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Retro-LCHF – Zurück zum Ursprung

Retro-LCHF

Unsere Kollegin Melanie Ryan hat einen sehr interessanten Artikel zum Thema Retro-LCHF für unsere Leser geschrieben. Herzlichen Dank dafür.

Retro-LCHF

Meine Mutter lebt seit fast einem Jahr im Altenheim. Im Oktober habe ich mit meinen Schwestern eine Woche damit zugebracht, in ihrer Wohnung Klarschiff zu machen. Während meine jüngere Schwester abends nach Hause fuhr, verbrachten meine ältere Schwester und ich die Abende im Haus meiner Mutter. Nun gibt es dort weder einen Fernseher – den hat sie mitgenommen – noch WLAN. Wir vertrieben uns die Zeit mit Quatschen und dem Durchgucken der Fotos aus unserer Kindheit, und als wir damit fertig waren, blätterten wir in Mamas Kochbüchern aus den 50er bis 80er Jahren.

 

Das erste, was uns auffiel war, wie sehr sich doch die Food-Fotografie geändert hat – zum Besseren. Generell verkaufen sich bebilderte Kochbücher wesentlich besser als solche ohne Abbildungen, aber ich glaube die Kochbücher der 80er-Jahre hätten von weniger Fotos profitiert. Viele der Fotos dienten eher der Abschreckung. Vor allem die Farben!

 

Es gab Rezepte für Königsberger Klopse, Kohlrouladen, Eintopf und Gulasch. Die Partyauswahl war erlesen, mit Falschem Hasen, Schichtsalat, Käseigel, Schinkenröllchen, Mettigel und Kalter Hundeschnauze. In den 80er und 90er Jahren war ich ständig auf der Suche nach interessanten Rezepten und die fand ich eher in Zeitschriften als in Mamas Kochbüchern. Das Essen zu Hause war mir zu langweilig und hausbacken. Hausmannskost? Fade! Ich wollte italienisch, indisch, chinesisch, mexikanisch kochen. Ich brauchte mehr Farbe, mehr Gewürze und mehr exotische Zutaten.

 

Verschieden Kräuter und Gewürze für die perfekte Retro-LCHF Küche.

In den alten Kochbüchern ist keine Rede von Quinoa und Avocados. Ananas – für Toast Hawaii – kam aus der Dose. Heute geht der Trend – im Zeichen von Klima- und Umweltschutz – ja wieder zurück nach lokalen Produkten. Bei uns zu Hause war früher schon Brokkoli exotisch, stattdessen war Blumenkohl angesagt. Wer wieder mehr lokal kochen möchte, findet in alten Kochbüchern auf jeden Fall Anregungen. Ich bekomme jede Woche eine Gemüsebox, und je länger zum Beispiel der Winter anhält, desto spärlicher fällt die Auswahl an Gemüse aus. Irgendwann ist der Inhalt jede Woche gleich: Kohl, Lauch, Wurzelgemüse. Da suche ich häufig nach neuen (oder auch alten) Ideen.

 

Erfrischend ist aus heutiger Sicht der liberale Umgang mit Fett: Sahne, Butter, Schmalz, Mayonnaise … immer rein damit. Ernährungspyramiden, bei denen Fett ins kleinste Dreieck auf der Spitze verbannt wurde, wurden erst Anfang der 80er Jahre eingeführt, und es dauerte noch ein wenig, ehe sich die neuen Regeln für ‚gesundes Essen‘ in Kochbüchern niederschlugen. Zu meiner Zeit gab’s bei Kindergeburtstagen noch Kalten Hund – Herzinfarkt auf einem Teller! Der Kuchen wurde mit einem halben Pfund Palmin hergestellt! Zwanzig Jahre später war Kalter Hund vom Party-Speisezettel verschwunden, so viel Fett war unvorstellbar und wahrscheinlich Kindesmisshandlung.

 

Kohlenhydrate gab es natürlich auch reichlich in Form von Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis. In unserem Haushalt lebte eine Diabetikerin. Die hatte „Zucker“, und deshalb verzichtete sie auf Zucker und berechnete ihren Kohlenhydratkonsum in Broteineinheiten (BE). Von Fett einsparen war keine Rede.

 

Diese alten Kochbücher haben mir – trotz der Illustrationen – noch einmal richtig Lust auf altmodische Küche gemacht. Gern würde ich auch mal Rezepte ausprobieren, die noch von vor meiner Zeit sind. Ich wüsste einfach gern, wie die Dinge schmeckten. Da bin ich natürlich nicht die Erste. 2017 fand der Journalist Tin Fischer ein altes Kochbuch seiner Großmutter, was ihn inspirierte, sich nach und nach durch die Jahrzehnte zu kochen. Über seine Erlebnisse hat er hier [https://www.tagesspiegel.de/themen/genuss/jahrhundert-diaet-schmeckt-die-vorindustrielle-kueche-wirklich-so-gut/19887616.html] geschrieben. Sogar Kuheuter hat er probiert! Ich wünschte, er hätte ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben.

 

Auch in England gibt es eine Gruppe Frauen, die am Nachkochen alter Rezepte Freude hat und darüber bloggt: https://vintagecookbooktrials.wordpress.com/about/. Ein Kochbuch gilt für sie als „Vintage“, sobald es älter als 25 Jahre ist. Sie finden ihre Kochbücher auf Flohmärkten und in Charity Shops, wo sie für nur ein paar Pennies zu haben sind. Dank einer historischen Rezeptsammlung schafften sie es sogar, mittelalterliche Rezepte nachzukochen. Dabei hilft es, wenn man in London lebt, wo es nahezu alles zu kaufen gibt, wenn man weiß, wo man suchen soll.

 

Ganz bestimmt kann man mit altmodischer Küche auch Geld sparen, denn Lebensmittel waren wesentlich teurer als heute. In den 50er Jahren gingen 50 Prozent des Haushaltsbudgets für Lebensmittel weg. Heute sind es im Schnitt 11 Prozent (aber dafür sind die Wohnungskosten erheblich höher). Man verwendete preiswertere Fleischstücke, die auch fettreicher waren, und es wurde mehr selbstgemacht, was man heute kaufen kann, wie zum Beispiel Fleischbrühe.

 

Ich wette, es gab früher mehr gängige Low-Carb-Rezepte als heute. Klar, es gehörte meistens eine „Stärkebeilage“, aber die kann man ja einfach weglassen. Bei uns zu Hause gab’s meisten: Fleisch – Stärkebeilage – Gemüse. Zwei Gemüsebeilagen sind doch auch lecker, und dann sind da ja zur Not auch noch Blumenkohlreis und Zucchinispaghetti. Sicherlich lassen sich viele der alten Rezepte mit ein paar Änderungen auf LCHF umbauen: Retro-LCHF. Ich glaube, das könnte mein neues Hobby werden – die Flohmärkte und Antiquariate nach alten Kochbüchern abgrasen und loslegen. Kuheuter werde ich aber auslassen.

 

Melanie Ryan

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