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Ist es kontraproduktiv, jeden Tag zu Fasten?

Dies ist eine Übersetzung des Artikels mit Fragen zum Fasten von Amanda Åkesson, erschienen am 29.Dezember 2017 auf Diet Doctor in „Blood sugar, Dr. Jason Fung, Insulin, Intermittent fasting, Q&A, Weight loss“

Ist es kontraproduktiv, jeden Tag zu fasten? Ist es in Ordnung, hohe Nüchtern-Blutzucker Werte zu haben in der Schwangerschaft? Wenn man einmal Insulinresistent geworden ist, wird man immer Insulinresistent sein?

Das wöchentliche  Q&A über Intermittierendes Fasten und Low Carb  mit Dr. Jason Fung:

Ist es kontraproduktiv, jeden Tag zu fasten?

Ich höre viele widersprüchliche Informationen über die angemessene Fastenhäufigkeit. Allgemein gefragt, ist es eine schlechte Idee jeden Tag 16 bis 20 Stunden zu fasten?

Sylvie

 

Es gibt keine richtige oder falsche Antwort. Der Begriff „break-fast“ also die Mahlzeit, die das Fasten bricht, lässt darauf schließen, dass man jeden Tag fasten sollte, da man das Fasten nicht brechen kann, wenn man nicht fastet. Bis in die 1970er Jahre fasteten die Menschen jeden Tag 12-14 Stunden. Wenn man das Abendessen um 18 Uhr beendete und Frühstück um 8 Uhr aß, erreichte man eine Fasten-Periode von 14 Stunden jeden Tag. Das könnte dazu beigetragen haben, Gewicht in einem gesunden Bereich zu halten. Aber was, wenn Sie abnehmen wollen oder müssen? Eine Verlängerung dieser Fastenperiode kann vorteilhaft sein. Sie können dies dann auf 16, 18, 20 Stunden oder was auch immer zu Ihnen passt verlängern. Finden Sie heraus, was für Sie, Ihrem Lebensstil (Beruf, Familie usw.) und Ihren Körper funktioniert (jeder Körper reagiert anders). Wenn Sie zum Beispiel OMAD (one meal a day) praktizieren, bzw etwa 23 Stundentäglich fastesn, könnte das für Sie gut funktionieren. In dem Fall: machen Sie so weiter.

Andererseits sehen wir viele Leute, die auf einem Gewicht stehen bleiben das höher ist, als es ihnen gefällt. In diesem Fall ist es gut, die Dinge etwas zu ändern , damit sich der Körper nicht zu sehr anpasst. Versuchen Sie es z.B. mit abwechselnd längeren und kürzeren Fasten-Perioden.

Dr. Jason Fung

Ist es in Ordnung hohe Nüchtern-Blutzuckerwerte zu haben, auch in der Schwangerschaft?

Ich bin auf einer sehr strickten Low-Carb Diät ( etwa bis 30 g Kohlenhydrate täglich) mit intermettierenden Fasten-Perioden (Kurzzeitfasten, nur bis 24 Stunden) und habe hohe Glukosewerte am Morgen (zwischen 95–115 mg/dl – 5.3–6.4 mmol/L). Ich verstehe, dass das normal ist, aber was ist während der Schwangerschaft? Während meiner letzten Schwangerschaft hatte ich das gleiche Problem und sie wollten mir Insulin verschreiben.
Ist es in Ordnung, am Morgen einen hohen Blutzuckerspiegel zu haben, wenn man schwanger ist? Ich habe Prä-Diabetes und kann Kohlenhydrate wirklich nicht tolerieren, mein Nüchtern-Blutzucker schiesst sonst sogar noch höher.
Vielen Dank!
Jay

Schwangerschaftsdiabetes ist eine ganz andere Sache. Typ-1-Diabetes wird verursacht durch die Zerstörung von Pankreas-Beta-Zellen. Typ-2-Diabetes entsteht durch Hyperinsulinämie / Insulinresistenz. Aber Schwangerschaftsdiabetes ist etwas ganz anders. Vor der Schwangeschaft hat die Frau KEINE Diabetes-Erkrankung. Nach der Schwangerschaft hat sie eine. Offensichtlich wird das nicht bedingt durch eine Gewichtszunahme, da dies während der Schwangerschaft normal ist. Offensichtlich hat sie ihren Lebensstil / Ernährung / Sport seit der Schwangerschaft nicht signifikant verändert.

Das einzige, das sich offensichtlich geändert hat, ist der Hormonstatus. Während der Schwangerschaft gibt es alle möglichen Veränderungen, vor allem bei den Sexualhormonen, Östrogen und Progesteron. Es sind diese hormonellen Veränderungen, die den Anstieg der Blutzuckerspiegels verursacht haben. Da es keine ernährungsbedingte Erkrankung ist, können Ernährungsänderungen die Krankheit nicht rückgängig machen. Sie machen es etwas besser aber werden nicht die Ursache behandeln – die Schwangerschaft selbst. LCHF und kurzes Intermettierendes Fasten ist o.k. in der Schwangerschaft. Längeres Fasten sollte man vermeiden.

 

Was ist die beste Behandlung? Ich habe keine gute Antwort für Sie. Den Blutzucker hoch zu lassen, setzt den Fötus einem Risiko aus. Viel Insulin zu nehmen, um den Blutzucker zu erniedrigen, setzt den Fötus ebenfalls einem Risiko aus. Es scheint, dass die Regulation durch die Ernährung die am wenigsten schlimmste Option ist,
aber es ist bestenfalls eine vorübergehende Lösung.

Dr. Jason Fung

 

Wenn man einmal Insulinresistent geworden ist, wird man immer Insulinresistent sein?

Ich bemerke bereits, dass die LCHF Ernährung meinen Blutzucker erniedrigt und ich verliere Gewicht, aber ich habe sie in einem Interview etwas sagen hören, das mich fragen lässt, ob ich immer Insulinresistent bleiben werde?

Ich fühle ein Kribbeln, Brennen, Schmerzen in meinen Füßen. Sollte sich das bessern und aufhören wenn ich die LCHF-Diät einhalte und 24 Stunden lang zweimal pro Woche faste und 12 Stunden lang jeden zweiten Tag faste?

 

Randall

Insulinresistenz ist ein reversibler Zustand, aber es dauert manchmal lange. Es braucht oft Jahre / Jahrzehnte bis sich eine  Hyperinsulinämie / Insulinresistenz manifestiert und es kann Jahre brauchen, um sie wieder umzukehren. Es ist möglich. Aber es ist nicht leicht.
Das könnte verursacht sein durch diabetische Nervenschaden. Ich habe gehört, dass es reversibel sein kann, jedoch nur in den sehr frühen Stadien.  Sobald es sich manifestiert hat, ist es oft irreversibel.

Dr. Jason Fung

 

Vielen Dank für die Übersetzung, liebe Claudia Heine.

 

Der Low Carb – LCHF Kongress

Am 17. und 18. Februar 2018 treffen sich namhafte Experten und Gesundheitsinteressierte zum Low Carb – LCHF Kongress in Düsseldorf.

Der Kongress ist eine attraktive Plattform für alle Low Carb – Ernährungsformen. Diese Ernährung stellt eine wesentliche Voraussetzung dar, um mit Leichtigkeit gesund durchs Leben gehen zu können.

Themen des Kongresses sind Demenz, Diabetes, Ketogene Ernährung, Krebs, Rheuma, Sport und Vitamin D. Hier erfahren Sie mehr.

 

www.LCHF-Deutschland.de und  Low Carb – LCHF Kongress 2018

 

Titelbild: DietDooctor. com

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