Home / Gesundheit  / Erfolgsgeschichte  / Endlich frei von Fehmye Kerkhof

Endlich frei von Fehmye Kerkhof

Der Artikel „Endlich frei“ von Fehmye Kerkhof ist zuerst im Low Carb – LCHF Magazin 2 / 2018 erschienen.

 

ENDLICH FREI!

 

Endlich bin ich frei!

 

Frei von Fressattacken, befreit von meiner Esssucht, frei davon, immer und für alle anderen funktionieren zu müssen. Befreit vom vorgegebenen Bild der Gesellschaft, wie eine Frau auszusehen hat und wie viel sie wiegen darf!

 

Fehmye Kerkhof

Fehmye Kerkhof – Endlich frei

Mein Name ist Fehmye.

 

Ich war schon als Kind dick, blieb eine dicke Jugendliche, wurde eine dicke Schwangere und Ehefrau, Tochter, Mutter, Angestellte, Selbstständige. Aber jetzt bin ich „nur noch ICH“- so wie ich bin!

 

Ja, das bin ich, die 100% Frau, aber warum bin ich eigentlich dick?

 

Nun, es gibt einige „Warums“: Hormone, Mitleid mit anderen, Verantwortungsbewusstsein, Einsamkeit – und eben die Perfektionistin.

 

Aber fangen wir von vorne an: Durch die feurig-türkischen Genen meines Vaters verlief bei mir alles etwas extremer. Die erste Menstruation hatte ich mit 8 Jahren, den ersten BH bekam ich in der Grundschule und zum ersten Mal das Gesicht bzw. meine Koteletten rasiert habe ich mir mit 10. Ich war anders und anders sein macht einsam.

 

An Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl hat es mir nie gemangelt, aber dazugehört habe ich trotzdem nie. Irgendwie war ich schon immer erwachsen, habe früh im elterlichen Betrieb, einem Restaurant, mitgearbeitet und die Verantwortung für meine Eltern, meine Geschwister und das Geschäft übernommen. Ich versuchte, alles zu schaffen, um so Anerkennung zu erhalten.

 

Allen war klar, ich war ein Macher, eine große, starke Tochter, Schwester, Schülerin. Aber wie es mir mit meinen 100% ging, das hat kaum jemand wirklich begriffen.

 

Ich fühle 150%, meine Fürsorge war immer grenzenlos und selbst heute fällt es mir schwer, das Leid anderer nicht zu nah an mich heranzulassen.

 

Was das mit dick sein zu tun hat?

 

Essen war mein Trost, meine Belohnung, mein Schutz. Es hat mich „rund“ gemacht, die Schmerzen taten nicht mehr so weh, ich bekam die 100%, die ich gab, komplett zurück.  Essen hat meine Seele gerettet, auch wenn es meinen Körper über die Jahre zu einem Kampfplatz machte.

 

Natürlich haben die vielen Diäten, die ich ausprobiert habe, meine Hormonwerte nicht gerade verbessert.

 

Meine drei Schwangerschaften und einige Rückschläge in meinem Leben, unter anderem ein wahrscheinlich durch meine Schwangerschaftsdiabetes schwer herzkrankes Kind und eine Insolvenz, haben ihren Teil dazu beigetragen. Es war ein stetes  Auf und Ab meines Körpergewichtes, bis die 180 Kilo dastanden.

Seltsam, ich wurde geliebt, habe geliebt und wurde immer so akzeptiert, wie ich war. Trotzdem schien ich mein Gewicht und das Essen zu brauchen, um meine Seele im Gleichgewicht halten zu können.

 

Ich habe mich nie über mein Gewicht definiert, das tue ich auch heute mit immer noch 120 Kilos nicht, warum auch?

 

Aber ich wurde die Kilos nicht los. Bis ich endlich begriff, dass es meine Lebenseinstellung und der Glaube war, wie ich sein sollte und was ich musste.

Ich fing an, mich zu befreien, auch mal egoistisch zu sein. Das war wie der Sonnenaufgang nach langer Dunkelheit.

 

Verstehen Sie mich nicht falsch! Es geht nicht darum, nur noch an sich selbst zu denken. Aber man muss anfangen, gut zu sich zu sein, Raum für sich und eigene Zeit zu beanspruchen.

 

Nicht darin aufzugehen, es allen recht zu machen, sondern anzufangen, sich um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Das ist gar nicht so einfach, wenn man jedes Mal ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn man „nein“ sagt.

 

Ich wollte leben, wie ich es mir immer erträumt hatte, stark, frei, erfolgreich und schön. Doch dafür musste ich meinen Hintern hochkriegen, die vermeintlich sichere Komfortzone verlassen und alles umkrempeln.

 

Ich trennte mich von einigem Ballast, seelisch als auch physisch. Ich fing mit einer radikalen Ernährungsumstellung auf Low Carb an, was in jungen Jahren schon einmal funktioniert hatte und begann mit Kraftsport – und liebte es!

 

6 Tage die Woche, 2-3 Stunden täglich stemmte ich Gewichte. Die neue Ernährungsweise  zeigte schnell Erfolge, sodass ich in zwei Jahren über 60 kg abnahm, ohne Hungern und Verzicht.

 

Jetzt spiegelte mein Äußeres endlich das wider, was in meinem Inneren schon immer präsent war – eine starke, (für mich) schöne Frau, im Einklang mit sich selbst und der Welt. Vielleicht hört sich das jetzt für manchen seltsam an, aber endlich hatten sich meine männliche und meine weibliche Seite verschmolzen (Vorsicht Klischee). Ich war stark, aggressiv, dominant und gleichzeitig auch warm, weich und mitfühlend – endlich ausgeglichen. Meinen Schutzpanzer brauchte ich nicht mehr!

 

Mit der Umstellung auf die ketogene Ernährung bekam ich dann auch endlich meinen Diabetes in den Griff und entdeckte das Biohacking als neue Leidenschaft.

Gesund und leistungsfähig zu sein, moralisch verantwortlich zu konsumieren, das Optimum aus mir herauszuholen und dabei so viel wie möglich an die Welt zurückzugeben, das ist mein Anspruch an mich.

 

Die 100% erreichen zu wollen, werde ich nie los! Lachen, weinen, tanzen, singen, lieben, leiden, wüten, kämpfen, ich habe noch so viel vor…und ich liebe es!!!

Ich werde diese Jahr 51 Jahre alt, bin immer noch eine Wuchtbrumme und möchte die Welt weiter erobern – und das ist SO genau richtig!

 

Fehmye Kerkhof

 

Dozentin und Speaker

Und wie Fehmye Kerkhof die Welt weiter erobert hat! Inzwischen ist sie Dozentin der LCHF Deutschland Akademie und bietet den Kurs „Bausteine fürs Leben: Mikronährstoffe“ an.

 

Und beim nächsten LCHF Kongress im Februar 2020 in Düsseldorf steht Fehmye Kerhhof als Speaker auf der Bühne.

 

Sie sehen, liebe Leserinnen, liebe Leser, alles ist möglich. Daher glauben Sie an sich, gehen Sie los, für das was Sie weiterbringt. Beginnen Sie noch heute mit dem ersten Schritt und sei er noch so klein. Hauptsache, Sie gehen los. Viel Erfolg!

 

Neuigkeiten

Sie möchten täglich das Neueste aus dem Bereich Gesundheit und Ernährung erfahren? Sie möchten kein Rezept versäumen? Prima, dann abonnieren Sie unseren Blog hier: https://lchf-deutschland.de/service/blog-abonnieren/

 

Sie können sich auch zu unserem Newsletter anmelden. Welche Infos Sie bekommen und wie oft er erscheint, erfahren Sie auf der Anmeldeseite!

Wir freuen uns sehr über neue Abonnenten!
https://lchf-deutschland.de/service/newsletter/

 

 

www.LCHF-Deutschland.de und LCHF Deutschland Akademie und LCHF Kongress und LCHF Magazin

 

 

Titelbild: Ketogenic low carbs diet on white by Nadianb (c) licensed via Envato

Bild im Text: Fehmye Kerkhof

Print Friendly, PDF & Email

info@lchf-deutschland.de

Review overview
4 COMMENTS
  • Avatar
    Gnubbel 26. November 2019

    Liebe Fehmye, ich danke dir für diesen wertvollen Beitrag, du hast mir sowas von aus der Seele gesprochen. Ja, es ist der Dauerstress, der uns dick macht, der uns unaufhörlich essen lässt, weil das gestresste Gehirn permanent nach Zucker schreit und uns foltert, wenn es den nicht kriegt (mal bei Achim Peters nachlesen). Und wie geht die Gesellschaft mit uns Dicken um? Haut uns noch mehr Stress drauf (Bodyshaming), damit wir noch dicker werden. Freilich, wir sind ja selbst daran schuld, nicht wahr? Sind wir auch, wenn wir uns von den Erwartungen Anderer abhängig machen, statt uns um uns selbst zu kümmern. Wenn wir uns ständig die Energie absaugen lassen, brauchen wir uns über Fressattacken nicht zu wundern.

    Ja, und es sind die Kohlenhydrate, die uns krank machen, nicht das sogenannte „Übergewicht“. Denn unser Gehirn braucht definitiv keinen Zucker, sondern läuft auch hervorragend mit den harmlosen Ketonkörpern, und die haben noch niemanden krank gemacht. Den Beweis dafür kann ich selbst liefern: Ich habe mein Leben komplett entschleunigt, lasse mir fettes Fleisch, Eier, Butter und Käse schmecken und pfeife auf das Statussymbol „Waschbrettbauch“. Und ich bin (trotz BMI 35) kerngesund und topfit, das sah vor ein paar Jahren noch ganz anders aus. Und ich liebe meinen Körper so, wie er ist, denn was der in den mehr als sechs Jahrzehnten für mich geleistet und ertragen hat, dafür kann ich ihm nur unendlich dankbar sein.

    Nebenbei bemerkt: Ist es nicht viel besser, wenn der ganze Frust einfach in den Fettzellen verschwindet, anstatt uns in Form von Cortisol die Knochen, Muskeln, Gelenke und Gefäße zu zerfressen? Sollte man sich mal überlegen, bevor man sich in die nächste Hungerkur stürzt.

    • Avatar
      Fehmye Kerkhof 26. November 2019

      Großartig das du deinen Weg gefunden hast!
      Die Welt braucht gesunde, glückliche Menschen und kein Einheitsgewicht!
      Vielen Dank für deinen Kommentar,
      Alles Liebe Fehmye

      • Avatar
        Gnubbel 27. November 2019

        Nun, ich würde mir wünschen, dass ich ein klein wenig mithelfen konnte, dass noch mehr Menschen den Weg zu einem gesunden und glücklichen Leben als „Dicke(r)“ finden. Dass sie aufhören, mit ihrem Körpergewicht zu hadern und sich mit sinnlosen Hungerkuren zu quälen. Allein die Akzeptanz seines eigenen Körpers, so habe ich selbst erfahren, steigert die Lebensqualität schon enorm und nimmt damit so viel Frust weg, dass die Pfunde von ganz allein anfangen zu purzeln. Und eine Ernährung, die uns satt macht, ohne unseren Organismus mit Insulin und Cortisol zu foltern, lässt die Stimmung nochmals steigen und weitere Pfunde purzeln.

        Schön übrigens, dass in der LCHF-Akademie auch das Thema Stress eine wichtige Rolle spielt. Nach Prof. Peters, Hirnforscher an der Uni Lübeck, kommt nämlich dem Stress eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des Hormonsystems und damit des Körpergewichts zu. Und wie du ja selbst erfahren musstest, nützen die besten Bemühungen nichts, wenn uns der Dauerstress, dem wir uns aussetzen, immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Im Kampf gegen den Körper wird das „egoistische“ Gehirn immer der Sieger bleiben – und notfalls auch die Zerstörung des Körpers in Kauf nehmen, um selbst zu überleben.

        Ja, das mit der Körperakzeptanz ist ein schwieriges Thema, da habe ich auch lange dran gearbeitet. Und das soziale Umfeld macht es einem nicht gerade leichter. Dabei gibt es dünne und dicke Menschen genauso, wie es große und kleine Menschen gibt, und da findet auch niemand was dabei. Und dass dicke Menschen ein größeres Gesundheitsrisiko haben als Raucher oder Leistungssportler, das möchte ich ganz stark bezweifeln. Im Gegenteil gibt es viele seriöse Quellen, die dicken Menschen im Ernstfall die besseren Überlebenschancen bescheinigen. Und nebenbei bemerkt, sind dicke Menschen, die in Harmonie mit ihrem Körper sind, viel sympathischer als dünne, die sich ständig mit Diäten quälen. Man muss ihnen nur mal vorurteilsfrei in die Augen schauen.

Kommentieren