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Typ-2-Diabetes ist eine landesweite Gesundheitskrise

Fette Wissenshäppchen

Der Artikel „Typ-2-Diabetes ist eine landesweite Gesundheitskrise“ ist eine Übersetzung des Artikels „Type 2 diabetes is a national health crisis„, zuerst erschienen auf der Website Virta Health, von unserem Teammitglied Melanie Ryan.

Typ-2-Diabetes ist eine landesweite Gesundheitskrise

Für Erwachsene in den Vereinigten Staaten ist es mittlerweile wahrscheinlicher Typ-2-Diabetes zu haben bzw. auf dem besten Weg dahin zu sein als nicht. 14,3 % aller Erwachsenen in den USA haben Typ-2-Diabetes, und 38 % Prädiabetes. Damit leiden 52,3% der erwachsenen Amerikaner an einer Stoffwechselerkrankung.

4/10

52,3% aller Erwachsenen in den USA leiden an einer Stoffwechselerkrankung

4/10 Beinahe 4 von 10 Amerikanern haben Prädiabetes

 

 

 

1/7 Jeder 7. erwachsene US-Bürger hat Typ-2-Diabetes

 

Was ist Typ-2-Diabetes?

Ganz einfach ausgedrückt ist Diabetes ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen, die erhöhten Blutzucker nach sich ziehen. Typ-2-Diabetes (auch „Diabetes mellitus, Typ 2“) umfasst ca. 95 % dessen, das einfach als „Diabetes“ bezeichnet wird. Zu Beginn der Erkrankung ist Diabetes durch die Kombination eines sehr hohen Insulinspiegels gepaart mit einem hohen Blutzuckerspiegel gekennzeichnet.  Bei einem gesunden Menschen würde ein derart hoher Insulinspiegel den Blutzuckerspiegel schnell wieder senken. Bei Typ-2-Diabetes ist der Körper jedoch resistent gegen die Wirkung von Insulin (auch „Insulinresistenz“ genannt), wodurch es sehr schwierig wird, den Blutzuckerspiegel durch die Gabe von Insulin oder anderen Standardmedikamenten zu regulieren.

 

Als Prädiabetes bezeichnet man ein früheres Stadium der Insulinresistenz, in dem der Blutzucker zwar erhöht ist, die Schwelle zum Typ-2-Diabetes aber noch nicht überschritten wird. Ein Expertengremium der American Diabetes Association schätzte, dass 70 % derer, die Prädiabetes haben, in Zukunft an Diabetes erkranken werden. [3] Da Prädiabetes jedoch nur sehr wenige offensichtliche Symptome hat, wissen 90 % aller an Prädiabetes Erkrankten gar nicht, dass sie es haben. [4]

 

Wie äußert sich Typ-2-Diabetes?

Symptome für Typ-2-Diabetes sind unter anderem:

  • Müdigkeit
  • Großer Durst und ein trockener Mund
  • Vermehrtes Wasserlassen
  • Häufige Vaginal- oder Harnwegsinfektionen
  • Erektionsstörungen
  • Mehr Hunger
  • Neuropathie (Taubheit oder Kribbeln in Händen und/oder Füßen)
  • Verschwommene Sicht
  • Langsame Wundheilung oder häufige Infektionen
  • Gewichtszunahme

 

Symptome für Prädiabetes sind unter anderem:

  • Ständige Müdigkeit und Hunger
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Neuropathie (Taubheit oder Kribbeln in Händen und/oder Füßen)
  • Dunkle Hautveränderungen am Hals, in den Achselhöhlen und in Hautfalten
  • Zahlreiche Fibrome (Stielwarzen)
  • Gewichtszunahme, besonders in der Körpermitte

 

Woher weiß man, ob man Diabetes hat?

 Typ-2-Diabetes

Mindestens eines dieser Bluttestergebnisse:

  1. Nüchternblutzucker von 126 mg/dL oder höher an zwei verschiedenen Tagen,
  2. HbA1c von 6,5% oder höher,
  3. ein oraler Glukosetoleranztest, der nach zwei Stunden einen Blutzucker von mindestens 200 mg/dL zeigt.

 Prädiabetes

Mindestens eines dieser Bluttestergebnisse:

  1. Nüchternblutzucker von 100-125 mg/dL an zwei verschiedenen Tagen,
  2. HbA1C zwischen 5,7 und 6,4 %,
  3. ein oraler Glukosetoleranztest, der nach zwei Stunden einen Blutzucker von mindestens 140 mg/dL zeigt.

 

Woher kommt ein erhöhter Blutzuckerspiegel?

Carbs per 100 grams

Jeder hat zu jeder gegebenen Zeit Glucose – eine bestimmte Art von Zucker – im Blut. Zucker ist eine Energiequelle – er kann die Zellen in unserem Körper mit der Energie versorgen, die sie brauchen, um unterschiedliche Funktionen zu erfüllen, von Gehirnfunktion bis zur Versorgung der Muskeln während eines hochintensiven Trainings.

 

In der typischen amerikanischen Ernährung kommt der größte Teil des Zuckers im Blut aus einer bestimmten Nahrungsquelle – den Kohlenhydraten. Stärkehaltige Lebensmittel, wie Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Backwaren und Kristallzucker werden häufig als Kohlenhydrate bezeichnet, obwohl „Kohlenhydrate“ eigentlich nur bestimmte Moleküle in diesen Lebensmitteln sind.

 

Auch die meisten Früchte, Obstsäfte, süße Getränke und stärkehaltigen Gemüse wie Möhren, Wurzelgemüse, Mais, getrocknete Bohnen und Erbsen enthalten große Mengen Kohlenhydrate. Nicht-stärkehaltige Gemüsesorten, wie grünes Blattgemüse, Gurken, grüne Bohnen, Paprikaschoten und Broccoli, hingegen enthalten nur geringe Mengen an Kohlenhydraten. Kohlenhydratmoleküle wie Stärke sind einfach Ketten von Zuckereinheiten, aber unser Körper kann keine langen Ketten absorbieren. Im Verdauungsprozess werden diese Zuckerketten in einzelne Zuckereinheiten zerlegt, die dann absorbiert werden können. Die meisten dieser Zuckereinheiten sind Glucose (Blutzucker). Deshalb steigt, wenn wir kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel essen, der Blutzuckerspiegel (eigentlich „Blut-Glucose-Spiegel“) an – wir absorbieren den Zucker direkt ins Blut.

 

Die Rolle des Insulins

 

The role of insulinIst dieser Zucker dann im Blut angekommen, muss er noch ein wenig weiterreisen – um für die Energieproduktion genutzt werden zu können, muss er in die Zellen gelangen. An dieser Stelle kommt Insulin ins Spiel. Insulin ist ein Botenstoff, den unser Körper herstellt – ein Hormon das auch für Wachstum, Fetteinlagerung und Energienutzung zuständig ist. Insulin transportiert den Zucker aus dem Blut in die Zellen, so dass er in Energie umgewandelt werden kann.

 

Der Verzehr von Kohlenhydraten hat einen Anstieg des Blutzuckerspiegels zur Folge. Insulin hat die Aufgabe, diesen Anstieg zu minimieren. Immer wenn wir also Kohlenhydrate zu uns nehmen und unser Blutzucker ansteigt, gibt der Körper Insulin ins Blut, um den Zucker in die Zellen zu transportieren. Wenn der Körper jedoch aus irgendeinem Grund nicht mehr auf das Signal des Insulins reagiert, kann der Zucker nicht mehr in die Zellen gelangen und so bleibt er im Blut. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel.

 

Insulinresistenz

 

Metabolism comparisonDie Ursache für Typ-2-Diabetes ist Insulinresistenz, ein Zustand, in dem die Zellen nicht mehr auf das Signal von Insulin reagieren. Obwohl die eigentliche Ursache für Insulinresistenz noch nicht genau bekannt ist, ist jedoch klar, dass die Gabe von mehr Insulin das Problem nicht löst. Während der Insulinspiegel als Reaktion auf den Verzehr von Kohlenhydraten auch weiterhin ansteigt, kann der Zucker dennoch nicht effizient in die Zellen transportiert werden, weil diese nicht länger auf das Hormon reagieren. Dadurch steigen sowohl der Insulin- als auch der Blutzuckerspiegel.

 

Geht das über Jahre so, muss der Körper viel mehr Insulin ausschütten als vorgesehen, um gegen den chronisch erhöhten Blutzucker anzukämpfen. Haben wir erst einmal das Erwachsenenalter erreicht, wachsen neue insulin-produzierende Bauchspeicheldrüsenzellen nur noch begrenzt nach [5], und wenn die Insulinzellen (Beta-Zellen) überfordert sind, werden sie zerstört und nicht ersetzt. Deshalb kann Typ-2-Diabetes langfristig zum Verlust oder zu einer erheblichen Einschränkung der körpereigenen Insulinproduktion führen. Es kommt zur Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse. In diesem Stadium im Verlauf eines Typ-2-Diabetes werden Insulininjektionen notwendig, um die eigene nachlassende Versorgung aufzustocken.

 

Außer mit Typ-2-Diabetes und Prädiabetes ist Insulinresistenz mit einer Reihe weiterer Gesundheitsprobleme verbunden, einschließlich metabolischem Syndrom, polyzystischem Ovarsyndrom (PCOS), atherosklerotischer Herzkrankheit, Fettleber und vielem mehr. [6-9]

 

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel ist Zeichen einer Kohlenhydratintoleranz

 

Als normal gilt für gewöhnlich ein Nüchternblutzucker von unter 100 mg/dL oder 70-140 mg/dL zwei Stunden nach dem Essen. Dies entspricht etwa einem Teelöffel Zucker, der im gesamten Blutkreislauf zirkuliert.

1tsp of sugar

 

Der Körper bemüht sich, den Blutzucker in diesem Bereich zu halten, da zu viel Zucker im Blut den Blutgefäßen und Organen ernstzunehmenden Schaden zufügen kann, der einige der schrecklichen Begleiterkrankungen des Diabetes verursacht, wie Erblindung, Nierenversagen oder Amputationen. Wenn also der Blutzucker über diesen Normalwert hinaus steigt, kurbelt der Körper die Insulinausschüttung an, um den überschüssigen Zucker aus dem Blut hinaus und in die Zellen hinein zu befördern.

 

Wenn wir etwas essen, das viele Kohlenhydrate enthält, wie zum Beispiel eine Portion weißen (oder sogar braunen) Reis, steigt der Blutzucker schnell an. Dies geschieht, weil die Kohlenhydrate im Reis schnell in Zucker aufgespalten werden. Eine Tasse Reis enthält ca. 45 g Kohlenhydrate, was bedeutet, dass ca. neun Teelöffel Zucker in ein System absorbiert werden, das sich bemüht, jederzeit ein stabiles Niveau von einem Teelöffel zu halten.

brown rice

Manchen Menschen fällt es relativ leicht, ihren Blutzucker nach einer Mahlzeit mit viel Kohlenhydraten wieder zu senken. Sie reagieren sehr gut auf das Insulinsignal, so dass ihr Körper den Zucker effizient vom Blut in die Zellen befördern kann. Man könnte dies als hohe Kohlenhydrattoleranz bezeichnen, da diese Menschen viele Kohlenhydrate verzehren können, ohne dass diese Blutzuckerprobleme auslösen.

 

Menschen mit Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes fällt es jedoch extrem schwer ihren Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit mit viel Kohlenhydraten wieder zu senken. Diese Menschen sind gegenüber dem Insulinsignal resistent, so dass es ihrem Körper kaum noch gelingt, all den Zucker vom Blut in die Zellen zu transportieren. Dadurch bleibt ihr Blutzuckerspiegel erhöht. Dies könnte man als niedrige Kohlenhydrattoleranz oder Kohlenhydratintoleranz bezeichnen. Für viele – besonders die, bei denen Diabetes in der Familie liegt – führt die Belastung durch eine Standardernährung (die für gewöhnlich den Gegenwert von 10 bis 15 Teelöffeln Zucker pro Mahlzeit enthält) über Jahre hinweg schließlich zu Insulinresistenz und Kohlenhydratintoleranz.

 

Wenn man sich die Zellen als klitzekleine Spinde vorstellt, dann ist Insulin der Schlüssel zu den Spinden.

 

cells insulinglucose

Wenn Sie an Typ-2-Diabetes erkrankt sind, kämpfen Sie bereits mit erhöhtem Blutzucker infolge von Insulinresistenz – das bedeutet, dass Sie bereits kohlenhydratintolerant sind. Menschen mit Kohlenhydratintoleranz benötigen sehr viel mehr Insulin, um ihren Blutzucker wieder auf den Normalwert zu reduzieren, als jemand der nicht kohlenhydratintolerant ist.

 

Kohlenhydratintoleranz bedeutet also, dass die Insulinmenge, die nach einer Mahlzeit mit der gleichen Menge Kohlenhydrate benötigt wird, um den Blutzuckerspiegel zu normalisieren, viel höher ist als normal. Jeder Mensch hat seine eigene Toleranzschwelle für Kohlenhydrate.

Typ-2

Während Diabetes allein auf der Grundlage erhöhter Blutzuckerwerte diagnostiziert wird, handelt es sich beim Blutzucker jedoch nur um die Spitze des Eisbergs. Bis vor gar nicht langer Zeit wurde die Rolle, die Entzündungen bei der anfänglichen Entwicklung einer Insulinresistenz und dem langfristigen Fortschreiten von Typ-2-Diabetes spielen, unterschätzt. Es gibt zwei Kategorien für Entzündungen – akut und chronisch –, die sich in ihrer Intensität und Dauer unterscheiden.

 

Akute Entzündungen lassen sich am besten als Schutzreaktion des Immunsystems auf Infektionen oder Verletzungen beschreiben. Gekennzeichnet durch Fieber, Schwellung und Schmerzen entstehen diese Art von Entzündungen schnell und klingen auch schnell wieder ab, wenn der Heilungsprozess abgeschlossen ist.

 

Chronische Entzündungen können zwar durch eine weniger aggressive Erkrankung, wie zum Beispiel Arthrose, hervorgerufen werden, aber auch im Körper von Menschen schwelen, die keine offensichtlichen Anzeichen von Krankheit vorweisen. Im Blut von Patienten mit Typ-2-Diabetes werden wesentlich höhere Entzündungswerte gemessen als bei Nicht-Diabetikern, und sie weisen erheblich mehr Entzündungssymptome auf. [10] Darüber hinaus sind Entzündungswerte im But, wie Leukozytenanzahl, C-reaktives Protein (CRP) und Interleukin-6 (IL-6) sind frühe Warnzeichen für einen sich entwickelnden Typ-2-Diabetes. [11]

 

Deutliche chronische Entzündung wird also nicht nur bei Patienten festgestellt, die bereits Typ-2-Diabetes haben – sie prognostiziert auch Patienten, die an Typ-2-Diabetes erkranken werden, bevor ihr Blutzucker (gemessen mit HbA1c) eine diabetische Erhöhung aufweist. [12]. Darüber hinaus wird die Entzündung in der Folge durch den chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel, der Typ2-Diabetes kennzeichnet, noch verschlimmert.

 

Bei Patienten, die bereits Typ-2-Diabetes haben, steht das Niveau der vorhandenen Entzündung in engem Zusammenhang mit der Entwicklung und dem Voranschreiten von Komorbiditäten wie Herzinfarkt und Nierenerkrankungen. [13] Wenn Sie an Typ-2-Diabetes erkrankt sind hat Ihr Arzt Ihren CRP-Wert wahrscheinlich bereits durch einen einfachen Bluttest ermittelt.

 

Wie wird Typ-2-Diabetes behandelt?

 

Die allgemein anerkannten Behandlungsstrategien für Typ-2-Diabetes gelten als „Pflegestandard“. Und weil Blutzuckermessung inzwischen leicht zugänglich ist, konzentriert sich die Behandlung derzeit fast immer auf die Senkung des Blutzuckers (und damit auch die des HbA1c-Wertes). Wie jedoch oben dargelegt, wäre eine Behandlung, die sowohl den durchschnittlichen Blutzuckerwert als auch die Biomarker für Entzündung senkt, wünschenswert. Ein weiterer Punkt, den Sie bei der Bewertung ihrer Behandlungsmöglichkeiten in Betracht ziehen sollten, ist die Häufigkeit von Nebenwirkungen, die die verschiedenen Ansätze zur Blutzuckersenkung mit sich bringen, wobei starker Unterzuckerung (Hypoglykämie) besondere Beachtung geschenkt werden sollte. Darüber hinaus sollten Sie die Wahrscheinlichkeit von Gewichtszu- oder -abnahme, Kosten, Einsatz von Medikation und den Einfluss der Behandlung auf Fettleber und Blutfette bedenken.

 

Das Wichtigste, wenn es darum geht, sich einen Überblick über die Typ-2-Diabetes-Behandlungen zu verschaffen ist es, dass nahezu jeder das gleiche Endziel anstrebt: Blutzuckersenkung. Während es viele verschiedene Wege gibt, den Blutzuckerspiegel zu senken, sind manche Methoden effektiver als andere und sie alle sind mit unterschiedlichen Nebenwirkungen, Risiken und Kosten behaftet.  Wenn Sie überlegen, welche Behandlung für Sie die Beste wäre, müssen Sie sich ein paar Fragen stellen:

 

Welchen Grad von Kosten, Risiken und Nebenwirkungen sind Sie bereit, auf sich zu nehmen? Und können Sie an dieser Behandlung langfristig festhalten?

 

Es ist auch wichtig sich klarzumachen, dass nicht alle Diabetesbehandlungen auf die gleiche Weise wirken – manche Methoden behandeln lediglich die Symptome des Diabetes (erhöhter Blutzuckerwert), während andere die Grundursachen – Insulinresistenz und Entzündung – bekämpfen.

 

Wie schreitet der Pflegestandard im Laufe Ihres Lebens voran?

 

Im frühen Stadium wird vielen Patienten empfohlen, fürs Erste ihren Lebensstil zu ändern, zum Beispiel indem sie sich mehr bewegen und weniger essen. Nach weiterem Fortschreiten der Erkrankung werden normalerweise Medikamente verschrieben. Der erste Ansatz der pharmazeutischen Therapie konzentriert sich indirekt auf die Blutzuckersenkung, zunächst ohne Anhebung des Insulinspiegels. Sollte dieser Ansatz versagen, werden in der Regel Medikamente (Sulfonylharnstoffe wie Glipizid, und Insulin) verschrieben, die die körpereigene Insulinproduktion ankurbeln, um den Blutzucker zu senken. Das nächste Stadium ist die Gabe von exogenem (von außen kommen, statt vom eigenen Körper) Insulin, entweder durch Injektionen, eine Pumpe oder sogar ein Nasenspray.

 

Diabetesumkehr gegenüber Diabeteskontrolle

 

Umkehr

 

Umkehrstrategien streben die Behebung der Ursachen an: der Insulinresistenz und der Kohlenhydratintoleranz, die das Symptom des erhöhten Blutzuckers auslösen.

 

Dieser Ansatz ist noch nicht sehr weit verbreitet, da nicht alle medizinischen Fachkräfte überzeugt sind, dass Diabetes überhaupt umgekehrt werden kann. Wie auch immer der Konsens hier lautet, es gibt begutachtete, veröffentlichte Studien, die Diabetesumkehr demonstriert haben. [14] Obwohl es noch keine lebenslangen Kohortenstudien gibt (die längste Prospektivstudie ging über ein Jahr) gibt es zahlreiche Fallbeispiele, in denen es Individuen mit diagnostiziertem Typ-2-Diabetes gelang, ihren Blutzuckerwert ohne Medikamente über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg im grünen Bereich zu halten. Wir sprechen hier aus gutem Grund nicht von Heilung: Für die meisten dieser Patienten gilt, dass der Diabetes in der Regel wieder ausbricht, sobald sie die Behandlung nicht mehr regelmäßig anwenden und sie zu ihren früheren Verhaltensmustern zurückkehren.

 

Da Typ-2-Diabetes unheilbar ist, muss man sich bei der Auswertung der Behandlungsmöglichkeiten fragen: Kann ich an dieser Behandlung langfristig festhalten?

 

Kontrolle

 

Die Kontrollstrategien konzentrieren sich auf die Behandlung der Symptome, indem sie den Blutzuckerspiegel indirekt kurzfristig senken.

 

Es gilt zu bedenken, dass ein erhöhter Blutzuckerspiegel ein Symptom der Ursachen Insulinresistenz und Kohlenhydratintoleranz ist. Kontrolliert man also den Diabetes, indem man den Blutzuckerspiegel indirekt senkt, dann behandelt man lediglich die Symptome der Krankheit. Während eine Senkung des Blutzuckerspiegels vor den negativen Konsequenzen erhöhten Blutzuckers schützen kann, müssen Sie der Kontrollbehandlung streng folgen – sonst bleibt Ihr Blutzucker hoch.

 

Behandlungsmöglichkeiten für Typ-2-Diabetiker

 

Es gibt zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten für Typ-2-Diabetes. Manche konzentrieren sich auf die Kontrolle, andere auf die Umkehr, und sie unterscheiden sich im Hinblick auf ihre Wirksamkeit, die langfristige Nachhaltigkeit, Risiken und Kosten.

 

Umkehrstrategien

Ernährung

Chirurgischer Eingriff

  • Bariatrische Chirurgie

 

Kontrollstrategien

Sport

  • Herz-Kreislauf-Übungen/Aerobes Training
  • Widerstandstraining

Ernährung

  • Fettarme Ernährung (reich an Kohlenhydraten, moderater Eiweißanteil)
  • Eiweißreiche Ernährung (moderater bis niedriger KH-/Fettanteil)
  • Zeitbeschränktes Essen

Medikamente, die Insulin nicht erhöhen

  • Biguanide
  • Thiazolidinedione (TZDs)
  • Alpha-Glucosidase-Hemmer
  • SGLT-2-Hemmer

Medikamente, die Insulin erhöhen

  • Sulfonylharnstoffe
  • Insulininjektionen (schnell wirkend, Mischinsulin)
  • Insulininjektionen (Langzeit)
  • Insulinpumpen
  • Insulin-Nasensprays
  • GLP-1-Analoga
  • DPP-4-Hemmer

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Die Entscheidung

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Bild: Shutterstock

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Lesen Sie auch den Artikel:  Mein perfekter Tag mit der Keto-Ernährung

 

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Bildrechte: Virta Health

 

Bibliographie

 

Citations

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