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Türchen Nummer 19

„Ring ring“ macht es vielleicht nicht mehr…

 

aber seien wir doch mal ehrlich, Laptop, Tablet und vor allem unsere Smartphones sind im Dauereinsatz und kaum jemand kann sich auch nur ansatzweise vorstellen das Haus OHNE selbiges zu verlassen. Waaaaas??? Allein bei dem Gedanken bekommen einige Herzrasen. Doch warum ist das eigentlich so? Haben wir Angst etwas zu verpassen? Was könnte so wichtig sein, dass es uns absolut unmöglich scheint unerreichbar zu sein? Hast Du es schon ein Mal versucht? Vielleicht ist ja genau das Gegenteil der Fall? Digital detox ist das Zauberwort. Detox… war das nicht so was gesundes…? Ja! Richtig! Detox bedeutet übersetzt „entgiften“. Es beinhaltet z.B. das Entgiften durch Gemüse oder Entspannungsübungen. Warum also nicht mal digital entgiften? Puuuuhhh… ganz schön schwierig? Ja… Vielleicht… Probiers aus! Lass das Handy zu Hause und mach einen schönen Spaziergang. Vielleicht hat es schon geschneit und du kannst den Schnee unter den Füßen ganz bewusst genießen ohne ständig jede Flocke fotografieren zu müssen. Oder statt aufs Smartphone zu schauen kannst Du Deinen Blick aufrichten. Schau Dir die geschmückten Fenter in der Nachbarschaft an und Deinen Mitmenschen ins Gesicht. Vielleicht detoxen sie ja auch gerade…

 

Und? Bist Du mutig genug? Herausforderung angenommen?

 

 

3……..2……..1……. AUS!

 

 

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In inniger Verbundenheit

Anja, Iris und Margret

 

 

Titelbild: SeanPavonePhoto by Envato

Bild im Text: Pixabay

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sunshine250178@aol.com

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2 COMMENTS
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    Gnubbel 19. Dezember 2020

    Ja, dieses „Fear of missing out“ hat’s schon in die Wikipedia geschafft – es basiert auf dem natürlichen Urtrieb der Menschen und aller anderen sozial eingestellten Lebewesen, sich in einer Gruppe zu organisieren, um so seine eigenen Überlebenschancen zu verbessern. In der Steinzeit war es die Höchststrafe, aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden – das war das Todesurteil für den Delinquenten: Wenn er draußen nicht verhungert oder erfroren ist, dann hat ihn irgendein Raubtier zum Mittagessen verspeist.

    Dieser Urtrieb ist auch heute noch fest in uns verwurzelt. Was stellen wir nicht alles an, nur um irgendwo dazuzugehören: Wir kaufen uns von dem Geld, das wir nicht haben, Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen (ja, ich gebe zu, das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, umreißt das Problem aber sehr genau). Wir sind neidisch auf den Nachbarn, wenn der das größere Auto, den grüneren Rasen oder mehr Likes bei Facebook hat, weil wir Angst haben, als „Loser“ aus dem elitären Zirkel ausgestoßen zu werden. Auch das Sixpack ist so ein Statussymbol, mit dem wir „dazugehören“ wollen, dafür rennen wir uns auf dem Laufband die Seele aus dem Leib und hungern uns halb zu Tode. Denn wenn wir zu dick sind, werden wir von den Dünnen diskriminiert. Und wir müssen uns ständig vergewissern, dass wir immer noch dazugehören – wer weiß denn schon, ob sich nicht heimlich in der Nacht irgendwelche Leute zusammengetan und uns aus ihrem Zirkel rausgekickt haben, wenn wir das nicht ständig kontrollieren. Nicht auszudenken, wenn der beste Freund uns die Freundschaft kündigt, weil wir nachts um zwei nicht seinen Anruf entgegengenommen haben.

    Das Dumme daran ist, dass dieser Urtrieb und vor allem der Hang, ihn unhinterfragt auszuleben, uns gleich dreimal in die Sackgasse führt: Zum einen kostet es uns haufenweise Geld, uns immer wieder die Aufmerksamkeit der Gruppe zu kaufen (klar, die Industrie freut sich, wenn wir uns mit den unsinnigsten Weihnachtsgeschenken eindecken, nur damit Tante Frieda uns lieb hat) – Geld, das uns nachher womöglich zum Leben fehlt und uns die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Zum zweiten bringen wir uns um unseren Schlaf, wenn wir Tag und Nacht kontrollieren müssen, wie fest wir noch in unserer Facebookgruppe verankert sind. Wobei, sozusagen als unwillkommener Nebeneffekt, das blaulastige Licht des Bildschirms unsere Melatoninproduktion in den Keller drückt – mit der Folge, dass wir am nächsten Tag ein unaufgeräumtes Gehirn mit uns herumschleppen, das jede Menge Energie zieht, um uns noch leidlich durch den Tag zu kriegen (Computerfreunde wissen sicherlich, wie schön es ist, mit einer fragmentierten Festplatte zu arbeiten, wie da der Prozessor rödelt). Und last but not least entwickelt sich aus dieser Unsicherheit ein Teufelskreis, denn sie erzeugt ein Konkurrenzdenken, das uns immer neidischer werden lässt (ja, wir sind bereits eine klassische Neidgesellschaft) und damit zwangsläufig in die soziale Vereinsamung führt – gerade das, wovor wir solche Angst haben. Freilich, wir haben ja noch unsere dreißigtausend Facebookfreunde, aber wie viel die wirklich wert sind, erfährt man spätestens dann sehr schmerzlich, wenn man sie mal nötig braucht.

    Und weil das noch nicht reicht, was wir uns mit unserem Verhalten selbst antun, sorgt der enorme Dauerstress, der aus dieser ständigen bewussten oder unbewussten Angst, nicht mehr dazuzugehören, resultiert, auch noch dafür, dass unser auf Hochtouren ratternder Prozessor (sprich: unser Gehirn) Unmengen an Energie einfordert und uns die „Nervennahrung“ immer dicker werden lässt – was wiederum zur Folge hat, dass wir von unserer Umwelt (und auch zunehmend von uns selbst!) noch mehr diskriminiert werden. Noch so ein Teufelskreis, der uns irgendwann in den sicheren Burnout führen wird, wenn wir es so weiterlaufen lassen.

    Kann man denn wirklich nichts dagegen machen? Doch, man kann: Gehen wir doch einfach mal auf unseren Nachbarn zu und schenken wir ihm ein bisschen Aufmerksamkeit. Hören wir ihm zu, wenn er uns seine Seele ausschütten will (passiert öfter, als wir glauben, wir merken’s bloß nicht, weil wir die Antenne nicht ausgefahren haben), trösten wir ihn, wenn er uns seine Sorgen mitteilt, freuen wir uns ehrlich mit ihm über sein schickes neues Auto (freilich eine Challenge, aber unsere Nachbarn lieben uns dafür) und seien wir ihm dankbar, dass er uns einen kleinen Teil seiner Lebenszeit gewidmet hat. Diese kleinen seelischen Streicheleinheiten, die dazu noch nicht mal was kosten, stellen eine Verbundenheit her, die uns selbst dreißigtausend Facebookfreunde nicht bieten können.

    Und dann wird etwas passieren, worüber ich selbst verblüfft war: Wir fühlen uns eingebettet in einen Kreis netter Menschen, die uns mögen, und allein das nimmt so viel von dem Dauerstress aus unserem Alltag, dass die Pfunde quasi von allein anfangen zu purzeln. Glaubt ihr nicht? Ausprobieren!

    Übrigens, „Ring Ring“, dieser frühe ABBA-Hit, war ein Begleiter durch einen sehr schönen Teil meiner Jugendzeit. Danke, liebe Anja, dass du mich daran erinnert hast 🙂

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