Home / Gesundheit  / Cholesterin  / Der Mythos vom „bösen Cholesterin“

Der Mythos vom „bösen Cholesterin“

Das Wort Cholesterin ist eng mit dem Namen Ancel Keys verknüpft. Warum? Ancel Keys stellte einen Zusammenhang zwischen dem Konsum tierischer Fette und dem Auftreten von Herzerkrankungen her. Seine These lautete: Fettreiche Ernährung erhöht das Cholesterin und führt zu Herzerkrankungen. Was dadurch ausgelöst wurde, erleben wir noch heute: Ein niedriger Fett- und ein hoher Zuckerkonsum.

Dabei hatte Ancel Keys schon 1977 zugegeben:

Es gibt absolut keine Verbindung zwischen Cholesterin in der Nahrung und Cholesterin im Blut. Keine. Und das haben wir schon immer gewusst.

Der Versuch mit der fettreduzierten Ernährung

Die Fettangst trieb Millionen Menschen dazu eine fettarme oder cholesterinarme Ernährung zu versuchen, um einen guten Cholesterinspiegel zu haben. Hinzu kam, dass in den 50ern Jahren wenig über die Funktion des Cholesterins bekannt war. Daher war es ein Leichtes, Angst und Schrecken bei hohen Werten, besonders des LDL-Cholesterins,  zu verbreiten. Heute wissen immer mehr Menschen, dass Cholesterin ein wichtiger Baustoff im Körper ist, eine entscheidende Rolle bei vielen Körperfunktionen hat und dass sich gerade im Gehirn sehr viel Cholesterin befindet. Was ist aber wenn das Wissen nicht vorhanden ist? Dann passiert dies: Wenn Menschen erfahren, dass ihr Cholesterin trotz fettarmer Ernährung hoch ist, kommt der Satz „Das verstehe ich nicht. Ich meide alle fettreichen Speisen“. Leider zieht die Minimierung von Fett in der Nahrung keine Minimierung des Cholesterinspiegels nach sich. In wenigen Fällen kommt es zu einer minimalen Verbesserung. Was war / ist zu tun? Big Pharma hatte / hat eine gute Idee: Statine! Und so schlucken Millionen von Menschen Statine in dem guten Glauben, ihrer Gesundheit etwas gutes zu tun.

Cholesterin ist wichtig

Cholesterin befindet sich in allen Zellen des menschlichen Körpers und ist somit ein wichtiger, sogar lebenswichtiger Bestandteil für uns. Es ist ein kleines Lipid, das in jeder Zellmembran und im Blutplasma zu finden ist. Es erfüllt lebensnotwendige Aufgaben. So ist es die Grundsubstanz von

 

  1. Steroidhormonen (z.B. Cortisol),
  2. Geschlechtshormonen (wie Testosteron und Östrogen),
  3. Mitochondrien (Zellkraftwerke), und von
  4. Vitamin D (unentbehrlich für unsere Gesundheit)

 

Für das Gesamtcholesterin sehen Experten heute Werte bis 200 mg/dl als Obergrenze an. Die Deutschen liegen im Durchschnitt vielfach über diesem Zielwert, ihr Gesamtcholesterin liegt im Mittel bei 231 mg/dl.

Die Grenzwerte für Cholesterin

Im Pschyrem­bel, der Bibel der Medi­ziner, wurde im Jahre 1986 der Norm­bereich von 150-330mg/dl angegeben. In einem medi­zinis­chen Fach­buch von 1994 lag die Grenze zu erhöhten Cho­les­terin­spiegeln schon bei 250mg/dl. Es scheint so zu sein, dass jün­gere Men­schen niedrigere Cho­les­terin­spiegel aufweisen und mit zunehmen­dem Alter die Werte ansteigen. 20-jährige weisen im Durch­schnitt einen Spiegel von 200mg/dl auf, während er bei 60-jährigen Män­nern etwa 245 mg/dl und bei Frauen gle­ichen Alters 265 mg/dl beträgt. Durch das Her­ab­set­zen der Normw­erte im Bere­ich um die 200mg/dl wird prak­tisch jeder über 20 Jahren zum Risikopa­tient und damit auch über Jahrzehnte zum Dauerkun­den für Lipidsenker.

 

Es klingt also so, als sei der Grenzwert die Krankheit, in den wenigsten Fällen wirklich das Cholesterin. Um 1950 galt ein Cholesterinwert von 260 mg/dl als normal. Als der Spiegel von 240 auf 200 mg/dl gesenkt wurde, hatte die USA über 42.000.000 (!!!) neue Patienten über Nacht, schreibt Dr. med. Gunter Frank in seinem Buch „Schlechte Medizin – Ein Wutbuch“.

 

Lipitor (USA) bzw. Sortis (EU), jeweils mit dem Wirkstoff Atorvastatin, war das weltweit am Markt erfolgreichste Statin. Es erreichte im Jahr 2004 Umsätze von 10,7 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2007 wurde (laut Forbes.com) ein weltweiter Verkaufserlös von 12,8 Milliarden US-Dollar erzielt.(1)

Ein hoher LDL-Wert hängt nicht mit einer erhöhten Sterblichkeit oder Herzerkrankungen zusammen

Cholesterin – Gesundheit

Der schwedische Forscher und Chirurg Ralf Sundberg und sein Kollege Uffe Ravnskov (Autor des Buches: Mythos Cholesterin) beschlossen, die größte medizinische Datenbank, PubMed, zu durchsuchen, um die Frage zu klären, ob ein hoher LDL-Wert wirklich mit einem erhöhten Risiko an Herzkrankheiten zu sterben einhergeht. Schließlich stießen sie auf 19 relevante Studien, die sich mit dem Thema LDL-Cholesterin bei über 60-jährigen und tödlichen Herzerkrankungen befassten. In keiner Studie konnte nachgewiesen werden, dass hohe LDL-Werte mit einer erhöhten Sterblichkeit oder kardiovaskuläre Erkrankungen zusammenhängen. Vielmehr fiel auf, dass bei 92 Prozent der Studienteilnehmer mit einem höheren LDL-Wert genau das Gegenteil passierte, sie lebten länger als die Menschen mit einem niedrigen LDL-Wert. (2)

 

Die Forschergruppe um Ralf Sundberg und Uffe Ravnskov vertritt die Auffassung, dass die Pharma- und Lebensmittelindustrie uns bewusst in die Irre geführt hat. Den LDL-Wert niedrig zu halten hat eine Epidemie von Fettleibigkeit und Diabeteserkrankungen nach sich gezogen. Was natürlich den wirtschaftlichen Interessen zu Gute kam.

 

Nun ist es an der Zeit, diesem Treiben ein Ende zu bereiten und den Mythos des bösen Cholesterins zu begraben.

 

Das Cholesterin natürlich senken

Der Kanadier Dr. Jason Fung hat zwei interessante Artikel über die Wirkung des intermittierenden Fastens auf das Cholesterin geschrieben, lesen Sie Was passiert beim Fasten mit dem Cholesterin? und Wie verändern sich HDL, LDL und Triglyceride beim IF?

 

Sie möchten regelmäßig über aktuelle Themen rund um eine gesunde Ernährung lesen, dann empfehle ich Ihnen das Low Carb – LCHF Magazin.

 

Margret Ache/www.LCHF-Deutschland.de
Titelbild: © Cherries – Fotolia.com

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Statin

(2) http://bmjopen.bmj.com/content/6/6/e010401.abstract)

 

 

 

Print Friendly, PDF & Email

info@lchf-deutschland.de

Review overview
Keine Kommentare

Kommentieren