Home / Gesundheit  / Erfolgsgeschichte  / Schadet LCHF in der Schwangerschaft?

Schadet LCHF in der Schwangerschaft?

Elisabeth Häusler berichtete in dem  Low Carb – LCHF Magazin 4/2017 über ihre Schwangerschaft.

Schadet LCHF in der Schwangerschaft?

 

Mein Name ist Elisabeth Häusler, ich bin 29 Jahre alt und seit April 2016 Mutter einer süßen Tochter. Ich möchte meine Geschichte vom Schwangerwerden und meiner Schwangerschaft erzählen.

 

Im August 2014 beschlossen mein Freund und ich, dass ein Baby unser Glück perfekt machen würde. Da ich einige Jahre zuvor an PAP III (Vorstufe Gebärmutterhalskrebs) erkrankt war und mich daraufhin einer OP unterziehen musste, wollte ich unser Vorhaben vorab mit meiner Frauenärztin besprechen. Zur gleichen Zeit wurde die Empfehlung veröffentlicht, dass eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs auch für bereits erkrankte Frauen sinnvoll wäre. Dazu habe ich mich dann auch entschlossen, was den Wunsch nach einer Schwangerschaft allerdings vorerst auf Eis legte. Innerhalb dieser Impfperiode wird von einer Schwangerschaft abgeraten (3 Impfungen in ca. 8 Monaten).

 

Zudem merkte meine Frauenärztin an, dass sie mein Gewicht für bedenklich halte und ich die Impfzeit für eine Gewichtsabnahme nutzen könne, indem ich versuche, am Abend auf Kohlenhydrate zu verzichten.

 

Ich startete bei 110,7 kg und mein Freund stürzte sich mit mir in die neue Ernährung. Wir versuchten uns an 10-Weeks-Body-Change von Detlef D. Soost. Mit Erfolg! In 10 Wochen eine Abnahme von 10 Kilo, ein guter Schnitt für uns beide. Danach sollte es allerdings weitergehen und ich stieß durch Zufall auf LowCarbGoodies von Daniela Pfeifer. Etwas Besseres hätte mir nicht passieren können.

 

An dieser Stelle ein großes DANKE an Frau Pfeifer für ihre Bücher und ihre Seite mit vielen wunderbaren Rezepten. Meine persönliche Ernährungsrevolution ging weiter, ich stellte auf LCHF um und meine gesundheitlichen Probleme wurden besser. Meine Magen-Darm-Probleme verschwanden, meine Haut wurde Schritt für Schritt sichtlich gesünder. Bis zum Abschluss meiner Impfungen im Mai waren es 13 kg weniger auf der Waage und wir beschlossen, ab Juni unser Glück zu versuchen.

 

Am 22. September 2015 wurde uns dann die frohe Botschaft verkündet. Es hat unglaublich und überraschend schnell geklappt und ich war schwanger. Ich aß LCHF liberal und fühlte mich gut. Von Morgenübelkeit blieb ich verschont und auch sonst hatte ich keine gesundheitlichen Einschränkungen. Mit der Zeit und der Bekanntgabe in der Familie wurden die Stimmen lauter, ich sollte mich, meinem Kind zuliebe, „normal“ ernähren und keiner Diät folgen. Kurz vor Weihnachten gab ich dem Drängen nach und knickte ein. Es standen wieder viele Kohlenhydrate auf dem Speiseplan, auch in Form von Getreide. Ziemlich zeitnah litt ich unter unerträglichen Kopfschmerzen rund um die Uhr, Müdigkeit und Mattigkeit. Nach wenigen Tagen kehrten meine Magen-Darm-Probleme zurück und meine Haut fing wieder an, sich zu röten und zu schuppen.

 

Nach drei Wochen hatte ich meinen nächsten Termin bei meiner Frauenärztin. Fünf Kilo hatte ich in der kurzen Zeit zugenommen und das war, trotz Schwangerschaft, zu viel. Ich erläuterte ihr meine Probleme und sie riet mir, mich wieder Low Carb zu ernähren. Mit der Rückendeckung meiner Frauenärztin kehrte ich zu LCHF zurück und innerhalb kürzester Zeit verschwanden die Kopfschmerzen. Es ging mir wieder gut. Die nächsten Monate der Schwangerschaft verliefen ohne jegliche Komplikationen und auch die Kleine entwickelte sich prächtig. Sie war gesund und alle Werte waren bestens. Bis zum letzten Tag meiner Schwangerschaft konnte ich nahezu alles machen und wäre gern noch etwas länger schwanger gewesen, obwohl ich 17 Kilo zugenommen hatte. Am 22. April 2016 beschloss unsere Tochter, sich mit einem Blasensprung auf den Weg zu machen. Nach 19 turbulenten Stunden konnten wir unser kleines Wunder in den Armen halten.

 

Leah wog bei ihrer Geburt 2992 g, war 50 cm groß und gesund. Und das, obwohl ich mich LCHF ernährte oder vielleicht, weil ich mich eben LCHF ernährte. Bereits eine Woche nach ihrer Geburt waren die Kilos aus der
Schwangerschaft verschwunden und weitere sechs Wochen später zur Nachuntersuchung waren es weitere sieben Kilo weniger. Ich ernährte mich LCHF, aber keineswegs unterkalorisch, denn ich wollte meiner Tochter die optimale Muttermilch bieten.

 

Am Tag der Nachuntersuchung bat ich die Arzthelferin bei meiner Frauenärztin darum, mich zu wiegen. Zu oft hatte sie mich angemahnt, ich nehme zu viel in der Schwangerschaft zu und endlich konnte ich ihr beweisen, dass es nicht an der Ernährung lag. Seit dem letzten Wiegen in der Schwangerschaft waren es 24 Kilo weniger, das Ergebnis sprach für mich. Mehrmals stammelte sie „24 Kilo, 24 Kilo, …, das hatte ich ja noch nie“. Ihren Gesichtsausdruck werde ich mein Leben lang nicht vergessen und der Gewichtsverlust spricht für eine gesunde LCHFErnährung, auch während der Schwangerschaft und Stillzeit.

 

Fazit: Wir haben eine gesunde Tochter geschenkt bekommen, in der Schwangerschaft ging es mir super, mit Ausnahme der drei Wochen High Carb, und auch der Papa hat alles gut überstanden. In einer weiteren Schwangerschaft würde ich mich wieder LCHF ernähren und mit den gesammelten Erfahrungen auch auf nichts anderes einlassen. Jede werdende Mutter sollte sich auf ihr Bauchgefühl und die Anzeichen ihres Körpers verlassen.

Elisabeth Häusler
Ganzheitlicher Ernährungscoach Low Carb – LCHF – Paleo

 

Bildrechte: Elisabeth Häusler

 

 

„Kann auch während der Schwangerschaft LCHF gegessen werden?“, diese Frage taucht immer wieder auf.

 

Lesen dazu den Beitrag Schwangerschaft und Low-Carb-Ernährung sowie Schwangerschaftsübelkeit verbessert sich mit LCHF  (vom Mediziner und Ernährungsspezialist Dr. Andreas Eenfeld, weltbekannt als Diet Doctor). Beide Artikel sind aus dem Low Carb – LCHF Magazin 1/2014.

 

 

 

 

www.LCHF-Deutschland.de und LCHF Deutschland Akademie und Kongress Keto und Sport

Print Friendly, PDF & Email

britta.wingartz@dvs-hg.de

Review overview
Keine Kommentare

Kommentieren