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Zu viele Todesfälle durch Diabetes

Die Diabetesbedingten Todesfälle in Deutschland sind höher als erwartet, berichtete am 08. November das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) in einer Pressemitteilung.

Todesfälle durch Diabetes

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DDZ veröffentlichten in ihre Studie (1) über die Anzahl an Todesfällen in Deutschland, die auf eine Diabeteserkrankung und deren Folgen zurückzuführen sind. Bis jetzt gab es in Deutschland nur Schätzungen über die diabetesbedingten Todesfälle. So lag die Schätzung für das Jahr 2010 bei 23.000 Todesfällen. Die Studie zeigte jedoch, dass es 175.000 Todesfälle waren. Erst seit 2014 können Seit 2014 können Versorgungsforscher die Routinedaten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) nutzen, die für den morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleich zwischen den Krankenkassen gesammelt werden.

„Diese Daten ermöglichen uns neue Möglichkeiten, epidemiologische und versorgungsrelevante Untersuchungen für ganz Deutschland durchzuführen“,

erklärt PD Dr. Wolfgang Rathmann, Stellvertretender Direktor des Instituts für Biometrie und Epidemiologie am Deutschen Diabetes-Zentrum und Mitglied im Research Coordination Board des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD).

 

Das erschütternde Ergebnis der Studie

Die diabetesbedingte Sterblichkeit in Deutschland ist höher als erwartet!  Von den 175.000 Todesfällen im Jahr 2010 waren 137.950 Typ-2-Diabetiker betroffen. Eine absolut erschütternde Zahl. Zumal wir wissen, dass eine Lebensstilintervention bei Typ-2-Diabetes absolut erfolgsversprechend ist.

Aktuelle Empfehlungen für Diabetiker

Die medizinischen Leitlinien zur Ernährung bei Typ-2-Diabetes empfehlen, etwa 45 bis 60 Prozent der täglich benötigten Energiemenge in Form von Kohlenhydraten zu sich zu nehmen. Fette sollten nicht mehr als 35 Prozent des Tagesbedarfs ausmachen, Eiweiß zehn bis 20 Prozent, wenn keine Nierenschäden vorliegen. Doch es sind gerade die Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben. Macht es da Sinn, so viel davon zu essen?

Die aktuelle Situation für Diabetiker

Zu hohe Blutzuckerwerte werden überwiegend mithilfe von zwölf verschiedenen Wirkstoffklassen therapiert. In einer Studie (2) wurde evaluiert, ob und inwieweit die Betroffenen davon profitieren. Es wurden Daten aus den Jahren 2006 bis 2013 von über 1,6 Millionen privat krankenversicherten US-Amerikanern mit Typ-2-Diabetes ausgewertet. Die Medikation wurde erfasst, die Höhe des HbA1c und die Häufigkeit von schweren Hypoglykämien. Im Untersuchungszeitraum stieg der Einsatz von blutzuckersenkenden Medikamenten zur Behandlung von Typ-2-Diabetes-Patienten drastisch an. Leider hatte das keinen Einfluss auf die Blutzuckerwerte. Bei jüngeren Patienten trat sogar das Gegenteil ein, da wies jeder vierte Patient einen HbA1c-Wert von über 9% auf. Auch konnte keine Verbesserung bei der Rate der Hypoglykämien erzielt werden. Stellt sich die Frage: Ist es sinnvoll auf Medikamente zu setzen? Oder hatten unsere Vorfahren alles besser im Griff, als sie auf natürliche Ernährung setzten?

Typ-2-Diabetiker sind besonders gefährdet, wenn sie Insulin spritzen

Da in den USA auffallend häufig Patienten mit Typ-2-Diabetes wegen einer Hypoglykämie behandelt wurden,  gab die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA die Studie (3) „Safe Use Initiative“ in Auftrag. Es sollte evaluiert werden, welche Kriterien bei Typ-2-Diabetikern mit einem erhöhten Hypoglykämie-Risiko einhergehen. Es wurden sechs Kriterien herausgefunden, welche die Patienten für eine Hypoglykämie prädisponieren. In erster Linie eine schon stattgefundene Notfallbehandlung wegen einer Hypoglykämie und vor allem der Gebrauch von Insulin. Die anderen vier Faktoren: die Einnahme von Sulfonylharnstoff-Präparaten, schwere Nierenerkrankungen, die Anzahl von Besuchen der Notaufnahme und ein Alter von 77 Jahren und mehr. Sobald ein oder mehrere Faktoren zutreffen, ist das Risiko für eine Unterzuckerung deutlich erhöht. Beim Vorliegen aller sechs Faktoren erhöht sich das Risiko in den Folgemonaten um fünf Prozent. Daraus ergibt sich die Frage: Was kann unternommen werden, um zu verhindern, dass Insulin gespritzt werden muss?

Was hilft, um eine Hypoglykämie zu vermeiden?

Im Grunde genommen ist es ganz einfach: Die Kohlenhydrate reduzieren, auf eine moderate Eiweißzufuhr achten und gerne mehr Bewegung ins Leben bringen. Doch Ernährungsberatung von den offiziellen Stellen findet nur dahingehend statt, dass die Patienten lernen, wie viel Insulin sie für wie viel Broteinheiten spritzen müssen. Was passiert nach der Diagnose Typ-2-Diabetes? Das:

Was passiert nach der Diagnose?

Die Typ-2-Diabetiker erhalten nach der Diagnose Medikamente, um den Blutzucker zu senken. In der Regel wird mit Metformin begonnen. Schlägt die Behandlung nicht wie gewünscht an, wird auf Insulin umgestiegen. Den Betroffenen wird gesagt, dass sie abnehmen und sich mehr bewegen sollen. Bei der üblichen Ernährungsberatung wird gerade bei Insulin-Patienten nur gelehrt, wie viele Kohlenhydrate die Lebensmittel enthalten, um die Insulinmenge dementsprechend zu dosieren. Das erweckt den Eindruck, dass Insulin-Patienten nicht unerwünscht sind. Dazu sagt Prof. Dr. Stephan Martin:

Es ist ja auch verständlich, dass man von Kassenseite vor der Finanzierung von Programmen zurückschreckt, die im Extremfall dazu führen, dass der Betroffene seinen Typ-2-Diabetes besiegt. Denn gelingt es einem Patienten mit Typ-2-Diabetes, durch eine dramatische Gewichtsabnahme von einer Insulintherapie wegzukommen, verliert die Krankenkasse die sogenannte HMG20, eine Insulinkopfpauschale von 2249 Euro…

Was können hohe Insulindosen bewirken?

Viele Patienten mit Typ 2-Diabetes benötigen infolge der Insulinresistenz hohe Dosen des Hormons. In einer retrospektiven Studie (4) in Diabetes, Obesity and Metabolism im Jahr 2014 war das mit einem erhöhten Risiko auf kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs und einen vorzeitigen Tod verbunden. Jede Erhöhung  der Insulindosis um eine internationale Einheit pro Kilo Körpergewicht war mit einen Anstieg der Mortalität um 54 Prozent, der schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 37 Prozent und der Krebser­krankungen um 35 Prozent assoziiert.

Wie können hohe Blutzuckerwerte verhindert werden?

Eine Ernährungsumstellung Richtung Low Carb bringt für viele Menschen Erfolg, das bedeutet weiniger Komplikationen, weniger Todesfälle.  Low Carb heißt, die Zufuhr von Kohlenhydraten zu reduzieren. Doch was wird ihnen von offizieller Seite geraten? Hier empört sich Prof. Dr. Stephan Martin wie folgt:

Warum wird in den von den Krankenkassen bezahlten und zum Teil sogar selbst durchgeführten Ernährungsberatungen mehr als 50 Prozent der Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten empfohlen?

Die Ernährungs-Docs zeigen, wie man vom Insulin wieder wegkommt

In einem Videoclip zeigen die Ernährungs-Docs vom NDR, wie gut Typ-2-Diabetes mit einer Umstellung der Ernährung behandelt werden kann. Lesen Sie auch die beeindruckende Gesundheitsreise von Bettina Meiselbach, die ihre Diabetes-Erkrankung in den Griff bekam und nebenbei mehr als 50 Kilogramm abnahm.

Wer setzt noch auf eine Low Carb-Ernährung bei Typ-2-Diabetiker?

Low Carb – Blutzuckerwerte – Typ-2-Diabetiker

Zum Glück gibt es auch Kliniken, die schon auf die Low Carb-Ernährung bei Diabetes setzen, so das Westdeutsche Diabetes- und Gesundheitszentrum unter Prof. Dr. med Stephan Martin, der am 16.12.2013 dieses Statement von sich gab:

„Mit einer kohlenhydratarmen Diät nehmen Typ-2-Diabetiker genauso gut ab wie mit einer fettarmen. Doch für den Stoffwechsel ist „low carb“ günstiger.“

Seine Empfehlungen für Diabetiker:

„Möglichst wenige Kohlenhydrate aufnehmen, um mit einem geringen Anstieg des Blutzuckers und damit einem niedrigen Insulinspiegel durch den Tag zu kommen. So entsteht nicht ständig wieder Lust aufs Essen. „Low-Carb“ oder mediterrane Kost sind dazu die Stichworte…“. (5)

Der Low Carb – LCHF Kongress

Beim zweiten Low Carb – LCHF am 17. und 18. Februar 2018 wird Diabetes Thema sein. Und Dr. Anne Fleck von den Ernährungsdocs können Sie als Speaker erleben.

 

Margret Ache / www.LCHF-Deutschland.de und www.LCHF-Akademie.de

 

 

 

(1)  https://doi.org/10.2337/dc17-0954

(2) http://care.diabetesjournals.org/content/40/4/468

(3) http://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/article-abstract/2649265

(4) http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/dom.12412/Abstract

(5) http://www.derwesten.de/gesundheit/mit-der-richtigen-strategie-diabetes-ausbremsen-id10752496.html)

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