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Demenz – Diagnose oft zu voreilig!

Demenz – Diagnose oft zu voreilig!

Die Demenz – Diagnose ist mit großen Ängsten und Schrecken verbunden. Kann es sein, dass es auch zu Fehldiagnosen kommt? Annette Wagner-Neugebauer berichtet aus ihrem Praxisalltag. Der Artikel ist zuerst im LCHF Magazin erschienen.

Demenz – Diagnose oft zu voreilig!

 von Annette Wagner-Neugebauer   

 

Demenz – Diagnose oft zu voreilig!

Demenz – Diagnose oft zu voreilig! von Annette wagner-Neugenauer

Kaum eine Erkrankung verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen so dramatisch wie eine Demenz. Umso wichtiger ist es, frühzeitig eine exakte Diagnose zu bekommen und therapeutisch einzugreifen.

 

Aber was, wenn es sich in Wirklichkeit gar nicht um eine Demenz handelt? Was, wenn trotz der „eindeutigen“ Symptome etwas ganz anderes die Ursache wäre? Trotz charakteristischer Symptome können Unklarheiten zu Fehldiagnosen und folgenschweren Behandlungsfehlern führen.

 

Vieles, was wie Demenz aussieht, ist in Wirklichkeit möglicherweise keine Demenz, und so erhalten sehr viele ältere Menschen fälschlich die Diagnose Demenz oder Alzheimer. Tatsächlich können zahlreiche Erkrankungen sowie toxische Schädigungen, Medikamente wie Metformin, Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol, Pantoprazol) oder massive Nährstoffmängel eine Demenz begünstigen, vortäuschen oder demenzähnliche Symptome wie Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit, Halluzinationen oder anderen Hirnleistungsstörungen auslösen.

 

demenziellen Erkrankungen

Diagnose Demenz?

Eine große wissenschaftliche Studie hat vor wenigen Jahren gezeigt, dass rund drei Viertel aller Demenz-Diagnosen falsch sind. Dadurch erhalten die Patienten nicht die richtige Therapie und leiden unnötig. Durch die Fixiertheit auf Demenz werden oft nicht die wahren Auslöser der Beschwerden bei den einzelnen Patienten erkannt und vor allem nicht näher untersucht.

 

Im Frühjahr dieses Jahres kontaktierte mich Frau G. und bat mich um Rat bzgl. ihres Vaters. Sie mache sich große Sorgen, denn er sei seit einiger Zeit extrem verändert: Er sei oft abwesend, desorientiert und hilflos, außerdem vergesslich und verwirrt, könne keine ganzen Sätze mehr sprechen und leide unter Gangunsicherheit. Am meisten beunruhige sie jedoch, dass er unter Todesängsten, Panikattacken und Depressionen leide und offenbar keinen Lebensmut mehr habe.

 

Da das Blutbild nach Auffassung der behandelnden Hausärztin „unauffällig“ war und der Mann aber alle klassischen Symptome einer manifesten Demenz aufwies, überwies sie ihn an einen Neurologen, der daraufhin Antidepressiva und Beruhigungsmittel verordnete. Die verordneten Medikamente führten jedoch nicht zu einer Verbesserung der Lage, keine seiner Beschwerden hatte sich verbessert.

 

Frau G. wandte sich in ihrer Verzweiflung nun an mich, in der Hoffnung auf eine Idee, wie man ihm eventuell alternativ helfen könnte.

 

Ich sah mir das vermeintlich „unauffällige“ Blutbild an, und dies bestätigte meinen anfänglichen Verdacht: Stark erniedrigte Erythrozyten (Wert 3,3 Mio./µl) in Kombination mit einem stark erhöhten MCV-Wert (Wert 103 fl) deuteten auf einen massiven B12-Mangel in Form einer perniziösen Anämie hin (=B12-Mangel-Anämie bzw. hypochrome makrozytäre Anämie). Dies wurde begleitet von einem ebenfalls massiven Vitamin-D-Mangel (Wert 10,4 ng/ml).

 

Da die Hausärztin eine weitere Diagnostik für nicht notwendig erachtete, empfahl ich Frau G., in Eigenregie und auf eigene Kosten bei einem freien Labor die Analyse weiterer Blutwerte zu beauftragen, um diesen Verdacht abzusichern.

 

Das Ergebnis war erschütternd: Holotranscobalamin (aktives B12) lag bei 7 (!) pmol/l –  der B-12-Speicher war also nahezu völlig entleert. Homocystein, als Risiko-Marker für Herzinfarkt und Schlaganfall, lag bei 80,8 µmol/l (Richtwert max. 10). Die sprichwörtliche „5-vor-12“-Situation war hier bereits deutlich überschritten.

 

Ich muss zugeben, dass ich bis dahin noch nie solch dramatische Werte gesehen hatte und war verständlicherweise sehr besorgt. Meines Erachtens nach stellte dies bereits eine sehr kritische und möglicherweise lebensbedrohliche gesundheitliche Lage dar, die sofortige Maßnahmen erforderte.

 

Frau G. übernahm also die Initiative und versorgte ihren Vater umgehend mit B12-Injektionen (Hydroxocobalamin), die sie ihm selbst täglich verabreichte.

 

Nach Vorlage der zusätzlichen Blutwerte bei der Hausärztin reagierte diese verärgert über die Eigenregie und erklärte, tägliche Injektionen seien viel zu viel und ihrer Meinung nach reiche eine Spritze pro Monat völlig aus.  Sie veranlasste dann eine Magen-Darm-Spiegelung, eine Maßnahme, auf die selbst der aufgesuchte Gastroenterologe mit Unverständnis reagierte. Ursache des B12-Mangels sei möglicherweise eine Auto-Immun-Gastritis. Aufgrund der vorgelegten Blutwerte bestätigte er außerdem schriftlich die offizielle Diagnose „hypochrome makrozytäre Anämie“, nicht jedoch ohne sich zu wundern, dass die eigentliche Diagnostik nicht durch die Hausärztin, sondern durch die Angehörigen selbst veranlasst wurde.

 

Der Befund des Gastroenterologen war für uns Anlass, der Ursache des B12-Mangels weiter auf den Grund zu gehen. Möglicherweise handelte es sich um eine B12-Aufnahmestörung, meist verursacht durch fehlenden Instrinsic-Faktor und/oder Parietalzellen-Antikörper. Eine weitere Blutuntersuchung bestätigte die Parietalzellen-Antikörper mit der Konsequenz, dass eine enterale Aufnahme von B12 nicht möglich ist. In einem solchen Fall muss die betroffene Person also zukünftig lebenslang regelmäßig mit B12-Injektionen versorgt werden.

 

Ich erklärte Frau G., dass es in der Regel ca. 2-3 Jahre dauert, bis sich der B12-Speicher leert, so etwas geschieht nicht plötzlich und über Nacht. Meiner Meinung nach müsste dies auch bereits in vorherigen Blutbildern erkennbar gewesen sein.

 

Frau G. besorgte sich also die in der Praxis archivierten Blutbilder ihres Vaters und war anschließend sehr aufgebracht über das Ergebnis: Seit ca. 3 Jahren manifestierte sich dieser B12-Mangel bereits mit jährlich schlechteren Werten, ohne dass seitens der Hausärztin etwas unternommen wurde. Hinzu zeigte sich seit 3 Jahren eine mögliche Schilddrüsen-Unterfunktion, die ebenfalls unerkannt bzw. unbehandelt blieb. Eine Medikation mit Blutdrucksenkern über die vergangenen 10 Jahre wurde in dieser Zeit auch nicht auf angemessene Dosierung oder per Langzeit-Blutdruckmessung überprüft.

 

Ebenfalls in Eigenregie erfolgten dann weitere Untersuchungen beim Kardiologen und Endokrinologen, mit der Konsequenz, dass nun nach 10 Jahren (!) auf die Blutdrucksenker ersatzlos verzichtet werden konnte und nach 3 Jahren endlich die Schilddrüsenunterfunktion behandelt wird!

 

Parallel unterstützte ich ihren Vater, Herrn G. dabei, den massiven Vitamin-D-Mangel auf ein gutes therapeutisches Niveau anzuheben. Magnesium als Co-Faktor stabilisierte den Blutdruck sowie die Herz-Kreislauf-Funktionen.

 

Was sich hier wie ein Krimi liest, bei dem der Patient bzw. seine Angehörigen in Eigenregie „detektivisch“ nach „Verdächtigen“ bzw. Ursachen suchen, während die offiziell Berufenen wenig Interesse an dem Fall zeigen und bereits zu Beginn ihr Urteil gefällt haben, ist im wirklichen Leben leider oft traurige Realität.

 

Das wesentliche Problem: Die unspezifischen neurologischen Symptome wie Gangunsicherheit, Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen werden noch viel zu selten mit einem möglichen Vitamin-B12-Mangel in Verbindung gebracht und bleiben dadurch häufig lange unbehandelt. Dabei ist ein Vitamin-B12-Mangel eng mit dem Risiko, eine Demenz zu entwickeln verbunden, besonders wenn bereits eine leichte kognitive Störung besteht.

 

Ein unbehandelter B12-Mangel in diesem Ausmaß kann lebensbedrohlich sein und führt möglicherweise in den Rollstuhl oder ins Pflegeheim, obwohl dies durch eine einfache Nährstoff-Diagnostik vermieden werden könnte.

 

Nur 2 oder 3 zusätzliche Blutwerte könnten eine solche Odyssee verhindern!

 

Heute, 4 Monate später, geht es Herrn G. wieder erstaunlich gut – glücklicherweise hat er keine erkennbaren, irreversiblen Nervenschäden durch den lang andauernden B12-Mangel erlitten. In einem Gespräch sagte er mir, er sei wieder voller Energie und habe seine Lebensfreude zurückgewonnen; keine Depressionen, Panikattacken oder Todesängste mehr. Seine Sprache ist wieder klar und sein Gang sicher. Aktuell befindet er sich auf einem 8-wöchigen Heimaturlaub im Ausland; eine Unternehmung, die ihm noch vor ein paar Wochen undenkbar erschien. Mit nur ein paar wenigen, verhältnismäßig simplen Maßnahmen konnte dieser Erfolg erreicht werden:

Sein B12-Speicher wurde schnell und erfolgreich mit Injektionen aufgefüllt, und zur Erhaltung seines jetzt guten Vitamin-B12-Wertes bekommt er alle 14 Tage eine Injektion. Ebenfalls hält er mittlerweile seinen Vitamin-D-Spiegel bei ca. 80 ng/ml, nimmt ausreichend Magnesium und unterstützt die Schilddrüse mit Selen. Die Gehirnleistung wird mit hochwertigem Omega 3 unterstützt und jegliche Medikamente konnten nach Rücksprache mit den Fachärzten abgesetzt werden.

 

Man muss sich nicht kampflos abfinden mit der Diagnose „Demenz“ als unabwendbares Schicksal. Ein zweiter Blick lohnt sich immer, auch bei einer „echten“ Demenz.  Es geht darum, Perspektive für neuen Mut zu schaffen, dass man als Betroffener sehr viel selbst dazu beitragen kann, die Situation zu verbessern. Mit eigenem Engagement und Expertenbegleitung, die über den Tellerrand schaut, gibt es oft vielfältige Möglichkeiten, mit der Zufuhr von Mikro- und Makronährstoffen das Fortschreiten zu verlangsamen und die Gesundheit zu optimieren.

© Annette Wagner-Neugebauer

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Margret Ache und Iris Jansen www.LCHF-Deutschland.de und LCHF Deutschland AkademieLCHF KongressLCHF MagazinFacebook und YouTube

 

Titelbild: ©-Osterland by Fotolia.com

Bilder in Text: Annette Wagner-Neugebauer

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