Home / Gesundheit  / Diabetes  / Die Anzahl der Typ-2-Diabetiker steigt weiter

Die Anzahl der Typ-2-Diabetiker steigt weiter

Typ-2

Diabetes mellitus ist die Sammel­be­zeichnung für Glukose­stoff­wech­selstörun­gen, die meisten Betroffenen leiden unter dem Typ-2-Diabetes.

Die Anzahl der Typ-2-Diabetiker steigt weiter

Laut des aktuellen Diabetes-Atlas der International Diabetes Federation (IDF) aus dem Jahr 2017 liegt Deutschland mit einer Anzahl von 7,5 Millionen Diabetikern auf Platz zwei in Europa und im internationalen Vergleich auf Platz neun.1 Die meisten Betroffenen (etwa 95 Prozent) sind an einem Typ-2-Diabetes erkrankt. Darüber hinaus ist von einer Dunkelziffer von mindestens 2 Millionen Menschen auszugehen.2,3  Es wird angenommen, dass die Diabetesprävalenz in den nächsten Jahrzehnten steigen wird. Aktuelle Hochrechnungen ergeben, dass bis zum Jahr 2040 zusätzlich 3,6 Mio. Menschen an Typ-2-Diabetes in Deutschland erkrankt sein werden4. Unter der weiteren Annahme einer sinkenden diabetesbedingten Mortalitätsrate (2 Prozent pro Jahr) wären 2040 geschätzt 4,3 Millionen Menschen mehr als im Jahr 2015 betroffen4.

Todesfälle bei Diabetikern

Die Anzahl der mit Diabetes assoziierten Todesfälle stieg zwischen 2005 und 2015 um 32 Prozent! (2005: n=1.150.200, 2015: n=1.519.000)5 ist in der „Global Burden of Disease“-Studie zu lesen. Hierfür werden vor allem die zunehmend alternde Bevölkerung und das Wachstum der Weltbevölkerung verantwortlich gemacht, womit eine steigende Anzahl an Menschen mit Diabetes einhergeht5. Eine aktuelle Analyse in Deutschland zeigt, dass die diabetesbedingte Sterblichkeit höher ist als bisher geschätzt wurde. Für das Jahr 2010 wurde unter Zuhilfenahme der Prävalenz des Typ-2-Diabetes auf Basis der Routinedaten von gesetzlich Krankenversicherten und der relativen Mortalität von Menschen mit und ohne Diabetes aus dem dänischen nationalen Diabetesregister berechnet, dass deutschlandweit täglich (!!!) 375 Todesfälle mit Typ-2-Diabetes assoziiert waren6. Das bedeutet jede 4 Minute stirbt ein Mensch wegen seiner Diabetes-Erkrankung. Dies entspricht einem Anteil von 16 Prozent aller Sterbefälle und liegt somit weit über den Angaben der offiziellen Todesursachenstatistik, die für das Jahr 2010.  Denn dort wurden „nur“ 23.000 diabetesbedingte Sterbefälle angegeben (2,7 Prozent)6.

 

Wichtige Aussagen und Fakten7

▸ Bei etwa 10 Prozent der deutschen Bevölkerung besteht derzeit eine Diabetes-Diagnose. Jedes Jahr erhalten rund 500.000 Menschen neu die Diagnose Typ-2-Diabetes.

▸ In Deutschland leben schätzungsweise 367.000 Menschen mit einem Typ-1-Diabetes, davon etwa 32.000 Kinder und Jugendliche. Jährlich erkranken rund 2.200 der 0- bis 14-Jährigen neu an einem Typ-1-Diabetes.

▸ Deutschlandweit gibt es erhebliche Unterschiede in der Diabetesprävalenz. Im Osten Deutschlands wird die Prävalenz aktuell auf 11,6 Prozent geschätzt und liegt deutlich über der Schätzung in Westdeutschland mit 8,9 Prozent.

▸ Menschen, die in Städten leben, haben im Vergleich zu Menschen, die auf dem Land leben, ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes.

▸ Etwa 16 Prozent aller Todesfälle sind mit Typ-2-Diabetes assoziiert. Dies deutet auf eine erhebliche Unterschätzung der offiziellen Todesursachenstatistik hin. Insbesondere Frauen und jüngere Personen haben ein erhöhtes diabetesbedingtes Mortalitätsrisiko.

Typ-2-Diabetes – die „Zuckerkrankheit“

Dass die Diabeteserkrankung etwas mit Zucker zu tun hat, ist den meisten Patienten klar. Dass allerdings auch Stärkeprodukte eine Rolle spielen, ist schon nicht mehr so geläufig. Daher versucht Prof. Stephan Martin aufzuklären und seine Patienten auf eine Low-Carb-Ernährung zu setzen. Er sagt:

Nun, die Patienten messen ja regelmäßig ihren Blutzucker. Dabei sehen sie: Wenn sie Brot essen, Kartoffeln, Reis, Pasta, dann steigen die Blutzuckerwerte an. Es ist nicht alleine der Zucker, sondern es sind die Kohlenhydrate generell – Kartoffelpüree hat einen höheren glykämischen Index als Haushaltszucker…Bei uns in der Praxis und in bundesweiten Studien haben wir Erfahrungen mit über tausend Patienten gesammelt, es ist unglaublich, was man da erreichen kann. Viele kommen schon nach kurzer Zeit komplett oder zumindest teilweise ohne Medikamente aus. Typ-2-Diabetes ist kein Schicksal, das jemand tatenlos erdulden muss, sondern ein Weckruf, um aktiv zu werden.

Diabetes ist kein Schicksal mehr, welch eine wunderbare Botschaft! Leider verkündigen noch viel zu wenig Ärzte die Möglichkeit, dass sich Typ-2-Diabetiker mit einer Low-Carb-Ernährung gut therapieren lassen. Noch viel zu oft wird Typ-2-Diabetikern Insulin verschrieben obwohl sie an einer Insulinresistenz leiden. Zu der Wirkung von Insulin sagt Prof. Martin:

Im Grunde hat Insulin drei Wirkungen: Erstens: Es senkt den Blutzucker. Zweitens: Es blockiert die Fettverbrennung. Drittens: Es blockiert die Glukoseproduktion in der Leber. Zur Senkung des Blutzuckers benötigt der Körper die 10-fach höhere Insulinmenge als zur Fettverbrennung. Das ist das große Problem bei Typ-2-Diabetikern: Sie haben hohe Mengen an Insulin im Blut, also können sie kein Fett verbrennen. Wir müssen Wege finden, die hohen Insulinspiegel zu senken, damit die Menschen wieder Gewicht abnehmen können.

Die Erfolge von Virta Health

Der finnische Milliardär Sami Inkinen revolutioniert mit seiner Firma Virta Health die Diabetes-Welt in den USA. Keto bei Typ-2-Diabetes ist seine Devise. Diese Nachricht schlug in Fachkreisen vor zwei Jahren wie eine Bombe ein.

Sami Inkinen sagt:

„Wir wissen, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, bis wir unser Ziel erreicht haben, Typ-2-Diabetes bei 100 Millionen Menschen zu besiegen.“

Doch die Anfänge sind getan und äußerst vielversprechend, die Ergebnisse der Studie sind veröffentlicht. Lesen Sie dazu die Artikel: Umkehrung von Typ-2-Diabetes? Ja, gerne! und So lässt sich Typ-2-Diabetes umkehren.

 

Der Low Carb – LCHF Kongress

Ende Februar 2020 treffen sich namhafte Experten und Gesundheitsinteressierte zum Low Carb – LCHF Kongress in Düsseldorf.

Der Kongress ist eine attraktive Plattform für alle Low Carb – Ernährungsformen. Diese Ernährung stellt eine wesentliche Voraussetzung dar, um mit Leichtigkeit gesund durchs Leben gehen zu können.

 

Bereits am Freitag, den 28. Februar 2019 findet ab 18.00 Uhr ein Come together im Restaurantbereich statt. Mit Zeit zum Kennenlernen und Austausch der Kongressteilnehmer, Referenten und Aussteller.

Der Kongress beginnt am Samstag, den 29.02.2020 um 8.30 Uhr und endet am Sonntag, den 01.03.2020 gegen 16.00 Uhr. Als Frühbucher zahlen Sie 290,00 Euro Teilnehmergebühren inkl. Kongressjournal, zwei Mittagessen und Pausengetränke, Low Carb – Snacks sowie einer Tasche mit vielen weiteren Informationen. Ab dem 01. 12. 2019 zahlen Sie 330,00 Euro, Studenten erhalten einen Sonderpreis von 200,00 Euro.

 

Die LCHF Deutschland Akademie wird mit einem Info-Stand zu dem aktuellen Kursangebot vertreten sein.

 

Wir freuen uns, Sie im Februar 2020 in Düsseldorf zu treffen. Weitere Informationen finden Sie hier: http://low-carb-lchf-kongress.de/

 

Neuigkeiten

 

 

Sie möchten das Neueste aus dem Bereich Gesundheit und Ernährung erfahren? Prima, dann abonnieren Sie unseren Newsletter.

 

Margret Ache  / www.LCHF-Deutschland.de und LCHF Deutschland Akademie und LCHF Kongress und LCHF Magazin

 

Titelbild: putilov_denis-Fotolia.com

Bilder im Text: Fotolia.com

 

 

Quellen des Artikels:

  1. Tönnies T, Rockl S, Hoyer A, Heidemann C, Baumert J, Du Y, et al. Projected number of people with diagnosed Type 2 diabetes in Germany in 2040. Diabet Med. 2019.
  2. Rosenbauer J, Neu A, Rothe U, Seufert J, Holl RW. Diabetestypen sind nicht auf Altersgruppen beschränkt: Typ-1-Diabetes bei Erwachsenen und Typ-2-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen. Journal of Health Monitoring. 2019;4 (2).
  3. Tamayo T, Rosenbauer J, Wild SH, Spijkerman AM, Baan C, Forouhi NG, et al. Diabetes in Europe: an update. Diabetes Res Clin Pract. 2014;103(2):206-17.
  4. Boehme MW, Buechele G, Frankenhauser-Mannuss J, Mueller J, Lump D, Boehm BO, et al. Prevalence, incidence and concomitant co-morbidities of type 2 diabetes mellitus in South Western Germany – a retrospective cohort and case control study in claims data of a large statutory health insurance. BMC Public Health. 2015;15:855.
  5. Lung TW, Hayes AJ, Herman WH, Si L, Palmer AJ, Clarke PM. A meta-analysis of the relative risk of mortality for type 1 diabetes patients compared to the general population: exploring temporal changes in relative mortality. PLoS One. 2014;9(11):e113635.
  6. Sandahl K, Nielsen LB, Svensson J, Johannesen J, Pociot F, Mortensen HB, et al. Increased mortality in a Danish cohort of young people with Type 1 diabetes mellitus followed for 24 years. Diabet Med. 2016.
  7. https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Stellungnahmen/Gesundheitspolitik/20181114gesundheitsbericht_2019.pdf Seite 20
Print Friendly, PDF & Email

info@lchf-deutschland.de

Review overview
3 COMMENTS
  • Avatar
    Veronika 11. Februar 2020

    „Nun, die Patienten messen ja regelmäßig ihren Blutzucker. Dabei sehen sie: Wenn sie Brot essen, Kartoffeln, Reis, Pasta, dann steigen die Blutzuckerwerte an.“

    Diesem Satz muss ich widersprechen.
    Nur Typ2 Diabetiker, die Insulin spritzen, messen regelmäßig ihren Blutzucker.
    Ein Typ2 mit Medikamenten bekommt keine Messstreifen verschrieben.
    Angeblich, weil er zuviel messen würde und sich damit nur verrückt macht. Zudem wird den „Tablettis“ erzählt, der HbA1c alle drei Monate würde zur Blutzuckerkontrolle völlig reichen. Mehr braucht man nicht.
    Schuld sind die Krankenkassen, die ebenfalls nicht auf die Selbstkontrolle setzen.
    Nur die Patienten, sich die Messstreifen selbst leisten können, kontrollieren auch selbst und wissen über die Wirkungen meist auch recht gut bescheid.
    Wenn ich mir ein zuverlässiges und erprobtes Messgerät zulege (meist sogar kostenlos) dann bin ich mit 30 € pro 50 Streifen dabei. Diese reichen grad mal für etwa 16 Tage.
    Das wären mindestens 60 € im Monat und da wären wir bei einer 3 maligen Messung pro Tag.
    Um die Wirkung von Lebensmitteln auszutesten, braucht man aber mindestens die doppelte, wenn nicht die dreifache Menge an Streifen. Wie soll das die Mutti von ihrer kleinen Rente stemmen?
    Die Krankenkasse spart am falschen Ende, lieber zahlen sie die Medikamente, nehmen Nebenerkrankungen und Nebenwirkungen in kauf, nur um die Kosten für die Messtreifen zu sparen?
    Könnte vielleicht noch was mit der Insulinkopfpauschale zu tun haben, aber auch hier geht die Rechnung nicht auf, denn die Nebenerkrankungen nehmen rasant zu und kosten weitaus mehr.
    Der Patient braucht eine bessere Aufklärung, einen besseren Beistand und eine effektive Kostenübernahme.
    Der, der aktiv etwas an seiner Gesundheit tut, sollte Vergünstigungen bekommen, nicht der, der alles beim alten lässt.
    Im übrigen bin ich Typ2 und seit 2013 medikamentenfrei.

  • Avatar
    Fitoru Fitness 2. April 2020

    Great Stuff.. It seems, you have researched a lot before posting the blog. Thank you for sharing such a important information, as rarely people know this.

Kommentieren