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Hoher Cholesterinspiegel – Kohlenhydrate oder gesättigte Fettsäuren?

Cholesterinspiegel

Immer wieder werden die gesättigten Fettsäuren für kariovaskuläre Probleme bei einer familiären Hypercholesterinämie verantwortlich gemacht, Doch ist das wirklich so oder sollten besser die Kohlenhydrate bei einem hohen Cholesterinspiegel gesenkt werden?

 

Hoher Cholesterinspiegel – Kohlenhydrate oder gesättigte Fettsäuren?

Was wird seit Jahrzehnten Menschen geraten, bei denen eine familiäre Hypercholesterinämie diagnostiziert wurde? Den Konsum von gesättigten Fetten zu minimieren, um den Cholesterinspiegel zu senken und dadurch das Risiko von Herzerkrankungen zu reduzieren. Doch entspricht das dem aktuellen wissenschaftlichen Stand?

Die familiäre Hypercholesterinämie

Die familiäre Hypercholesterinämie ist eine genetisch bedingte Störung mit hohen Cholesterinwerten, besonders des LDL-Cholesterins (> 190 mg/dl). Unbehandelt führt sie in der Regel zu frühzeitigen kardiovaskulären Ereignissen, körperlichen Symptomen. Auch finden sich in der Familienanamnese viele kardiovaskuläre Ereignisse.

Was empfehlen Gesundheitsorganisationen?

Gesundheitsorganisationen wie die American Heart Associatio raten, den Verzehr von Lebensmitteln aus tierischen Quellen, wie Fleisch, Eier und Käse zu meiden. Auch vom Kokosfett wird abgeraten. Ein internationales Team von Experten für Herzkrankheiten und Ernährung, darunter fünf Kardiologen, überprüften nun die Ernährungsrichtlinien für Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie.

Eine aktuelle Studie zur Hypercholesterinämie

Ein Forscherteam  um David Diamond, Zoe Harcombe, Aseem Malhotra6, Uffe Ravnskov und Jeff Volek stellte am 05. Juli 2020 die Studie[1] vor. Sie zeigt, dass es keine Rechtfertigung dafür gibt, eine Ernährung mit wenig gesättigten Fettsäuren zu empfehlen.

„In den letzten 80 Jahren wurde Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie gesagt, sie sollten ihren Cholesterinspiegel mit einer Ernährung mit wenig gesättigten Fetten senken“,

sagte der Hauptautor David Diamond, Professor und Herzforscher an der Universität von Südflorida und weiter:

„Unsere Studie hat gezeigt, dass eine ‚herzgesündere‘ Ernährung durch einen niedriger Zuckerkonsum und nicht durch einen niedrigen Konsum an gesättigten Fettsäuren festzumachen ist“.

Diamond und seine Koautoren sagen, dass eine kohlenhydratarme Ernährung bei Menschen mit erhöhtem Risiko für Herzkrankheiten, wie z.B. bei Übergewichtigen, Bluthochdruckkranken und Diabetikern, am wirksamsten ist. Ihre Ergebnisse stimmen mit einer anderen Arbeit überein, die vor kurzem im „Journal of the American College of Cardiology“[2] veröffentlicht wurde überein.  Die Arbeit lieferte überzeugende Belege dafür, dass Nahrungsmittel, die den Blutzuckerspiegel erhöhen, wie Brot, Kartoffeln und Süßigkeiten, auf ein Minimum reduziert werden sollten und nicht hochwertige Fettsäuren und tierische Nahrungsmittel.

Fazit

Keine Angst vor gesättigten Fettsäuren und Achtung vor zu vielen Kohlenhydraten.

 

Quellen:

[1] https://ebm.bmj.com/content/early/2020/07/05/bmjebm-2020-111412

[2] https://medicalxpress.com/journals/journal-of-the-american-college-of-cardiology/

 

 

Lesen Sie dazu auch den Artikel von Ulrike Gonder: Gesättigte Fette sind schädlich fürs Herz – oder?

 

ONLINE WEITERBILDUNG: FETTES WISSEN mit Ulrike Gonder

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1 COMMENT
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    Gnubbel 7. Juli 2020

    „Unbehandelt führt sie [die familiäre Hypercholesterinämie] in der Regel zu frühzeitigen kardiovaskulären Ereignissen, körperlichen Symptomen. Auch finden sich in der Familienanamnese viele kardiovaskuläre Ereignisse.“

    Hmm. Also in meinem jüngeren Stammbaum gibt es eigentlich keinen, der nicht „viel zu hohes“ Cholesterin hat(te). Trotzdem erfreuen sich sowohl meine Eltern (beide weit über 80) als auch ich bester Gesundheit. Könnte es vielleicht sein, dass es gar nicht das Cholesterin ist, sondern ganz andere Ursachen, die oft mit dem hohen Cholesterin korrelieren, die man aber, im Gegensatz zu diesem, leicht beeinflussen kann? Verwechslung von Korrelation und Kausalität scheint ja aktuell schwer angesagt zu sein, wenn man so die verschiedenen einschlägigen Studien betrachtet. Eigentlich kein Wunder, dass bei dem enormen Publikationsdruck und den äußerst knappen zeitlichen und finanziellen Ressourcen die Ursachenforschung oft zu kurz kommt.

    Ich meine, wenn es in einer Stadt häufig brennt, stockt man sinnvollerweise irgendwann die Feuerwehr auf. Macht man dann etwa auch die überdimensionale Feuerwehr für die häufigen Brände verantwortlich? Nur so ein Gedanke.

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