Home / Gesundheit  / Die Firma „Mensch“ – eine fiktive Geschichte über Probleme mit Heizungen und Mitochondrien

Die Firma „Mensch“ – eine fiktive Geschichte über Probleme mit Heizungen und Mitochondrien

Mitochondrien Stress

Die Firma „Mensch“ – eine fiktive Geschichte über Probleme mit Heizungen und Mitochondrien

Stress, der unsere Mitochondrien belastet, entsteht oft schleichend und bleibt lange unbemerkt. Und was hat eine überlastete Heizung mit unserer Gesundheit zu tun?

Unser Alltag ist oft geprägt von Dauerstress, Zeitdruck und unterschwelliger Anspannung. Viele spüren die Folgen – Müdigkeit, Erschöpfung, Gewichtszunahme oder steigende Blutzuckerwerte. Doch was dabei im Inneren unseres Körpers passiert, bleibt für viele unsichtbar.

Unser Gastautor Gnubbel greift genau dieses Thema auf – wie gewohnt bildhaft, verständlich und mit einem Augenzwinkern. In seiner Geschichte über die „Firma Mensch“ zeigt er, warum unsere Energieproduktion ins Stocken geraten kann – und weshalb es sich lohnt, genauer hinzuschauen.

Hinweis der Redaktion:
An einzelnen Stellen haben wir ergänzende Hinweise und weiterführende Links eingefügt. Diese sind entsprechend gekennzeichnet und sollen dir helfen, das Thema für dich praktisch einzuordnen und bei Bedarf den nächsten Schritt zu gehen.

 

Ein zweiter Besuch in der Firma „Mensch“

Vor einiger Zeit hatte ich einen alten Schulfreund wiedergetroffen, der inzwischen eine Firma gegründet hatte und mit dieser so schwer beschäftigt war, dass er sich einen Pizzadienst abonniert hatte, um seine Verpflegung abzusichern. Neulich wollte ich wieder einmal bei ihm vorbeischauen, ob er denn immer noch so im Stress ist und wie es ihm mit seinem Pizzadienst jetzt ergeht. Aber wie das Leben so spielt, hatte er diesmal ein ganz anderes Problem.

Der Chef hat ein Problem mit der Heizung

Mitochondrien Stress

Worin dieses bestand, ahnte ich schon, als ich sein Büro betrat, denn dort war es empfindlich kühl. Auf meine Frage, ob er denn nicht die Heizung ein Stück weiter aufdrehen kann, bekam ich ein säuerliches Grinsen zur Antwort. „Gerade das ist ja mein Problem“, klagte er, „das Ventil ist voll aufgedreht, aber die Zentralheizung schwächelt, und in der ganzen Firma klappern wir um die Wette. Dabei müsste es bei dem exorbitanten Ölverbrauch hier eigentlich zugehen wie in einer Sauna.“

„Hast du schon einen Fachmann damit beauftragt?“, wollte ich wissen. „Selbstverständlich! Und er meinte, weil ich die Heizung schon seit was weiß ich wie viel Jahren jede Saison mit Volllast laufen lasse, damit meine Mitarbeiter es schön warm haben, auch wenn sie ständig die Fenster aufreißen, und weil sich die Firma immer mehr vergrößert hat, aber die Heizung nicht mitgewachsen ist, war die Anlage permanent überlastet, und nun lahmt sie immer mehr. Naja, und mit der Wartung hatte ich es auch nicht so genau genommen, und jetzt habe ich den Salat. Um was man sich als Chef so alles kümmern muss, als ob ich nicht schon genug an der Backe hätte.“

In diesem Augenblick meldete sich die Sprechanlage: Der Heizungstechniker war da. Für mich der passende Moment, um meinen Schulfreund auf ein andermal zu vertrösten und mich davonzustehlen.

Was das Problem der Heizung mit unseren Mitochondrien zu tun hat …

Zu Hause angekommen, ließ ich mir das kurze Intermezzo noch einmal durch den Kopf gehen. Und wieder fand ich erstaunliche Parallelen zu unserem menschlichen Organismus: Auch unser Gehirn hat ein eigenes Kraftwerk, das es mit der Energie versorgt, die es braucht, um die ganze „Firma Mensch“ funktionstüchtig zu erhalten – so viel Energie, dass es in jeder einzelnen Nervenzelle bis zu 100.000 dieser kleinen Energiespender, auch als Mitochondrien bekannt, beherbergt. Diese wiederum werden mit dem „Brennstoff“ Glukose versorgt, aus dem sie so viel Energie herausziehen und den Nervenzellen zur Verfügung stellen, dass es für den Normalbetrieb locker reicht. Aber auch, wenn das Gehirn einmal mehr Energie braucht, weil es einen akuten Stress zu bewältigen hat, ist das kein Problem: Dann füttert es die Mitochondrien einfach mit etwas mehr Glukose, damit sie entsprechend mehr Energie produzieren. Sie können sich ja, wenn die Stresssituation vorbei ist, wieder erholen, und wir können derweil das Defizit im Körper mit etwas „Nervennahrung“ wieder auffüllen.

Doch was, wenn die Stresssituation nicht vorübergeht, wenn wir nicht mehr aus dem Hamsterrad herausfinden? Wenn wir unsere Probleme vor uns her wälzen, als wollten wir daraus einen Schneemann bauen? Wenn uns die Windmühlen im Kopf nachts nicht mehr schlafen lassen? Dann müssen die kleinen Kraftwerke genau wie die unterdimensionierte Heizung meines Schulfreundes ständig unter Volllast arbeiten, und da sie dafür nicht ausgelegt sind, verschleißen deren Membranen, wo die Energie erzeugt wird, immer mehr und können deshalb immer weniger Energie produzieren.

Nun kann unser Gehirn auf einen Energiemangel reagieren, indem es das Stresshormon Cortisol aktiviert, das seinerseits mehr Glukose ins Blut pumpt. In dieser Phase können die noch funktionstüchtigen Mitochondrien in die Bresche springen und den Energiemangel ausgleichen. Aber dass die dann umso schneller verschleißen, musste schon so mancher Chef erfahren, der glaubte, dass seine restlichen noch gesunden Mitarbeiter die Arbeit der erkrankten mal eben miterledigen können. So sammeln sich mit fortschreitendem Verschleiß der Mitochondrien immer größere Mengen an Glukose im Blut an, die nicht mehr zu Energie verarbeitet werden können. Und der Doktor piekst uns in den Finger und schaut uns besorgt über seine Brillenränder an, weil der Zuckerwert schon wieder viel zu hoch ist.

Jetzt könnte man sagen, kein Problem, bringen wir den Patienten mitsamt seinem dauergestressten Gehirn und dessen lahmenden Mitochondrien in die geschützte Umgebung einer Klinik, wo sie sich alle wieder erholen können. Wenn der Diabetes noch nicht zu weit fortgeschritten ist, besteht tatsächlich noch eine Chance, dass sich die Mitochondrien regenerieren und der Diabetes wieder verschwindet. Wenn aber die Mitochondrien inzwischen so beschädigt sind, dass deren Energieerzeugung nicht einmal mehr für den Minimalbetrieb ausreicht, dann ist das Gehirn auch dort noch gestresst, und dann lässt sich der Teufelskreis nicht mehr durchbrechen. Dies sollte doch eine Überlegung wert sein, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.[1]

ERGÄNZUNG DER REDAKTION: Wenn du dich hier wiedererkennst und verstehen möchtest, ob Stress bei dir bereits eine Rolle spielt, kannst du hier einen kurzen Selbstcheck machen → STRESSHUNGER-CHECK

… und wie wir unsere Mitochondrien davor schützen können

Gestern war ich noch einmal bei meinem Schulfreund, und da fiel mir gleich an der Tür die wohlige Wärme in seinem Büro auf. „Ja“, berichtete er mir freudestrahlend, „ich habe mal richtig Geld in die Hand genommen und mir eine größere Heizung einbauen lassen. Und dann habe ich noch in jedem Büro einen Thermostat installieren lassen, der die Temperatur auf 20 Grad begrenzt, und meinen Mitarbeitern gezeigt, wie Stoßlüften Und nun schnurrt die Heizung fröhlich vor sich hin und braucht nicht mehr am Limit zu schuften.“

Ich finde auch, dass das eine gute Idee war. Leider kann man seine Mitochondrien nicht einfach auswechseln, deshalb habe ich einen Weg gefunden, sie ein wenig zu trainieren, dass sie dem alltäglichen Stress nicht mehr ganz so ungeschützt ausgesetzt sind. Dadurch und dank ein paar kleiner Helferlein wie Q10 und diverser durchdacht eingesetzter Antioxidantien bin ich jetzt deutlich resilienter gegen dieses Übel geworden. Und was den Thermostat angeht, den ich mir nicht eben mal ins Gehirn einbauen lassen kann, so passe ich stattdessen selbst auf, dass mir der Stress nicht über den Kopf wächst.

Und während mich der Doktor noch vor einiger Zeit sorgenvoll über seine Brillenränder fixiert hatte, ernte ich heute ein anerkennendes Lächeln aus seinem Gesicht. Allein das war es doch schon wert, oder nicht? Ich finde, da muss man kein Fachmann für Heiztechnik sein, solange man sich in seinem eigenen Körper ein wenig auskennt.

Fazit: Die „Firma Mensch“ braucht deine Mitarbeit

Denn auch in unserem Körper gelten die gleichen Naturgesetze: Chronischer Stress zwingt die Mitochondrien in unseren Nervenzellen, mehr Energie zu produzieren, um den erhöhten Energiebedarf des Gehirns zu decken. Dabei fallen als Nebenprodukt vermehrt freie Radikale an, die auf die Dauer die Membranen der Mitochondrien beschädigen und damit die Energieerzeugung beeinträchtigen. Die Folge ist ein zunehmendes Energiedefizit im Gehirn, das nur noch mit der Bereitstellung von immer größeren Mengen an Glukose ausgeglichen werden kann. So entsteht ein Teufelskreis, der mit der Zeit immer schwerer zu durchbrechen ist und geradewegs in den Diabetes führt.

Deshalb muss die Ursache, der chronische Stress, frühzeitig angegangen werden, solange sich die verhängnisvolle Entwicklung noch umkehren lässt. Dies kann man aber nicht durch fragwürdige Abnehmversuche erreichen, die nur ein Warnsignal, dass hier etwas schiefläuft, unterdrücken und den Energiemangel dabei noch verstärken, noch durch irgendwelche Entspannungsübungen, die nur Pflästerchen auf die klaffende Wunde kleben, sondern indem man einerseits seine Stressoren findet und beseitigt (oder falls das nicht möglich ist, seinen Akzeptanzbereich vergrößert vergrößert und dadurch Sicherheit schafft), des Weiteren durch eine fettbasierte Ernährung in ausreichender Menge eine solide Energieversorgung des Gehirns mithilfe von Ketonkörpern gewährleistet und last but not least durch zielgerichtetes Training und geeignete Nahrungsergänzungmittel den Zellschutz gegen die freien Radikale verstärkt und damit Stressresilienz aufbaut – wobei die Kombination aller drei Maßnahmen die besten Erfolge verspricht.

 

EMPFEHLUNG DER REDAKTION: Wenn du einen strukturierten Einstieg suchst, um Stress, Ernährung und Energie wieder in Balance zu bringen, findest du hier einen möglichen ersten Schritt → INFO UND ANMELDUNG GANZHEITLICHER ERNÄHRUNGS-RESET

 

Über den Autor

Gnubbel ist Gastautor bei LCHF Deutschland. In seinen Beiträgen verbindet er komplexe gesundheitliche Zusammenhänge mit alltagsnahen Bildern und verständlichen Erklärungen.

Sein Fokus liegt darauf, Hintergründe sichtbar zu machen und Denkanstöße zu geben, die man nicht so schnell wieder vergisst.

 

 

Die LCHF Deutschland Akademie – mit Herz und Verstand

Seit 2015 bildet die  LCHF Deutschland Akademie aus und durfte viele Menschen auf ihrem Weg zum Coach begleiten.

 

Für wen ist die Ausbildung zum Gesundheits- und Ernährungscoach geeignet?

 

Begeisterte AbsolventInnen zwischen 18 und 70 Jahren, SchülerInnen, Mütter, JuristInnen, PädagogInnen, PhysiotherapeutInnen, FitnesstrainerInnen, HeilpraktikerInnen, GesundheitspflegerInnen, KonditormeisterInnen, Kaufleute aus den verschiedensten Bereichen…

Also für Menschen jeglichen Alters mit und gänzlich ohne Vorkenntnisse.

Was sie alle vereint ist das Interesse an ganzheitlicher Gesundheit. Das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele. Der Wunsch, fachlich fundierte Kenntnisse im Gesundheits- und Ernährungsbereich erlangen zu wollen, basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Ergebnissen und Erfahrungen.

Für ihre eigene Gesundheit, die ihrer Familie, oder um anderen Menschen zu einem gesünderen Leben zu verhelfen.

All diese Menschen unterschiedlichen Alters und aus den verschiedensten Bereichen zeigen, es ist nie zu spät dazuzulernen und neu anzufangen!

 

Wann dürfen wir dich in der LCHF Deutschland Akademie begrüßen?

Neuigkeiten

 

Du möchtest das Neueste aus dem Bereich Gesundheit und Ernährung erfahren? Prima, dann abonniere unseren Newsletter.

 

Dein LCHF Deutschland Team

www.LCHF-Deutschland.de und LCHF Deutschland AkademieFacebook,  Instagram und YouTube

Facebook-Gruppe

 

 

[1] Genauer gesagt, verläuft die Erkrankung in vier Phasen: Am Anfang bekommt das Gehirn durch die zusätzliche Glukose noch genügend Energie, und die überschüssige Glukose kann mittels Insulin in die Muskel- und Fettzellen umgeleitet werden. Da es sich aber um wesentlich höhere Glukosemengen handelt, wird natürlich auch mehr Insulin dafür benötigt. So ein erhöhter Insulinwert, auch als Hyperinsulinämie bezeichnet, wird, obwohl er weit verbreitet ist, nur selten entdeckt, weil der Glukosewert noch im Normalbereich liegt. Mit fortschreitendem Verschleiß der Mitochondrien steigt aber auch der Gehalt an Glukose im Blut an, und dann haben wir gleichzeitig einen erhöhten Glukosewert und einen erhöhten Insulinwert, was in der Diabetologie als „Insulinresistenz“ bezeichnet wird und woraus sich mit einem weiteren Anstieg der Glukose der Diabetes Typ 2 entwickelt. Und irgendwann ist der Moment erreicht, an dem die produzierte Energiemenge für das Gehirn trotz massivem Glukoseeintrag nicht mehr ausreicht und das Gehirn daraufhin als Stressreaktion die Insulinausschüttung blockiert, um an noch mehr Glukose zu kommen. Damit ist der Diabetes in ein Stadium eingetreten, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt.

Und dann hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera: Senkt man den Glukosewert mittels Insulin auf ein vertretbares Maß ab, wird die vom Gehirn dringend benötigte Glukose in die Fettzellen umgeleitet, was nicht nur das Körpergewicht weiter ansteigen lässt, sondern auch das Gehirn einem gravierenden Energiemangel aussetzt, der zu stressbedingter Erosion der Blutgefäße und sogar zum Absterben der Nervenzellen (Demenz) führen kann. Unterlässt man die Behandlung, verbindet sich die Glukose mit dem Hämoglobin und lässt die Blutkörperchen verklumpen, wodurch die feinen Kapillargefäße besonders in Augen, Nieren und Extremitäten verstopfen, was mit der Zeit zu Erblindung, Nierenversagen und Verlust der Gliedmaßen führt. Hinzu kommt noch, dass durch die Übermengen an Glukose und an dem Anabolikum Insulin das durch die geschädigten Mitochondrien ohnehin schon erhöhte Krebsrisiko nochmals stark ansteigt.

Leider hält sich immer noch verbreitet der Glaube, dass Hyperinsulinämie und Diabetes primär durch Übergewicht verursacht werden. Wenn man allerdings einmal das Gehirn als zentrales Steuerorgan für nahezu alle Stoffwechselvorgänge in die Gleichung einbezieht, dann erweist sich ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und Diabetes nur insofern, dass beides unabhängig voneinander aus derselben Ursache, nämlich dem chronischen Stress entsteht, der die Mitochondrien in den Nervenzellen schädigt, den Glukosebedarf massiv erhöht und die überschüssige Glukose in den Fettzellen deponiert. Es macht also keinen Sinn, das Symptom Übergewicht zu bekämpfen, solange die Ursache, der chronische Stress, nicht angegangen wird

 

heike.schulz@lchf-deutschland.de

Ganzheitlicher Gesundheits- und Ernährungscoach Low Carb – LCHF – Keto - Lifestyle, Physiotherapeutin, Fachlehrerin für Kindergesundheit

Review overview
Keine Kommentare

Sorry, the comment form is closed at this time.