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Interview mit der LCHF-Pionierin Dr. Annika Dahlqvist

Am 11.01. 2004 erregte der Oberarzt Christer Enkvist in Schweden mit einem Artikel großes Aufsehen. Er schrieb „Es ist genau so dumm zu glauben, wir werden von fettem Essen fett wie von Gemüse grün…Es sind die Kohlenhydrate, wie Nudeln, Zucker oder Brot, die eine Insulinantwort im Körper hervorrufen und uns wieder hungrig machen…“. Und genau in diesem Jahr entdeckte Annika Dahlqvist die Low Carb-Ernährung.

Interview

annika

Dr. Annika Dahlqvist

Liebe Annika, eigentlich bist du diejenige, die LCHF in Schweden und ganz Skandinavien auf den Weg gebracht hat. Was ist das für ein Gefühl?

Ich denke gar nicht so viel darüber nach, dass ich es war, die LCHF in Schweden voran brachte. Doch wenn ich mal daran denke, fühlt es sich zwar unwirklich, doch gut an.

Wann hast Du die Low Carb-Ernährung entdeckt und was passierte dann?

Im November 2004 stieß ich auf die Low Carb-Diät. Meine Tochter, die Medizin an der Medizinischen Fakultät in Umeå studierte, kam nach Hause und erzählte mir von einer Gruppenarbeit aus ihrem Kurs. Ihre Gruppe hatte die Aufgabe, eine Ernährung mit wenigen Kohlenhydraten zu testen. Dabei hatte sie abgenommen, ohne dass ein Hungergefühl aufkam. Ich interessierte mich dafür und begann, diese Ernährung selbst zu testen. Schnell stellte ich fest, dass auch ich abnahm. Auf Anregung von Dr. Uffe Ravnskov ersetzte ich die fehlende Energie der Kohlenhydrate mit natürlichen Fetten, wie Butter. Es zeigte sich, dass ich weiterhin abnahm, ohne Hunger oder das Gefühl eines leeren Magens zu haben. Nach einigen Monaten bemerkte ich auch, dass sämtliche meiner gesundheitlichen Probleme nicht mehr existierten. Mir wurde klar, das ist die richtige Ernährung für mich. Und wenn sie mir half, dann sollte das auch bei anderen Menschen mit ähnlichen Problemen so sein. Ich begann diese Botschaft in jeder Art und Weise, die mir zur Verfügung stand, zu verbreiten. Unter anderen rief ich einen Blog ins Leben, in dem ich im Jahr 2006 den Begriff LCHF, Low Carb High Fat, einführte.

Warum sollen wir weniger Kohlenhydrate und Stärke essen?

Kein Zucker und keine Stärke zu essen minimiert den Insulinanstieg im Körper und damit die fetteinlagernde und entzündungsfördernde Wirkung eines hohen Glukose- und Insulinspiegels. Die als gesund geltende Fruktose ist für den Körper besonders schädlich.

Die LCHF-Ernährung hat drei Standbeine, welche sind es?      

Die drei Beine von LCHF sind: 1. Weniger Kohlenhydrate, 2. mehr natürliche Fett, vorzugsweise gesättigte und 3. die Vermeidung von chemischen Zusätzen in den Lebensmitteln.

Stimmt es, dass man mit LCHF schlank und gesund wird?

Viele werden durch die Ernährungsumstellung zu LCHF gesund und schlank sein, es jedoch gibt keine Garantie dafür. Ich rate diejenigen, die Probleme haben, oder Probleme vermeiden möchten, LCHF auszuprobieren.

Wie gut passen LCHF und Fasten Deiner Meinung nach zusammen?

LCHF mit intermittierendem Fasten zu kombinieren passt hervorragend. Ich selbst und viele andere haben diese Erfahrung schon gemacht. Es ist äußerst effektiv für die Gewichtsabnahme und kann auch gesundheitliche Vorteile bieten. Beim Fasten trinke ich in der Regel Wasser viel Wasser und sorge dafür, eine moderate Menge an Salz hinzuzufügen. Salz kann nicht im Körper gespeichert werden und sollte daher regelmäßig zugeführt werden. Sie können solange fasten, wie es zu Ihnen passt. Sehen Sie sich gerne die Kurzfilme über intermittierendes Fasten von Dr. Jason Fung auf der Website vom DietDoctor an. Dort können Sie für einen Monat eine kostenlose Mitgliedschaft erwerben.

Vielen Dank für das Interview, liebe Annika. 

 

Annika Dahlqvist unterstützt auch den ärztlichen Beirat unserer LCHF Deutschland Akademie. 

Literatur zum Thema LCHF

Informieren Sie sich im Low Carb – LCHF Magazin über die gesundheitlichen Vorteile einer ausgewogenen Low Carb-Ernährung.

 

Haben Sie  Angst vor Fett oder speziell vor Cholesterin? Lesen Sie gerne das Buch „Mehr Fett! – Warum wir mehr Fett brauchen, um gesund und schlank zu sein“ von Ulrike Gonder. Ebenfalls interessant ist das Buch  „Mythos Cholesterin“ von Uffe Ravnskov oder „Die Cholesterin Lüge“ von Prof. Hartenbach.

 

Die High Fat Revolution von Tim Noakes ist ebenfalls sehr lesenswert.

 

Margret Ache/www.LCHF-Deutschland.de und LCHF Deutschland Akademie

 

 

 

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