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Reizdarm, aber beschwerdefrei!

Reizdarm, aber beschwerdefrei!

 

von Carola Schröder aus dem Low Carb – LCHF Magazin 1/2018 .

 

Ich bin Carola, 52 Jahre alt und seit meiner Jugend von einem Reizdarm betroffen. Die Probleme fingen im Alter von 15 Jahren mit Bauchkrämpfen an. Meine Eltern waren gerade ein Jahr zuvor mit uns drei Kindern auf’s Land gezogen. Ich hatte also einen Schulwechsel hinter mir und kaum neue Freunde. Da die Bauchkrämpfe immer nur sporadisch kamen, wurden sie mit „Belastung“, „Stress“ und „Psyche“ erklärt. Ich selbst war aufgrund dieser Aussagen erstaunt und auch ein bisschen fasziniert davon, wie mächtig der Körper sein kann! Im Laufe der folgenden Jahre änderte sich nicht viel, außer, dass ich noch weitere Beschwerden wie z.B. Hautausschläge, Ekzeme und Allergien bekam. Ich hatte immer mal Bauchschmerzen und konnte sie an nichts festmachen. Mit Anfang 20 zog es mich nach Hamburg. Dort begann für mich eine tolle Zeit! Eigentlich wollte ich studieren, stand aber auf der Warteliste und überbrückte dies mit einem Job in einem Fotofachlabor. Das war interessant, zu den Kunden zählten Berufsfotografen, große Agenturen und Paparazzi. Mit Beginn des digitalen Zeitalters Mitte der 90er wechselte ich in den digitalen Druck.

 

Das Geschäft boomte, mir machte die Arbeit Spaß und ich verdiente gutes Geld. Nur gesundheitlich lief es nicht so. Die Bauchkrämpfe waren nach wie vor da, mittlerweile täglich. Ein Blähbauch machte Schmerzen und die Toilettengänge waren schmerzhaft. Ab und zu hatte ich auch Durchfall. Meine Ernährung war zu diesem Zeitpunkt eine Katastrophe, aber das sah ich damals nicht. Immerhin erkannte ich einen Zusammenhang zwischen diesen fiesen, schmerzhaften Toilettengängen und Dingen wie Restaurantessen, Imbissbesuchen und Lieferserviceessen. Meine Schlussfolgerung war, dass dort nicht sauber gearbeitet wird…

 

Arzt- und Klinikbesuche

 

Groß und schlank war ich schon immer, doch mittlerweile hatte ich deutliches Untergewicht. Mit einer Größe von 176 cm wog ich nur noch 50 kg. Dauerhafte Übelkeit war dann der Grund dafür, dass ich nach zahlreichen Arztbesuchen in der Poliklinik des UKE (Universitätskrankenhaus Eppendorf in Hamburg) untersucht wurde: Magenspiegelung, Darmspiegelung, Darmröntgen. Das Ergebnis: meine Speiseröhre und der Dünndarm waren entzündet, der Speisebrei wanderte viel zu schnell durch den Darm. Die dortige Ärztin meinte, dass möglicherweise ein Salatblatt mal nicht richtig abgewaschen gewesen wäre. Ich solle diesbezüglich einfach gut aufpassen. Sie verordnete mir „Maaloxan“ gegen die Entzündungen und das war’s!

 

Zu diesem Zeitpunkt war ich noch davon überzeugt, dass in einem Staat wie Deutschland sicherlich alles, was in den Supermarktregalen steht, gesund ist. Erst, als ich meinen Mann kennenlernte wurde ich darauf aufmerksam, dass es gesundes und ungesundes Essen gibt. Nun gab es sonntags Dinkelvollkornbrötchen und nach meinen Spätschichten erwartete mich mit Liebe hergestelltes und selbstgekochtes Essen! Doch auch die Portion Liebe brachte keine wirkliche Verbesserung.

 

Reizdarm

Der totale Absturz

 

Einige Jahre später zogen wir als junge Familie mit zwei Kindern in meine alte Heimat zurück auf’s Land. Meine Kinder litten beide an Neurodermitis und weiteren Problemen, sodass ich gezwungen war, mich nun endlich näher mit Ernährung zu beschäftigen. Schon in der Stillzeit meines ersten Kindes verpflegte ich mich mit Unterstützung meines Mannes zuerst weizenfrei, dann glutenfrei. Eine Weile aß ich keine Kartoffeln mehr, trank keine Milch. All das half meinen Kindern leider nicht. Mir selbst ging es solala. Nach und nach fand ich heraus, mit welchen Lebensmitteln mein Bauch Probleme bekam. Diese ließ ich größtenteils weg. Im Laufe der Jahre sammelte sich eine kleine Liste an: Zwiebeln, Porree, Lauch, Mais, Paprika, Kohl, Knoblauch, Tomaten, Bohnen. All dies führte zu schmerzhaften Blähungen. Doch auch durch die Elimination dieser Nahrungsmittel ging es mir insgesamt nicht besser, im Gegenteil. Kaffee vertrug ich nun auch nicht mehr, der führte zu Kreislaufproblemen. Alkohol, selbst in kleinen Mengen, führte zu einem Riesenkater, von dem ich mich erst nach Tagen erholte. Es waren auch neue „Zipperlein“ dazugekommen, die dann 2009, im Alter von 44 Jahren, in einer Katastrophe endeten. Ich  litt neben den Reizdarmsymptomen nun auch unter extremem Energiemangel, Ganzkörperschmerzen, Schwindel, Herzrasen, massiven Schlafstörungen, nächtlichen Bein- und Fußkrämpfen und schmerzhaften Blähungen. Die meiste Zeit lag ich im Bett. Ich konnte keine 200m mehr laufen. Mit meinem Alltag war ich völlig überfordert, den neuen Teilzeitjob in einer Druckerei musste ich aufgeben.

 

Nach vielen Arztbesuchen bekam ich die Diagnose „Fibromyalgie“, eine unheilbare, schwer therapierbare Erkrankung mit vielerlei Symptomen. Die Toilettengänge waren inzwischen zur Tortur geworden. Ich hatte dabei starke Darmkrämpfe, Durchfall und fiese Kreislaufprobleme. Vor der Toilette stand nun ein Stuhl mit Lehne, auf die ich mich aufstützte. Anders war ich gar nicht mehr in der Lage, mich selbst zu halten. Einmal hatte ich währenddessen einen starken, stechenden Schmerz direkt unter meiner Schädeldecke, der kaum auszuhalten war. Am liebsten hätte ich meinen Körper verlassen. Oft kam ich schweißgebadet von der Toilette und war anschließend fix und fertig. Mein Hausarzt verordnete mir nun eine Ernährungsberatung, woraufhin ich mich glutenfrei ernährte. Dieses Mal achtete ich dabei nicht nur auf Brot und Kuchen, sondern auch auf Zusätze in Industrieprodukten. Insgesamt gab es etwas Linderung, mehr aber nicht.

 

Wechsel in die kohlenhydratarme Ernährung

 

Alles änderte sich, als ich 2011 von einem Hamburger Umweltmediziner auf die  aufmerksam gemacht wurde. Das war mein Einstieg in die kohlenhydratarme Ernährung und in eine beschwerdeärmere Zeit. Kurz danach startete ich ebenfalls eine komplementäre, medikamentöse Therapie zur Behandlung der Fibromyalgie. Ich war wieder gezwungen, mich mit Ernährung zu beschäftigen, mit der Low Carb-Ernährung. Doch dieses Mal fesselte mich das Thema. Nach und nach erkannte ich die Problematik, die dahinter steckt. Seitdem saugte ich so gut ich konnte alles auf, was damit in Zusammenhang steht. Die Reizdarmprobleme und auch andere Symptome gingen zurück. Inzwischen ernähre ich mich ketogen/strikt LCHF, weil es mir damit einfach am besten geht. Im Laufe der Jahre habe ich viele Varianten der kohlenhydratarmen Ernährung ausprobiert. Mein Körper kommt nicht gut mit Obst zurecht, ich meide es größtenteils. Nur im Sommer gönne ich mir ab und zu ein paar wenige Beeren. Auch Milchprodukte sind bis auf seltene Ausnahmen ein NoGo, mein Bauch hat einfach zu viele Probleme damit. Brot & Co. fallen völlig weg, nur in seltenen Ausnahmefällen gibt es Low Carb-Varianten. Aber auch diese führen meist zu leichten Problemen wie Blähungen, ebenfalls die meisten Zuckeralkohole. Einige Lebensmittel vertrage ich inzwischen wieder, wie z.B. Tomaten, bestimmte Kohlsorten und Paprika. Insgesamt aber bin ich immer noch empfindlich und esse sehr überschaubar. Die gemüselastige ketogene Ernährung mit sehr vielen gesunden Fetten, sowie Fleisch, Fisch, Kräutern und Eiern ist für mich einfach am besten. Damit bin ich im Bauch nahezu beschwerdefrei, habe nur hin und wieder mal Blähungen, die nicht schmerzhaft sind und auch andere, beeinträchtigende Körpersymptome sind damit verschwunden. Mache ich Ausnahmen, habe ich Schmerzen, Krämpfe und Blähungen sowie weitere Probleme (Erschöpfung, Schlafstörungen).

 

Ernährungs-Coaching

 

In den letzten Jahren habe ich mich sehr viel mit kohlenhydratarmer Ernährung beschäftigt und begleitete andere Menschen in einem Online-Selbsthilfeforum und auf einem Gesundheitsblog bei der Ernährungsumstellung. Immer habe ich mir gewünscht, mich fachlich in diesem Bereich weiterzubilden zu können. Diese Chance bot sich dann 2016, als ich von der LCHF-Akademie erfuhr. Ich absolvierte die Ausbildung zum ganzheitlichen Gesundheits- und Ernährungscoach für Low Carb, LCHF & Paleo und gründete mein kleines Coaching-Einzelunternehmen „DEIN LOW CARB“.

 

Nun begleite ich nicht nur online Menschen beim Wechsel in die Low Carb-Ernährung, sondern vor allem auch Ortsansässige in meiner Region zwischen Bremen und Hamburg in Einzel- und Gruppencoachings. Mir liegt sehr am Herzen deutlich zu machen, dass die Ernährung ein mächtiges Werkzeug ist, mit der man nicht nur Übergewicht behandeln kann. Vielerlei Beschwerden mit diversen Krankheitsbildern lassen sich mit einer individuell angepassten Low Carb-Ernährung positiv beeinflussen und mit weiteren, manchmal wichtigen Faktoren kombinieren, wie einer histaminarmen oder purinarmen Kost, Glutenunverträglichkeit/Zöliakie, Fructose- und Lactoseintoleranz, Milcheiweißunverträglichkeit und Weiterem. Auch künftig ist es mein Ziel, mir weiteres Wissen in diesem umfangreichen Gebiet anzueignen, um nicht nur mich selbst, sondern möglichst auch andere Menschen bestmöglich zu unterstützen. Vor allem die Darmgesundheit steht dabei zur Zeit an erster Stelle. Denn nur wenn dieser in der Lage ist, richtig zu arbeiten, wird unser Körper mit allen Nährstoffen versorgt die er benötigt, um gut zu funktionieren. Weitere wichtige Themen neben körpergerechter Ernährung und Darmgesundheit sind Entgiftung, eine gute Versorgung mit Vitamin D, Stressmanagement und Bewegung an Luft und Licht.

 

Bildrechte: Carola Schröder, pexels-photo

 

Rezepte und Neuigkeiten

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Unser ganz aktueller Buchtipp, passend zum Thema Reizdarm, ist aktuell das vierte Buch der Ernährungs-Docs erschienen. In diesem widmen sie sich dem Thema Darm und Verdauung und zeigen, wie die richtige Ernährung bei Reizdarm, Zöliakie, Morbus Crohn & Co. hilft.

Das Buch ist im ZS Verlag erschienen und kann über den Expert Fachmedienshop versandkostenfrei bestellt werden

Preis: 24,99 € (inkl. MwSt.)
ISBN: 978-3-89883-822-1
192 Seiten
1. Auflage 2018

Bildrechte:

Dr. Klasen: © Andread Sibler für ZS Verlag

Dr. Fleck + Dr. Riedl: © Michael Wilfling für ZS Verlag

 

 

www.LCHF-Deutschland.de und LCHF Deutschland Akademie

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britta.wingartz@dvs-hg.de

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