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Genießen Sie den Stress weg

brainfood-paul_3617_0113xDr. Sabine Paul schreibt für das Low Carb – LCHF Magazin eine Serie über Genuss und Stress. Hier lesen Sie den 1. Teil:

Genießen Sie den Stress weg
Teil 1: Entspannung muss man essen!

Bei Stress spricht viel für Yoga, Meditation und Achtsamkeit. Sie sollten sich auch oft bewegen und einen schönen Urlaub planen. Aber wer trotz ständigem Stress leistungsfähig bleiben will, wer sich erholsamen Schlaf und wirksame Entspannung wünscht, kommt um eine Tatsache nicht herum: Entspannung muss man essen.

Entspannung, Stimmung, Schlaf: abhängig vom Essen – wie verrückt ist das denn?

Unsere Gehirnzellen benötigen eine Vielzahl an Nährstoffen. Aber ausgerechnet die Bausteine für Botenstoffe, die Entspannung, gute Laune und erholsamen Schlaf vermitteln, können vom Körper nicht selbst gebildet werden. Wir müssen sie mit der Nahrung aufnehmen. Man spricht von essentiellen (lebensnotwendigen) Nährstoffen. Haben wir nicht ausreichend davon, bleiben Entspannungstechniken weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, denn es können nicht genügend „Entspannungsimpulse“ vom Gehirn gesendet werden.

Warum sind wir abhängig davon, Ausgangssubstanzen für zentrale Botenstoffe mit der Nahrung aufnehmen zu müssen? Wirft man einen Blick zwei Millionen Jahre zurück, findet man des Rätsels Lösung. In der menschlichen Evolution waren diese Nährstoffe ausreichend vorhanden. Menschen lebten als Jäger und Sammler, verwendeten Wildpflanzen und Wildtiere mit hohem Nährstoffgehalt und hatten ein breites Nahrungsmittelspektrum zur Verfügung. Es gab keinen dauerhaften Mangel an essentiellen Nährstoffen.

Heute ist unser Nahrungsmittelspektrum eingeschränkt, der Nährstoffgehalt durch Züchtung und industrielle Verarbeitung stark gesunken – und die Dauerstressbelastung erhöht. Stress kann zudem die Darmzellen schädigen, so dass weniger Nährstoffe aufgenommen werden und der Körper in Mangelsituationen rutscht. Unser Nervenkostüm wird dann dünner, das Gedächtnis lässt uns im Stich, wir bekommen Schlafprobleme…

Greifen Sie jedoch täglich zu Nahrungsmitteln, die besonders reich an Nervennährstoffen sind, bauen Sie sich buchstäblich einen natürlichen Stress-Schutzschild auf. Der Vorteil von Lebensmitteln gegenüber den oft verwendeten Nahrungsergänzungsmitteln: Die Nährstoffzusammensetzung ist optimal auf die evolutionär entstandenen Prozesse im Gehirn abgestimmt.

Young woman and a healthy diet conceptTop-Nährstoffe für Entspannung: „All in one“

Für Entspannung, gute Laune und guten Schlaf gibt es eine einfache Nährstoffformel:
Tryptophan + Vitamin B6 + Zink = Serotonin.
Der Botenstoff Serotonin wird auch „Glückshormon“ genannt. Es steuert unsere Stimmung, arbeitet als Gegenpol zu den Stresshormonen und ist die Ausgangssubstanz für das „Schlafhormon“ Melatonin.
Fehlt nur einer der essentiellen Nährstoffe, oder wird er nur in geringer Menge aufgenommen, dann wird die Bildung des Glückshormons stark verringert oder sogar unmöglich: Die Kette reißt am schwächsten Glied…

Wo finden Sie die benötigten Nährstoffe – und gibt es Nahrungsmittel, die alle essentiellen Nährstoffe für Serotonin reichlich enthalten, sozusagen „all in one“? Zum Glück: ja. Folgende Nahrungsmittel sind sowohl reich an der Aminosäure Tryptophan, als auch an Vitamin B6 und dem Mineralstoff Zink. Wählen Sie idealerweise täglich aus mindestens einer dieser Nahrungsmittelgruppen aus:Cashew and leaves
Gallowayrind• Nüsse und Samen: vor allem Cashewkerne
• Fleisch oder Innereien (besonders Leber) von Weide- und Wildtieren
• Wildfisch (Kabeljau und Lachs) oder Meeresfrüchte (Garnele)
• auch Eier, Bananen, Kohl und Hülsenfrüchte sind gut geeignet (LCHFler nehmen die Eier und den Kohl ;-), Anmerkung der Redaktion)

Flotte Nervenzellen – schnelle Entspannung

Worauf sollten Sie noch achten, damit ihre Glückshormone sprudeln?
1. Ausreichend Wasser trinken: Es transportiert die benötigten Nährstoffe ins Gehirn
2. Die richtigen Fette wählen: Nur flexible Nervenzellen leiten Glückshormone schnell weiter. Je mehr Omega-3-Fettsäuren gegessen werden, desto flexibler sind die Nervenzellen. Aber Achtung: Das nötige „Gehirnschmalz“ kommt hauptsächlich in Weide-/Wildtieren und Wildfisch vor. Omega-3-Fettsäuren aus Pflanzen werden nur zu sehr geringen Mengen in die Form umgewandelt, die in Nervenzellen eingelagert wird. Also: Bei durchwachsenem Weidetierfleisch, Wild und Wildfisch zugreifen, denn darin sind zusätzlich die essentiellen Nährstoffe für Serotonin enthalten
3. In die duftende Gewürzkiste greifen: Aromen gehen direkt über die Nase ins Emotionszentrum des Gehirns. Mit entspannend wirkenden Aromen können Sie schnell Wohlbefinden auslösen, dazu zählt etwa die Bourbon-Vanille

Kurz und knapp: Umsetzungstipp

Achten Sie täglich darauf, aus mindestens einer der Serotonin-Nahrungsmittelgruppen zu essen, genügend Wasser zu trinken, Omega-3-Fettsäuren möglichst aus Weidetieren, Wild oder Wildfisch zu sich zu nehmen und entspannende Gewürze wie Vanille zu verwenden.

Stress-Schutzschild aufbauen: So geht‘s

Mit jeder Mahlzeit können Sie einen „Lotus-Effekt für Ihre Nerven“ aufbauen, so dass Stress besser abperlt und Ihre Energie aufblüht.
Dr. Sabine Paul
IFEG Institut für Evolutionäre Gesundheit
www.nerven-power
Beratung | Vorträge | Genuss-Events | Workshops | Webinare

 

Low Carb – LCHF Kongress

Sie möchten Sabine Paul live erleben? Prima! Diese Gelegenheit haben Sie beim Low Carb – LCHF Kongress am 17. und 18. Februar 2018 in Düsseldorf. Hier erfahren Sie mehr.

 

www.LCHF-Deutschland.de und  Low Carb – LCHF Kongress 2018

 

 

 

Bildnachweis:
Frau mit Stimmungsanstieg: Tijana, www.fotolia.com
Cashewkern: mates, www.fotolia.com
Weiderind: Pictures4you, www.fotolia.com
Vanille: Valentina R, www.fotolia.com
Sabine Paul: Petra Killick, www.fotografie-killick.de

www.LCHF-Deutschland.de

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