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Ihr Cholesterin ist zu hoch, ich verschreibe Ihnen Statine

Wenn das Cholesterin „zu hoch“ ist, werden häufig Statine verschrieben. Sie sind ein gutes Geschäft, daher gibt es immer wieder unnötige Verschreibungen. Aktuell wieder im Freundeskreis. Daher ein Post zu dieser Thematik.

 

„Ihr Cholesterin ist zu hoch, ich verschreibe Ihnen Statine“, in den letzten Wochen habe ich diesen Satz  vermehrt im Freundes- und Bekanntenkreis gehört. Kein Wort der Aufklärung, kein Wort über die Nebenwirkungen der Statine. Kein Blick, ob andere Faktoren vorliegen, die eine Verschreibung rechtfertigen könnten.

Cholesterin ist wichtig

Cholesterin befindet sich in allen Zellen des menschlichen Körpers und ist somit ein wichtiger, sogar lebenswichtiger Bestandteil für uns. Die Einführung von Richtwerten in der modernen Medizin eröffnete für clevere Geschäftsmänner ein Milliardengeschäft.

 

Cholesterin ist ein kleines Lipid, das in jeder Zellmembran und im Blutplasma zu finden ist. Es erfüllt lebensnotwendige Aufgaben. So ist es die Grundsubstanz von

  1. Steroidhormonen (z.B. Cortisol),
  2. Geschlechtshormonen (wie Testosteron und Östrogen),
  3. Mitochondrien (Zellkraftwerke), und von
  4. Vitamin D (unentbehrlich für unsere Gesundheit)

 

Für das Gesamtcholesterin sehen Experten heute Werte bis 200 mg/dl als Obergrenze an. Die Deutschen liegen im Durchschnitt vielfach über diesem Zielwert, ihr Gesamtcholesterin liegt im Mittel bei 231 mg/dl. (1)

Die Grenzwerte für Cholesterin

Im Pschyrem­bel, der Bibel der Medi­ziner, wurde im Jahre 1986 der Norm­bereich von 150-330mg/dl angegeben. In einem medi­zinis­chen Fach­buch von 1994 lag die Grenze zu erhöhten Cho­les­terin­spiegeln schon bei 250mg/dl. Es scheint so zu sein, dass jün­gere Men­schen niedrigere Cho­les­terin­spiegel aufweisen und mit zunehmen­den Alter die Werte ansteigen. 20-jährige weisen im Durch­schnitt einen Spiegel von 200mg/dl auf, während er bei 60-jährigen Män­nern etwa 245 mg/dl und bei Frauen gle­ichen Alters 265 mg/dl beträgt. Durch das Her­ab­set­zen der Normw­erte im Bere­ich um  < 200 mg/dl bzw. <5,2 mmol/l wird prak­tisch jeder über 20 Jahren zum Risikopa­tienten und damit auch über Jahrzehnte zum Dauerkun­den für Lipidsenker.(2)

 

Es klingt also so, als sei der Grenzwert die Krankheit, in den wenigsten Fällen wirklich das Cholesterin. Um 1950 galt ein Cholesterinwert von 260 mg/dl als normal. Als der Spiegel von 240 auf 200 mg/dl gesenkt wurde, hatte die USA über 42.000.000 (!!!) neue Patienten über Nacht, schreibt Dr. med. Gunter Frank in seinem Buch „Schlechte Medizin – Ein Wutbuch“.

 

Lipitor (USA) bzw. Sortis (EU), jeweils mit dem Wirkstoff Atorvastatin, war das weltweit am Markt erfolgreichste Statin. Es erreichte im Jahr 2004 Umsätze von 10,7 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2007 wurde (laut Forbes.com) ein weltweiter Verkaufserlös von 12,8 Milliarden US-Dollar erzielt.(3)

 

HerzZweifel an der Cholesterinhypothese

In Spektrum-online ist folgendes zu lesen: Es ist kaum zu glauben: Cholesterin verstopfe keine Blutgefäße und sei nicht für Herzinfarkte oder Schlaganfälle verantwortlich. Es bringe nichts, auf Butter, Wurst und Käse zu verzichten oder gar Statine zu schlucken, weil ein niedriger Cholesterinspiegel das Leben nicht verlängert. Dieser Meinung sind die Mitglieder von THINCS (The International Network of Cholesterol Sceptics), einem losen Netzwerk von Wissenschaftlern, die die sogenannte Cholesterinhypothese anzweifeln. Sie stellen damit ein Dogma in Frage, das seit einem halben Jahrhundert existiert, das Mediziner und Gesundheitsbehörden weltweit vertreten und das jeder verinnerlicht hat: Je niedriger der Cholesterinspiegel, desto besser für die Gesundheit.

 

So sehr hat sich dieses Dogma in unsere Köpfe eingebrannt, so groß ist die Mehrheit seiner Befürworter, dass man sich unweigerlich fragt, ob sich die 91 Mitglieder von THINCS nicht verrannt haben. Doch einige von ihnen publizieren in angesehenen Fachzeitschriften wie Lancet, der dänische Arzt Uffe Ravnskov – wohnhaft im schwedischen Lund –, der THINCS 2002 gründete, hat alleine knapp 100 Publikationen zum Thema veröffentlicht und wurde zwei Mal für kritisches Denken in der Medizin ausgezeichnet. (4)

Die Nebenwirkungen

Im Jahr 2010 wurde eine Studie (5) veröffentlicht, in der die Daten von über zwei Millionen Patienten im Alter von 30 bis 84 Jahre untersucht worden sind. Alle hatten eins gemeinsam: sie nahmen Statine ein. Diese senkten zwar den Cholesterinspiegel und das das Risiko für Speiseröhrenkrebs, erhöhten jedoch das Risiko für Muskelschwäche, Grauem Star,  Leber- und Nierenversagen.

 

Bilden Sie sich eine eigene Meinung zum Thema Cholesterin. Gehen Sie kritisch mit den aktuellen Grenzwerten um, Ihre Gesundheit könnte davon profitieren. Entscheiden Sie selbst, für wen Ihr Cholesterinwert Fluch und für wen Segen ist.

 

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Zum Thema Cholesterin empfehle ich „Mythos Cholesterin“ und „Die Cholesterinlüge„.

 

Margret Ache / www.LCHF-Deutschland.de

 

Quellen
(1) http://www.apotheken-umschau.de/Erhoehte-Bluttfettwerte-Cholesterin/Cholesterinwerte-In-Ordnung-oder-zu-hoch–57728_3.html
(2) http://elmar-schuerr.de/therapieaspekte/cholesterin/
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Statin
(4) http://www.spektrum.de/news/die-cholesterin-bombe/1204826
(5) http://www.bmj.com/content/340/bmj.c2197

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