? Wenn ich mir die wenigen verbliebenen traditionellen Jäger und Viehzüchter in den afrikanischen Savannen anschaue, die noch nicht vom westlichen Lebensstil vereinnahmt sind, dann habe ich aber einen ganz anderen Eindruck.

    Oder ein wenig Evolution gefällig: Das Urelement des Lebens ist die Zelle. Und die hat bekanntlich ein ganz einfaches Programm: wachsen und vermehren, je mehr und je schneller, desto erfolgreicher. Erst mit dem Eindringen der Mitochondrien in die Zellen wurde es möglich, das Prinzip „Jeder gegen jeden“ aufzubrechen und aus dem wüsten Haufen egoistischer Zellen ein Gebilde zu formen, in dem viele Zellen gemeinsam einen funktionierenden Organismus mit einem hocheffizienten Energiemanagement bilden. Gehen diese Mitochondrien unter, zum Beispiel durch Alkoholmissbrauch oder chronischen Stress, dann fällt die betroffene Zelle zwangsläufig wieder in ihr Urprogramm zurück: wachsen und vermehren, und ihr Energiemanagement beschränkt sich wieder auf das Vergären von Zucker. Und da keine Mitochondrien mehr da sind, die den Organismus von dieser entarteten Zelle befreien können, übernimmt das Urprogramm das Regiment, und damit läuft die Evolution im gesamten Organismus in Riesenschritten rückwärts. Das und nichts anderes ist Krebs. Und der wächst und gedeiht ohne Rücksicht auf den Organismus, und der ernährt sich von Zucker, was wir bereits seit Otto Warburg schwarz auf weiß haben. Und was muss jetzt noch erforscht werden?

    Oder wollen wir lieber die Chemie bemühen? Gerne: Unser Stoffwechsel ist nach einer Entwicklung über eine halbe Milliarde Jahre so ausgefeilt, dass unser Organismus aus jedem Makronährstoff, den er aufnimmt, mithilfe seiner zigtausend Enzyme jeden organischen Stoff, den er benötigt, selbst herstellen kann: Proteine, aus denen der Organismus hauptsächlich besteht, Fette zum Speichern der gewonnenen Energie und ein wenig Zucker für unser Reptilienhirn und für die Blutkörperchen. Das einzige, was er dazu braucht, sind eine Reihe von essenziellen Aminosäuren, die wir mit den Nahrungsproteinen aufnehmen, und Energie, die reichlich im Fett steckt. Den Rest – ja, auch den Zucker! – besorgt unser Körper selbst. Alles bis ins letzte Molekül erforscht und in der Wikipedia in aller Ausführlichkeit nachzulesen. Und wozu brauchen wir jetzt noch Kohlenhydrate? Um unseren Krebs zu füttern?

    Aber das absolute Totschlagargument ist: Die Patienten leiden psychisch! Woran leiden die denn? Dass sie ihre geliebte Pasta nicht mehr essen dürfen? Keine Sonntagsbrötchen, kein Nutella, keinen O-Saft mehr? O mein Gott, wie habe ich in den letzten zehn Jahren gelitten! Das Geheimnis ist: Hört auf, das „Diät“ zu nennen und macht einen Lebensstil draus, dann wird sich eine ganz neue, aufregende Welt vor euch öffnen, und irgendwann werdet ihr euch fragen, wie ihr diese Weizenpampe so lange ausgehalten habt.

    Nein, es liegt nicht an fehlender Evidenz, wenn um die ketogene Ernährung bei Krebs immer noch solche Grabenkriege toben. Es liegt an Ignoranz – und diese Erkenntnis ist nicht auf meinem Mist gewachsen: https://www.strunz.com/news/nobelpreis-interessiert-uns-nicht.html. Für mich ist es jedenfalls erschreckend, wenn Ärzte, denen ich mein Leben anvertraue, sich weigern, längst erforschtes Wissen einzusetzen, um mir aus der Sch*** zu helfen, und wenn diese Ärzte darauf warten, dass man ihnen die aus teuren Studien gewonnenen praktischen Beweise um die Ohren haut, und sich dann immer noch mit fehlender Evidenz herausreden. Diese Leute sollte man mal fragen, ob sie sich vorstellen können, wie viele Menschenleben sie mit ihrer Ignoranz schon auf dem Gewissen haben. Aber auch dafür fehlt sicherlich noch die Evidenz.

    Sorry, wenn das jetzt ein bisschen hart formuliert war, aber ich finde, wo es um Menschenleben geht, da hört der Spaß auf. In meine, wenn ich zum Arzt gehe, weil ich ein Problem habe, mit dem ich allein nicht fertig werde, dann will ich kein Gezanke hören über Studien, die herausgefunden haben, dass Ketose gut ist, und andere Studien, die herausgefunden haben, dass Ketose doof ist, und dann möchte ich mir auch keine Vorschriften machen lassen, worunter ich zu leiden habe und worunter nicht, sondern dann erwarte ich, dass der alles verfügbare Wissen der Menschheit einsetzt, um mir aus der Patsche zu helfen. Wenn er das nicht kann, muss er sich einen anderen Job suchen.

    Allerdings sind wir an der Misere nicht ganz unschuldig, solange wir uns immer noch darauf beschränken, den Herren Professoren blind zu glauben, anstatt die oberste Instanz, die Natur, direkt zu fragen. Es ist alles bereits niedergeschrieben, man muss sich nur mal die Mühe machen, es zu lesen (kleiner Tipp: Glotze aus, Buch zur Hand, hab ich auch nicht anders gemacht). Wir sind alle dumm geboren, aber keiner muss es bleiben.

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      Gnubbel 25. November 2025

      P.S.: Für alle, die es immer noch nicht glauben wollen: https://www.strunz.ch/news/vom-globalen-wissenspool-abgeschnitten.html – ich kann mich jedenfalls des Eindrucks nicht erwehren, dass der Dr. Klement genauso wie der Dr. Strunz eher der einsame Rufer in der Wüste ist. Aber zum Glück verbietet uns ja (noch) niemand, unseren Lebensstil frei zu wählen.

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        Gnubbel 25. November 2025

        Sorry für die kleine Verwirrung mit „strunz.ch“ – geht natürlich auch unter strunz.com nachzulesen, so wie dieses hier: https://www.strunz.com/news/schlusslicht-deutschland.html

        Ich bin übrigens noch auf der Suche nach jemandem, der mir glaubhaft versichern kann, dass sich in den inzwischen vergangenen 16 Jahren hier etwas zum Guten gewendet hat.

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      Gnubbel 28. November 2025

      Okay, dass der Stoffwechsel bis ins letzte Molekül erforscht sein soll, war wohl etwas übertrieben; bei zehntausenden Enzymen, von denen man nahezu täglich neue entdeckt, wäre das auch gar nicht möglich. Es ist nur, gelinde gesagt, betrüblich, wenn hochbezahlte Wissenschaftler sich an Einzelheiten abarbeiten, die bestenfalls marginale Auswirkungen haben, aber an elementaren Widersprüchen zu bekannten Naturgesetzen und mitunter sogar zu anderen Studien scheitern, ohne dazu in irgendeiner Weise Stellung zu nehmen. Was nützen uns Studienergebnisse im Graubereich der Signifikanz, wenn niemand die Elefanten im Raum sieht?

      Das eigentlich Schlimme ist nicht, dass Studien wie die von Dr. Klement, die ja eigentlich nur beweisen, was doch schon längst bekannt sein sollte, gemacht werden, sondern dass sie überhaupt nötig sind. Und das Schlimmste daran ist, dass sich trotzdem nichts ändert, dass immer noch unbeirrt an den alten Zöpfen weitergeflochten wird, als hätte es diese Studien nie gegeben.

      Und so wird man wohl auch weiterhin aus allen Rohren das „krebserregende“ rote Fleisch verteufeln, obwohl eine sehr gute Studie bereits das Gegenteil bewiesen hat: https://www.strunz.com/news/rotes-fleisch-schuetzt-vor-krebs.html – auch hier wieder fragwürdig, dass es dafür so eine hochkomplizierte Forschung braucht, die Massai hätten das viel einfacher erklären können.

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