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Kann Fasten plus Keto Diabetes heilen?

Fasten

Die schwedische Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin Ann Fernholm hatte im Februar 2017 einen sehr informativen Artikel über Fasten plus ketogene Ernährung in Bezug auf Diabetes auf ihrem Blog publiziert, der nach wie vor aktuell ist. Hier die Übersetzung:

Kann Fasten plus Keto Diabetes heilen?

Die Schwedin Katarina Skogfält ist Krankenschwester und Mutter eines Kindes mit Typ-1-Diabetes. Sie betreibt den Blog „Iss dich gesund“. In diesem wies sie vergangene Woche auf eine ganz neue Studie (1) hin, die zeigte, dass es bei Mäusen gelang, durch Fasten plus ketogene Ernährung die Insulinproduktion bei Mäusen mit Typ-1-Diabetes, wieder in Gang zu setzen. Die Studie wurde in Cell publiziert und im schwedischen Fernsehen wurde ein Bericht mit dem Titel „Fasten kann Diabetes heilen“ gesendet.

Ketogene Ernährung kann die Insulinproduktion wieder herstellen

Fasten und Keto

Mäuse mit Diabetes (Typ-1 und Typ-2) bekamen jeden 7.Tag für 4 Tage eine Ernährung, die wenig Kalorien, wenig Protein und wenig Kohlenhydrate hatte, jedoch viel Fett. Also eine ketogene Ernährung (auch wenn eine ketogene Ernährung nicht Kalorienreduziert ist, Anm. der Übersetzerin). Wenn die Hauptenergiequelle der Mäuse Fett war, konnten sich die insulinproduzierenden Zellen erholen. Etwas revolutionär ist, dass die Wissenschaftler auch einen positiven Effekt bei den Mäusen mit Typ-1-Diabetes feststellen konnten, die Diabetesform, die hauptsächlich bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert wird. Mit Hilfe des Giftes Streptozotocin legten die Forscher die Insulinproduzierenden Zellen der Mäuse lahm. Die Mäuse, die herkömmliche Nahrung bekamen, entwickelten Typ-1-Diabetes und bekamen einen astronomisch hohen Blutzucker. Die Mäuse, die eine kalorienlimitierte ketogene Ernährung bekamen, hatten nach 60 Tagen normale Blutzuckerwerte und ihr Körper schien geheilt zu sein.

 

Natürlich sind Mäuse keine Menschen und der Typ-1-Diabetes in dem Mausmodell unterscheidet sich von dem menschlichen Typ-1-Diabetes. Daher ist es natürlich fraglich, ob eine kalorienlimitierte ketogene Ernährung auch einen heilenden Effekt bei Menschen haben kann. Gleichzeitig gehen viele Forscher davon aus, dass es durch den hohen Konsum von schnell verwertbaren Kohlenhydraten (Süßigkeiten, weißes Brot, Nudeln) so aussieht, dass die Erkrankung in jungen Jahren vermehrt diagnostiziert wird und dann abnimmt (2). Bei Typ-1-Diabetes attackiert die eigene Immunabwehr die insulinbildenden Zellen und einige glauben, dass die Attacke dadurch verstärkt wird, dass heute mehr Insulin produziert werden muss, als jemals in der menschlichen Geschichte.

Fettleibigkeit – ein Risikofaktor für Diabetes im Kindesalter

 

FastenEbenso haben Forscher in den letzten Jahren entdeckt, dass Übergewicht bei Kindern das Risiko an Typ-1-Diabetes zu erkranken erhöht. Im Jahr 2011 fanden britische Forscher (3) heraus, umso höher der BMI, desto größer die Gefahr an Typ-1-Diabetes zu erkranken. Dieser Zusammenhang wurde erst kürzlich von dem internationalem Netzwerk Type 1 Diabetes TrialNet (4)  bestätigt. Dort begleiten Wissenschaftler Menschen, die ein Risiko zur Entwicklung von Typ-1-Diabetes haben. Ihre Analyse zeigt, dass Kinder mit Übergewicht oder Fettsucht ein höheres Risiko der Erkrankung aufweisen.

 

Abgesehen davon haben schwedische Forscher einen Zusammenhang zwischen der Fettleibigkeit der Mutter während der Schwangerschaft und dem Risiko des Kindes an Typ-1-Diabetes zu erkranken gefunden. Und dänische Forscher haben einen Zusammenhang zwischen der Fettleibigkeit erwachsener Frauen und Typ-1-Diabetes festgestellt, bei den Frauen war das Risiko einer Erkrankung mehr als doppelt so hoch (5).

 

Nach all dem Gesagten, möchte ich darauf hinweisen, dass Typ-1-Diabetes mehrere Ursachen haben kann, unter anderem scheinen bestimmte Viren, Enteroviren, an der Entwicklung der Krankheit beteiligt zu sein. ABER: Vieles spricht dafür, dass insulinabhängige Ernährung den Verlauf ebenfalls beeinflussen kann. Die Forschung sollte schnellstens eine Studie machen, die untersucht, ob mit einer Ernährung die den Insulinanstieg reduziert der Verlauf der Erkrankung bei den Menschen beeinflusst werden kann, die begonnen haben Antikörper gegen ihre insulinbildenden Zellen zu entwickeln. Dann sollten alle Kinder eine bessere Ernährung erhalten. Wie die Forscher schreiben: Die Reduzierung des Typ-1-Diabetes sollte als potenzieller zusätzlicher Nutzen für die Prävention von Fettleibigkeit bei Kindern in Betracht gezogen werden (6).

Wir haben alles zu gewinnen, nichts zu verlieren.

 

PS: Ich habe vergessen, die Frage in der Überschrift zu beantworten. Heilen ist ein starkes Wort und die Antwort ist wahrscheinlich nein. Bei Typ-2-Diabetes hingegen ist es möglich beschwerdefrei zu werden und den Körper teilweise heilen. Bei Typ-1-Diabetes kann eine strikte kohlenhydratarme Ernährung möglicherweise den Abbau der insulinproduzierenden Zellen verlangsamen. Menschen, die an Typ-1-Diabetes leiden, haben zu Beginn häufig noch eine gewisse Insulinproduktion. Es kann möglich sein, diese Zeit durch eine strengere Form der kohlenhydratarmen Diät zu verlängern. Eine Studie wäre erforderlich, um dies zu untersuchen. Menschen mit Typ-1-Diabetes sollten nicht eigenverantwortlich und nur unter ärztlicher Kontrolle fasten.

 

Vielen Dank für diesen Artikel, liebe Ann Fernholm. Hier geht es zum Original-Artikel.

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(1) http://www.cell.com/cell/abstract/S0092-8674(17)30130-7

(2) www.lakartidningen.se/OldWebArticlePdf/9/…/LKT0826s1917.p

(3) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21166841

(4) https://www.trialnet.org/

(5) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28202550

(6) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21166841

 

Titelbild: ©-Robert-Przybysz – Fotolia.com

Kind mit Zucker: ©-urbans78- Fotolia.com

 

 

 

 

 

 

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2 COMMENTS
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    Gnubbel 3. Februar 2020

    Auf den Satz „Heilen ist ein starkes Wort und die Antwort ist wahrscheinlich nein“ möchte ich mit einem Zitat antworten: „Alle sagten, es geht nicht. Da kam einer, der das nicht wusste, und tat es. Und es ging.“ Auf diese Art bin ich vor zehn Jahren nicht nur meinen Diabetes (Typ 2) und meine Fettleber losgeworden, sondern habe heute nicht einmal mehr eine Insulinresistenz. Gut möglich, dass das nicht bei jedem Betroffenen funktioniert, aber ein bisschen Optimismus kann nie schaden. Was haben wir denn zu verlieren?

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