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Jenseits der Waage – Ernährung kann viel mehr

Gewicht

Jenseits der Waage ist ein Artikel, der zeigt, dass Ernährung so viel mehr kann, als für eine schöne Zahl auf der Waage zu sorgen.

 

Jenseits der Waage

von Melanie Ryan 

 

Melanie Ryan – Jenseits der Waage

Ich bin Ernährungsberaterin. Als ich anfing zu praktizieren, freute ich mich darauf, Menschen mit chronischen Erkrankungen durch gute Ernährung das Leben leichter zu machen. Leuten beim Abnehmen zu helfen, war nicht mein höchstes Ziel, obwohl es natürlich Teil meines ‚Repertoires‘ ist. „Langweilig“, dachte ich. „Ernährung kann doch so viel mehr!“ Das Problem ist nur: Das weiß nicht jeder.

 

Inzwischen habe ich gelernt, dass es hauptsächlich der Wunsch abzunehmen ist, der die Leute zum Hörer greifen lässt. Abnehmen oder Verdauungsbeschwerden. Selten ruft jemand an, weil er Depressionen, Schuppenflechte oder Gelenkschmerzen mit Ernährung in den Griff bekommen will. Zu meiner Überraschung stellen die Leute, wenn sie hören, was ich beruflich mache, mir immer nur Fragen über Gewichtsabnahme, und so wurde mir irgendwann klar, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, was Ernährung alles kann.

 

Mein erster Ansatz für Gewichtsabnahme ist nicht unbedingt LCHF. Es kommt ganz darauf an, wo der Klient zur Zeit steht. Wer der typischen westlichen Ernährung folgt – sogar der sogenannten ‚gesunden Ernährung‘ gemäß den offiziellen Ernährungsrichtlininen – für den ist LCHF gleich am Anfang oft ein bisschen viel. Wir fangen mit einer Ernährung mit niedriger glykämischer Last an, denn damit kann man bereits viel bewirken. Nach und nach senken wir dann die Kohlenhydratzufuhr und erhöhen den Fettanteil.

 

Der Gewichtsverlust ist normalerweise nicht dramatisch, in etwa 1-2 Pfund pro Woche, in manchen Wochen tut sich auch gar nichts. Aber das macht den allermeisten Klienten am Ende gar nichts aus, denn plötzlich spüren sie die Vorteile ihrer neuen, gesunden Ernährung jenseits der Waage binnen weniger Wochen, manchmal sogar nach wenigen Tagen.

 

Eine Klientin berichtete, dass die Schmerzen in ihren Knien verschwunden waren. Plötzlich konnte sie wieder schmerzfrei Treppen steigen, sogar mit schweren Taschen in der Hand. Natürlich bedeutet weniger Gewicht auch weniger Druck auf die Knie, aber sie hatte zu dem Zeitpunkt kaum genügend abgenommen, um Schmerzfreiheit zu erklären. Ich vermutete, dass ihre neue Ernährung die Entzündung in ihrem Körper reduziert hatte. Ein Osteopath in meiner Praxis stimmte mir zu. Seiner Meinung nach sind Schmerzen in tragenden Gelenken weniger abhängig von Gewicht als von schwacher chronischer Entzündung. Sowohl Zucker als auch Insulin sind entzündungsfördernd, und die Senkung von beiden kann bei Schmerzen sehr schnell helfen.

 

Jenseits der Waage – besserer Schlaf

Eine andere Klientin, Diabetikerin, hatte in den letzten zehn Jahren keine Nacht durchgeschlafen. Vier Stunden am Stück waren das Beste, auf das sie hoffen konnte. Nach nur wenigen Tagen schaffte sie sechs Stunden, nach zwei Wochen eine ganze Nacht – und das von da an jede Nacht! „Wissen Sie was? Mein Gewicht ist mir mittlerweile fast egal. Schlafen allein ist Gold wert!“

 

Eine weitere Klientin, die zu mir kam, um abzunehmen, litt seit Jahren an Verstopfung. Sie konnte nur alle 2-3 drei Tage zur Toilette. Binnen zwei Wochen war das Problem Vergangenheit. Wie so viele, die ein Problem seit Jahren ertragen, hatte sie akzeptiert, dass sie „eine Frau mit Verstopfung“ ist. So wie eine vierte Klientin akzeptiert hatte, dass sie „eben immer Kopfschmerzen“ hatte. Täglich. Als ich bei ihrem zweiten Termin fragte, wie es mit den Kopfschmerzen aussieht, sah sie mich erstaunt an: „Sie werden es kaum glauben, aber … die sind weg. Und ich habe es nicht einmal gemerkt, bis sie mich gerade danach gefragt haben. Sie müssen mich für blöd halten …“

 

Ich hielt sie nicht für blöd, denn so unglaublich es sich anhören mag, mir sind über die Jahre zwei Dinge aufgefallen:

 

  1. Wer sich jahrelang mit einem Symptom herumschlägt, vergisst häufig, dass er es hat (siehe oben). Deshalb bitte ich jede neue Klientin, einen Fragebogen auszufüllen, der unter anderem eine lange Liste von Symptomen enthält. Die meisten geben ihn mir zurück mit der Bemerkung, dass sie ganz vergessen hatten, dass sie ja unter wiederkehrenden Blasenentzündungen/Kopfschmerzen/Fußpilz leiden. Wieder anderen war gar nicht klar, dass das, was sie erfahren überhaupt ein Symptom ist, wie zum Beispiel Haarschuppen, großer Durst oder Verstopfung. Wer hört sich schon um, wie häufig die anderen im Freundes- und Kollegenkreis Stuhlgang haben?
  2. Obwohl viele Menschen ein oder mehrere Symptome jahrelang ertragen, merken sie oft nicht, wenn diese verschwinden (siehe oben). Aus diesem Grund frage ich entweder bei jedem oder beim letzten Termin wie es mit diesen Symptomen aussieht.

 

Gewichtsabnahme mag nicht das allerspannendste Thema für Ernährungsberaterinnen sein – aber Übergewicht und Adipositas sind eine großartige Motivation für die Menschen, den ersten Schritt zu tun. Wenn der Körper heilt, heilt er, und mit dem Gewicht verabschieden sich – häufig nach sehr kurzer Zeit – auch andere Leiden. Es gibt so viel mehr zu verlieren als nur Gewicht. Wenn Sie bereits schlank sind, aber unangenehme – vielleicht auch nur nervige – Symptome haben: Reden Sie mit einer Ernährungsberaterin oder einem Ernährungsberater. Es kann sehr gut sein, dass man da etwas machen kann.

 

Oder vielleicht haben Sie ähnliche Erfahrungen wie oben beschrieben vielleicht gemacht, seit sie auf LCHF umgestiegen sind? Erzählen Sie uns davon in einem Kommentar.

 

Melanie Ryan

www.nutriliciousnutrition.co.uk

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Lesen Sie auch den Artikel:  Mein perfekter Tag mit der Keto-Ernährung

 

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Titelbild: Fotolia.com

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2 COMMENTS
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    Gnubbel 4. Mai 2020

    Diesen Artikel kann ich blind unterschreiben. Ja, auch ich war viele Jahre dem Irrtum aufgesessen, dass das Körpergewicht das zentrale Kriterium für unsere Gesundheit ist. Mit endloser Hingabe hatte ich mein Körperfett bekämpft, und dabei ging es mir wie dem Gärtner, der einen kranken Ast nach dem anderen vom Baum absägt und nicht merkt, dass der Wurm an der Wurzel nagt.

    Das Körpergewicht ist hormonell geregelt – und das ist auch gut so, denn kein einziges Tier und auch nicht der Mensch in 99 Prozent seiner Evolution hat sich jemals um Kalorien oder Nährstoffe geschert. Und der „Chef“, der über sämtliche Hormone (direkt oder indirekt) bestimmt, ist unser Gehirn, genauer gesagt, der Hypothalamus, der zentrale Regler für unser gesamtes Hormonsystem. Wenn also der Chef mal Hunger hat, dann funkt er kurz den Hypothalamus an, und der schickt die Stresshormone los, um Nahrung zu organisieren. Und was machen wir, wenn wir Stress haben? Wir hauen uns „Nervennahrung“ rein – den schnellen Kick fürs Gehirn. Und schon ist der Chef zufrieden, und die Stresshormone versickern.

    Das Problem dabei ist aber, dass Gehirn und Körper am gleichen Blutkreislauf hängen und demzufolge die Nährstoffkonzentration überall entweder gleich hoch oder gleich niedrig ist. Wenn wir nun am Computer oder im Auto sitzen und ordentlich Stress haben, dann brutzelt das Gehirn, und die restlichen Organe haben Urlaub. Mit anderen Worten: Wenn das Gehirn jetzt optimal versorgt wird, ist es für den Körper viel zu viel. Und da die Natur nichts verkommen lässt, befördert ein kräftiger Insulinstoß das Zuviel in die Fettzellen.

    Jetzt haben wir genau zwei Möglichkeit, dies zu verhindern: Wir können die „Nervennahrung“ verweigern, dann holt sich das hungrige Gehirn die Nährstoffe eben direkt aus dem Körper – erst das Glykogen aus der Leber und dann die Proteine aus Muskeln, Knochen, Gelenken, Haut und Gefäßen. Kortisol löst überall die Proteine raus, und die Leber macht daraus Glukose. Und irgendwann wundert sich der faltenreiche Diätjunkie über diverse Ausfallerscheinungen – oder stirbt wie Cass Elliot mit 34 Jahren an Herzversagen. – Oder wir sorgen für einen Ausgleich zwischen Körper und Gehirn, indem wir z. B. laufen, radfahren, tanzen oder öfter mal herzhaft lachen – und andererseits natürlich unseren Stresspegel runterfahren, und nach einiger Zeit wird sich der Ernährungszustand unseres Organismus wieder ausbalancieren.

    Was hat das Ganze aber jetzt mit LCHF zu tun? Nun, solange wir unser Gehirn mit Zucker füttern, wird es immer wieder Nachschub anfordern, denn Glukose kann so gut wie nicht gespeichert werden. Und der meist unterforderte Körper hat dann jedesmal die ganzen Überbestände an Glukose an der Backe und das Insulin fährt Achterbahn mit Endstation Diabetes. Wenn es uns aber gelingt, das Gehirn an den Fettstoffwechsel anzuschließen, indem es anstelle der Glukose die viel energiereicheren Ketonkörper verwertet, die die Leber exklusiv fürs Gehirn aus Fett herstellt, dann hat sich das Problem mit dem Insulin und dem Diabetes von selbst erledigt. Und das Kortisol wird die Organe in Ruhe lassen, denn Ketonkörper werden nun mal nicht aus Proteinen, sondern aus Fett hergestellt – freilich nur, wenn man dem Körper auch ausreichend Fett zuführt. Dann hat auch das Körpergewicht nur mehr eine kosmetische Bedeutung – sofern es nicht aus einer krankhaften Hormonstörung resultiert, die dann natürlich behandelt werden müsste.

    Ich biete mich gerne als Beispiel an: Ich habe, wie mein Nick schon vermuten lässt, einen BMI von weit über 30, mein Arzt ist begeistert von meinen Blutwerten (das war schon mal ganz anders), und Erkältungen oder andere Infekte kenne ich nur noch aus der Ferne. Ich komme problemlos bis zu zwei Tagen ohne Nahrung aus (länger ist nicht gut, da steigt das Kortisol zu sehr an), und seit ich mit den Hungerkuren aufgehört habe, haben sich auch meine Gelenke wieder erholt und funktionieren jetzt wieder tadel- und schmerzlos. Dafür habe ich nichts weiter gemacht, als mein Gehirn auf Ketonkörper zu konditionieren, indem ich ihm die Kohlenhydrate verweigert und die Ketogrippe tapfer ertragen habe, und mich mit ein paar wichtigen Nahrungsergänzungsmitteln (vor allem Vitamin D und Omega-3) zu versorgen. Und: Die Bäcker und Eisverkäufer mögen mir verzeihen, aber meine Lebensqualität hat sich sowas von verbessert, das gebe ich nicht mehr her.

    Sorry, ist jetzt ein bisschen viel geworden. Aber nach der netten Aufforderung ist mir einfach das Maul übergelaufen.

    Ach ja – ich hätte da noch eine Waage zu verschenken … 😉

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