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Gesund durch Low Carb Healthy Fat

Gesund durch Low Carb Healthy Fat
von Anja

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Mai 2012: Im Wartezimmer vom Rheumatologen sitzt eine Frau. Ziemlich übergewichtig und mit deutlich geschwollenen Fingergelenken. So geschwollen, dass es ihr schwerfällt, die Zeitschrift zu halten. Als sie aufsteht, um ins Behandlungszimmer zu gehen, humpelt sie, weil sie nicht auftreten kann. Auch die Zehengelenke sind entzündet.
Diese Frau bin ich und ich bin gesundheitlich ziemlich angeschlagen. Übergewicht, Gelenkbeschwerden, Migräne, Schuppenflechte, ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind nur einige meiner Beschwerden, die mir seit längerer Zeit das Leben schwer machen.
Die Diagnose beim Arzt ist eindeutig: Polyarthritis. Rheuma. Wenn ich nicht in ein paar Jahren im Rollstuhl sitzen möchte, muss ich ab sofort Medikamente nehmen. Das sind die Worte, die mir der Arzt jetzt sehr direkt und ohne durch die Blume zu sprechen ins Gesicht sagt. Ich soll mir in Ruhe überlegen, ob ich mit der Behandlung einverstanden bin. Das Medikament ist eine Chemotherapie, wenn auch gering dosiert, aber mit jeder Menge Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Haarausfall, um nur die gängigsten zu nennen. Dazu Cortison, um die Entzündungen erst einmal in den Griff zu bekommen.
Juni 2012: Die Gelenkbeschwerden sind etwas besser geworden. Dafür habe ich jetzt schon ab Mitte der Woche Angst vorm Wochenende, wenn ich meine Medikamente nehmen muss. Durch das Cortison habe ich noch einmal zugenommen und ich fühle mich unendlich schlapp. Inzwischen fallen mir die Haare aus und ich bin einfach nur unglücklich.
Meine Migräneattacken sind noch häufiger und meine Schuppenflechte im Gesicht ist unübersehbar.
Jeden Monat muss ich nun zur Blutabnahme, um zu kontrollieren, ob sich die Entzündungswerte verbessert haben und ob ich die Medikamente vertrage.
Ich bin zu diesem Zeitpunkt 36 Jahre jung.
Seit ich ein Teenager war, habe ich Gewichtsprobleme. Ich achtete ständig auf meine Ernährung und habe sämtliche Ernährungsformen und Diäten ausprobiert. Ich habe mit viel Disziplin und Verzicht oft viel abgenommen und genauso oft wieder zugenommen. Ich war der wandelnde JoJo-Effekt. Aber egal, welche Ernährungsform ich probierte, eins blieb immer gleich: Ich aß viel Getreide in Form von Vollkornbrot, Nudeln etc. Brot war mein Grundnahrungsmittel Nr. 1. Wollte ich abnehmen, hungerte ich, sparte Kalorien, wo immer es ging, ruinierte meinen Stoffwechsel. Ich hatte immer Hunger und dachte den ganzen Tag daran, wann ich endlich wieder essen konnte. In den Zeiten, in denen ich nicht abnahm, aß ich natürlich auch Kuchen, Schokolade, Süßigkeiten. Aber immer im Rahmen. Trotzdem ging mein Gewicht im Laufe der Jahre immer höher und höher. Und ich wurde immer müder, immer schlapper und hatte oft diffuse Schmerzen in den Muskeln und in den Gelenken.
Dezember 2013:
Ich sitze mal wieder im Wartezimmer. Dieses Mal bei einem neuen Arzt, den ich noch nicht kenne. Seit mehr als einem Jahr nehme ich meine Medikamente und fühle mich inzwischen nur noch alt und schlapp.
Der Arzt nimmt sich sehr viel Zeit für mich. Er hört sich alles ganz genau an und stellt viele Fragen. Am Ende des Behandlungsgesprächs sagt er einen Satz, der vielleicht mein ganzes Leben geändert hat: „Es gibt Menschen, die reagieren empfindlich auf Getreide. Versuchen Sie mal, eine Zeit lang auf Getreide zu verzichten.“ Ehrlich gesagt kam mir dieser Satz zu diesem Zeitpunkt fast genauso schlimm vor wie die Diagnose beim Rheumatologen eineinhalb Jahre zuvor. Auf Getreide verzichten? Was sollte ich um Himmels Willen noch essen? Ich hätte ausschließlich von Brot und Getreide leben können. Ich liebte Getreide, ich würde behaupten, ich war danach süchtig. Der Gedanke, auf Getreide zu verzichten, stimmte mich depressiv.
Es dauerte ein paar Tage, bis ich beschloss, dem Rat des Arztes zu folgen. Zuerst begann ich, im Internet zu recherchieren. Was ich da las, erstaunte mich wirklich. Es gab etliche Berichte, in denen alle meine Krankheitssymptome aufgelistet waren und immer war das Fazit: Getreideunverträglichkeit. Ich erkannte mich in den vielen Listen und Beschreibungen wieder und beschloss an einem Morgen, dass heute der Tag war, an dem ich es zumindest einmal probieren wollte.
Ein paar Tage später merkte ich, dass ich mich seit langer Zeit einmal nicht schlapp und müde fühlte. Und als es mir bewusst wurde, merkte ich, wie gut sich das anfühlte, wach, klar und energiegeladen zu sein. Das einzige Problem war: wieder einmal drehten sich meine Gedanken ums Essen. Ich hatte wieder Hunger und musste mich sehr disziplinieren, um nicht einfach ein belegtes Brot zu essen. Ich aß jetzt getreidefrei und, wie ich es immer gelernt hatte, fettarm. LCHF normal
Als ich eines Abends mal wieder im Internet las, begegnete ich zum ersten Mal dem Begriff LCHF. Es war, als hätte mir jemand die Augen geöffnet. Nicht nur, dass ich mich in jedem Satz wiedererkannte, das ganze Konzept war, als hätte man es für mich gemacht.
Ich bin heute noch so froh und glücklich, dass ich mich getraut habe, meine lange anerzogene Angst vor Fett einfach über Bord zu werfen und ab dem nächsten Tag meinen Fettkonsum drastisch zu erhöhen, um keinen Hunger mehr zu haben. Ab dem ersten Tag kam ich mir vor wie im Paradies. All die Lebensmittel, die ich jahrelang gemieden hatte, landeten in meinem Einkaufswagen und gleich am ersten Abend kochte ich mir ein leckeres LCHF-Essen, das mich nicht nur satt und zufrieden, sondern richtig glücklich machte. Völlig euphorisch bereitete ich mir meine Mahlzeiten vor und war jedes Mal erstaunt, wie lecker es war. Ganz schnell verschwand die Angst, die ich noch ein paar Tage vorher hatte, ich würde nie mehr satt werden. Im Gegenteil: Ich war nach jedem Essen satt und zwar lange. Irgendwann fiel mir selber auf, dass ich zwischen den Mahlzeiten nicht mehr ans Essen dachte. Dass ich eine Mahlzeit ausfallen lassen konnte, ohne ans Essen zu denken. Was für ein Gefühl. Dazu ging es mir gut. Ich hatte unbändige Lust, mich zu bewegen und beschloss eines Abends joggen zu gehen. Mal abgesehen davon, dass ich nicht die beste Kondition hatte, merkte ich, dass mir meine Zehen und Knie nicht weh taten und ich einfach laufen konnte.
Ich begann, dieses Leben zu lieben.
Einige Wochen später beschloss ich, die Tabletten gegen mein Rheuma abzusetzen. Mein Arzt war mit diesem Versuch einverstanden. Als die Beschwerden ausblieben und ich weiter beweglich und schmerzfrei blieb, hätte ich die ganze Welt umarmen können.
Zu dieser Zeit begannen die Leute, mich darauf anzusprechen, ob ich abgenommen hätte. Da ich mich aus Frust und Angst lange nicht gewogen hatte, wusste ich es nicht. Doch schon bald war klar, meine Klamotten waren zu groß geworden. Seit ich mich wieder wiege, habe ich nun 35 Kilo verloren. Ich wurde nicht nur die rheumatischen Beschwerden und mein Gewicht los, auch die Schuppenflechte im Gesicht wurde von Tag zu Tag besser und ist nun ganz weg und ich habe nicht ein einziges Mal mehr Migräne gehabt.
Die LCHF-Ernährung ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Inzwischen habe ich zwei Freundinnen mit Autoimmunkrankheiten davon überzeugt, es mal zu probieren und auch die Beiden sind begeistert von den gesundheitlichen Verbesserungen.
Oktober 2014
Im Wartezimmer des Arztes sitzt eine Frau. 38 Jahre alt, sie sieht gesund und fit aus und ihre Haut strahlt. Sie war beim Gesundheitscheck. Die Werte der Blutkontrollen sind einwandfrei. Entzündungswerte sind nicht mehr im Blut nachweisbar und die Zucker- und Cholesterinwerte sind perfekt. Ihr BMI liegt bei 25,1. Der Arzt beglückwünscht sie zu den tollen Ergebnissen.
Diese Frau bin ich.
Anja

Die Erfolgsgeschichte von Anja wurde im Low Carb – LCHF Magazin 4/2014 publiziert. Vielen Dank Anja, für diese bewegende Gesundheitsreise.

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