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Sport ist mehr als Aktivität – Das Interview

Sport

Unsere Kollegin Susanne Lonkowsky hat sich heute mit dem Thema Gesundheit und Ernährung in Bezug auf Sport beschäftigt und dazu ein interessantes Interview geführt.

 

Sport ist mehr als körperliche Aktivität

Sport und Gesundheit sind eng miteinander verbunden. Eine gesunde Ernährung allein reicht nicht aus. Nur wer zusätzlich Sport treibt und sich regelmäßig bewegt, kann Krankheiten vorbeugen. Immer mehr Menschen arbeiten im Sitzen. Sei es im Büro oder im Auto. Wir sitzen häufig stundenlang und ohne große Unterbrechungen.  Auch unsere Freizeit verbringen wir zum großen Teil sitzend, etwa beim Fernsehen, beim Lesen oder beim Surfen im Internet. Wir nutzen regelmäßig den Parkplatz direkt vor der Tür statt ein paar Schritte zu gehen. Und wir nehmen oft lieber den Aufzug  anstelle der Treppen. Es ist offensichtlich: Unser Leben wird zunehmend bequemer. Doch ein Großteil dieses Komforts, der uns zur Verfügung steht, geht auf Kosten unserer Gesundheit. Längst sind sich Wissenschaftler einig: Sitzen ist das neue Rauchen.

Was können wir also tun, um im Alltag fit zu bleiben?

Christian Schneider

Das möchte ich mit Christian Schneider, Fitnessfachwirt und Lehrer für Ernährung und Fitness, besprechen. Nahezu 20 Jahre ist er in der Fitnessbranche tätig. Als Geschäftsleiter eines Fitnessstudios und Inhaber einer Physiotherapie in Bad Frankenhausen sowie als Personaltrainer und Unternehmensberater im Bereich Fitness und Ernährung kann er von seinen Erfahrungen berichten.

Herr Schneider, was ist grundlegend wichtig, um im Alltag fit zu bleiben?

Wichtig ist, dass man überhaupt erst einmal mit regelmäßiger Bewegung beginnt. Dabei spielt es in erster Linie keine Rolle ob nun in einem Fitnessstudio, in einem Verein oder in den eigenen 4 Wänden. Denn jede Bewegung ist besser als keine Bewegung. Meine persönliche Empfehlung ist allerdings ein betreutes Training im Fitnessstudio.

Wie viel Bewegung und Sport empfehlen Sie Ihren Kunden?

Die meisten meiner Kunden oder Patienten sind zu Beginn etwas übermotiviert und möchten ihre Ziele am liebsten bis morgen erreicht haben. Es ist wichtig, dass man sich ein realistisches Ziel setzt. Es ist besser man nimmt sich zum Beispiel erstmal zwei Bewegungseinheiten pro Woche à 45 Minuten vor anstatt gleich drei bis vier Mal pro Woche und am Ende schafft man es zeitlich doch „nur“ zwei Mal. Denn das demotiviert, da man ja sein Trainingspensum nicht geschafft hat. Entscheidender als die Häufigkeit ist die Regelmäßigkeit. Das kann ich sogar belegen:

2017 habe ich eine kleine Studie für Menschen mit wenig Zeit bei mir im Studio durchgeführt. Die untrainierten Probanden sollten über einen Zeitraum von acht Wochen zwei Mal pro Woche je 35 Minuten nach ihrem vorher erstellten persönlichen Bewegungsplan trainieren. Die Ergebnisse haben selbst mich überrascht: Jeder Teilnehmer hat im Schnitt 3,1 Kilo Fett verbrannt und eine muskuläre Leistungssteigerung um 23 Prozent erreicht hat. Man kann also auch mit wenig Zeit viel erreichen.

Viele Menschen können sich oft nicht aufraffen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sport vor allem Spaß macht. Wie können Sie die Leser überzeugen, ihren inneren Schweinehund zu überwinden und sich mit Freude zu bewegen?

Wie gesagt: Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung! Am besten man probiert erst einmal einige Dinge aus, zum Beispiel Tennis, Schwimmen, Tanzen oder ein paar Probewochen in einem qualifizierten Fitnessstudio. So kann man rausfinden, was einem wirklich Spaß macht, und sich nicht sofort in einen Zwei-Jahres-Fitnessvertrag oder ähnliches stürzen. Der Spaß kommt von ganz allein, wenn man sich seinen persönlichen Zielen immer weiter nähert. Das kann ein Leben ohne Rückenschmerzen sein oder das Ziel, endlich sein Wunschgewicht zu erreichen.

Sport ist weit mehr als körperliche Aktivität. Welche positiven Einflüsse hat Bewegung noch?

Langes Sitzen, zum Beispiel im Bürojob, und Bewegungsmangel können gravierende Folgen haben. Durch regelmäßiges Training wird nicht nur die Muskulatur verbessert, sondern man kann auch Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Bandscheibenschäden, Diabetes, Arthrose sowie Übergewicht vermeiden. Der beste Effekt ist körperliches Wohlbefinden, Stressabbau und ein stärkeres Selbstbewusstsein.

Viele Menschen nutzen die Ausrede, keine Zeit zu haben, um im Fitnessstudio zu trainieren. Muss es aus Ihrer Sicht immer Sport nach einem individuellen Fitnessplan oder der Trainingskurs unter Anleitung sein? Oder gibt es einfache Alternativen?

Natürlich gibt es auch Alternativen. Schwimmen, Walken, Joggen oder Ballsportarten, um nur einige zu nennen. Dabei ist die Qualität der Fitnessstudios entscheidend. Was viele nicht wissen: Es gibt keine Verpflichtungen für ein Studio, ausgebildete Mitarbeiter zu beschäftigen Die wichtigste Frage, die der Kunde bei einem Beratungsgespräch stellen sollte: Welche Qualifikationen haben die Mitarbeiter des Studios? Es sollten mindestens ein A-Lizenztrainer oder besser noch Physiotherapeuten mit Trainerlizenz sein.

Welche Übungen können Sie den Lesern für zuhause oder unterwegs im Urlaub oder auf Dienstreise empfehlen, um etwas für ihre Gesundheit zu tun?

Das ist schwierig zu beantworten, da ich nicht jeden einzelnen Leser kenne und nicht irgendwelche Übungen empfehlen möchte, die den Lesern nachher eher schaden als nutzen. Was natürlich immer geht ist: Schwimmen, Fahrrad oder Inliner fahren. Für das muskuläre Training kann ich mir Übungen wie Liegestütze, Kniebeugen, Unterarmstütz oder Crunches vorstellen.

Als überzeugte Low-Carblerin möchte ich gern zum Schluss noch wissen: Wie sieht Ihrer Meinung nach eine gesunde Ernährung aus?

Grundsätzlich sollte die Ernährung abwechslungsreich gestaltet werden. Und da muss jeder seinen eigenen Weg finden, womit er sich wohl fühlt.

Aber gerade zur Gewichtsreduktion empfehle ich immer eine kohlenhydratarme Ernährung. Ich empfehle zum Abendessen nur wenige Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Somit hat der Körper Zeit, die bisherigen Kohlenhydrate zu verbrennen und sich im Schlaf vom Körperfett zu nähren. Vorteil dieser Ernährung ist, dass man relativ viel essen kann, lange satt ist und immer Baustoff für die Muskulatur hat.

Die meisten Menschen machen eine typische Diät („Iss die Hälfte“), um Gewicht zu verlieren und wundern sich, dass danach der JoJo-Effekt eintritt. Das ist ganz einfach zu erklären: Nimmt man immer zu wenige Kalorien zu sich, fährt der eigene Stoffwechsel immer weiter runter, bis man nur noch das verbrennt, was man zuführt. Beendet man dann die Diät und isst wieder normal, nimmt man alles wieder zu, was man abgenommen hat und meist noch mehr, weil der Stoffwechsel erst mal eine Weile „unten“ bleibt. Wer Gewicht verlieren will, darf also nicht nur die Hälfte essen.

Vielen Dank.

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Margret Ache / www.LCHF-Deutschland.de und LCHF Deutschland Akademie und LCHF Kongress und LCHF Magazin

 

 

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2 COMMENTS
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    Gnubbel 5. Februar 2020

    Was vielleicht viele noch nicht wissen: Sport zu bestimmten Tageszeiten kann die „innere Uhr“ um bis zu 90 Minuten vor- bzw. zurückstellen https://www.scinexx.de/news/medizin/sport-verschiebt-die-innere-uhr/ – sicherlich für alle, die von Einschlafschwierigkeiten geplagt sind oder früh nicht aus den Federn finden, ein willkommener Bonus.

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