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LCHF- und Keto-Ernährung: 5 Vorurteile

LCHF- und Keto-Ernährung: 5 Vorurteile

Über die Ernährungsform LCHF und Keto gibt es viele Vorurteile bei den Menschen, die sich nicht wirklich auskennen. Sie denken, dass wir extrem viel Fett und Fleisch essen… dass wir zu wenig Vitamine bekommen, da wir fast komplett auf das ach so gesunde süße Obst verzichten… dass wir ohne Kohlenhydrate nicht denken können… Stimmt diese Denkweise?

LCHF- und Keto-Ernährung: 5 Vorurteile

LCHF- und Keto-Ernährung: 5 Vorurteile

LCHF- und Keto-Ernährung: 5 Vorurteile

Um satt zu werden muss ich sehr viel Fett essen

Falsch – Es ist zwar für viele erstaunlich, doch wer Fett ohne Kohlenhydrate isst, benötigt geringere Mengen, um satt zu werden. Essen wir Butter pur, schaffen wir nur wenige Löffel. Mischen wir jedoch Butter mit Zucker und Kakao können wir eine größere Menge essen (Schokolade ist der Klassiker).

Es müssen riesige Mengen Fleisch gegessen werden

Falsch – Es gibt genügend Vegetarier die Low Carb essen. Wir essen auch gerne Fisch und Eier. Wenn man die Sättigungsbeilagen (Nudeln, Reis, Kartoffeln) weglässt, braucht die Fleisch-, Fisch- oder Eiermenge nicht größer werden. Wir nehmen einfach eine gut schmeckende Sauce wie Hollandaise oder Bearnaise dazu, essen eine große Portion Gemüse oder Salat und sind wunderbar und nachhaltig satt.

Bei der Ernährungsform LCHF und Keto bekommen wir nicht genug Vitamine

Falsch – Es ist eher so, dass der Körper bei der „normalen Ernährung“ zu wenig Vitamine bekommt. Denn häufig sorgen Gluten und Vollkornprodukte für eine verminderte Vitaminaufnahme im Darm. Für uns sind Eier, die bis auf Vitamin C alle Vitamine beinhalten, der beste Vitaminlieferant. Auch bekommen wir Vitamine und Mineralien in Form von Salat, Gemüse, Nüssen usw..

Mit LCHF und Keto fällt das Denken schwerer

Falsch – Wenn unser Körper aus Mangel an Kohlenhydraten Ketonkörper herstellt, ist das ein Formel 1-Treibstoff für unser Gehirn. Kohlenhydrate stellen lediglich einen normalen Treibstoff dar. Und die Menge Glukose, die das Gehirn wirklich benötigt, stellt unser Körper selbst her, Gluconeogenese ist hier das Stichwort.

Das mir dieses Vorurteil sehr am Herzen liegt, möchte ich näher darauf eingehen:

Das Gehirn wiegt nur 2% unseres Körpergewichts, verbraucht allerdings 20% unserer täglichen Energie. Studien zeigen, dass etwa zwei Drittel des Energiehaushalts des Gehirns dazu benötigt werden, um Nervenzellen beim Senden oder Verarbeiten von Signalen zu unterstützen.[1]

Um diese wichtigen Funktionen ausführen zu können, benötigt das Gehirn eine ständige Brennstoffzufuhr. Das Gehirn kann zwei Hauptbrennstoffe verwenden, entweder Glukose oder Ketone, die beide die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Bei Menschen, die sich überwiegend mit Kohlenhydraten ernähren, ist die Hauptenergiequelle des Gehirns Glukose. Bei Menschen, die sich kohlenhydratarm ernähren, also Keto oder LCHF essen, kann das Gehirn Ketone verwenden, um einen Großteil seines Energiebedarfs zu decken.[2]

Kann das Gehirn ausschließlich mit Ketonen arbeiten?

Nein, das kann es nicht! Es benötigt immer etwas Glukose. Wissenschaftler haben jedoch festgestellt, dass bei Personen, die streng Keto oder LCHF essen, Ketone bis zu 70% des Energiebedarfs des Gehirns decken können.[3]

Für den restlichen Energiebedarf des Gehirns kann die Leber die gesamte benötigte Glukose durch einen Prozess selbst herstellen, der als Glukoneogenese bekannt ist.[4]

Zu den Verbindungen, die die Leber zur Synthese von Glukose verwendet, gehören

  • Aminosäuren aus dem Verzehr von Protein (oder, unter Bedingungen unzureichender Proteinzufuhr oder in Hungerperioden, aus dem Muskelabbau).
  • Glycerin (Teil eines Triglyceridmoleküls) aus dem Abbau von Körper- oder Nahrungsfett.
  • Pyruvat und Laktat, das sind Moleküle, die durch den Abbau von Glukose während des Energiestoffwechsels entstehen und wieder zusammengefügt werden können, um Glukose zu erzeugen.

Das Gehirn kann so den gesamten Energiebedarf von der Leber über die Glukoneogenese oder der Ketonproduktion decken, unabhängig davon, ob Sie überhaupt Kohlenhydrate zu sich nehmen oder nicht.

In der Tat heißt es im Lehrbuch des US Food and Nutrition Board aus dem Jahr 2005 „Diätetische Referenzaufnahmen für Energie, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Fett, Fettsäuren, Cholesterin, Proteine und Aminosäuren“[5]:

„Die Untergrenze der lebensverträglichen Kohlenhydrate in der Nahrung liegt offenbar bei Null, vorausgesetzt, dass ausreichende Mengen an Protein und Fett verzehrt werden“.

Durch eine Ernährung mit mehr Fett verschlechtert sich mein Cholesterin

Falsch – Die meisten Menschen, die sich LCHF bzw. Keto ernähren berichten, dass sich ihr Cholesterinprofil verbessert hat. In der Regel hat sich das HDL-Cholesterin erhöht und die Triglyceride sind gesunken.[6] Und die Partikelgröße des LDL-Cholesterins hat sich verbessert.[7] Diese Verbesserungen scheinen auch auf eine verminderte Insulinresistenz und eine verbesserte Gesundheit zu bewirken.

Allerdings verbessert LCHF oder Keto meistens nicht die Höhe des LDL-Cholesterins.[9]  Bei einigen Menschen erhöht sich sogar das LDL unter dieser Ernährungsform.[8] Das sollte jedoch kein Grund zur Sorge sein, wenn der HDL-Wert hoch und die Triglyceride niedrig sind.

Leider gibt es auch eine  Minderheit, bei denen der Cholesterinspiegel unter LCHF/Keto hoch ansteigt.[10] Sollte das bei Ihnen der Fall sein, raten wir Ihnen, sich von einem Arzt beraten zu lassen, der sich mit Ihrer Ernährungsform auskennt. Die Ermittlung eines Risikoprofils wäre dann auf jeden fall ratsam, um ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkranken auszuschließen.

Über das absolute Risiko eines erhöhten LDL-Spiegels wird unter Medizinern kontrovers diskutiert. Es gibt Beobachtungsstudien die zeigen, dass ein höherer LDL-Wert bei älteren Menschen von Vorteil  und mit einem längeren Leben verbunden sein kann.[11] Dies beweist zwar nicht Ursache und Wirkung, wirft jedoch die Frage auf, ob ein hoher LDL-Wert für alle Menschen ein Problem darstellt.

Die aktuelle Studienlage zeigt, dass eine kohlenhydratarme Ernährung im Durchschnitt bei der Mehrheit der Menschen die Risikofaktoren für Herzkrankheiten, samt hohen Cholesterinspiegel, verbessert. .[12] .[13]

Fazit

Es gibt viele Vorurteile der LCHF- und Keto-Ernährung. (Fast) Alle lassen sich leicht entkräften, ich hoffe, dass ich die obigen 5 Vorurteile widerlegen konnte.

 

Herzlichst

Ihre

Margret Ache

Die Online-Kurse der LCHF Deutschland Akademie

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, folgende Kurse ausschließlich Online zu absolvieren:

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Keto-Coach mit Julia Tulipan und Daniela Pfeifer

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Die Ausbildung „Coach für ketogene Ernährung“, kurz Keto-Coach genannt, ist als Erweiterung und Vertiefung von bereits bestehen- dem Grundlagenwissen zu Low-Carb, aber vor allem als umfassende Wissenserweiterung in das Thema ketogene Ernährung gedacht. Ziel der Ausbildung ist, sowohl die historischen Hintergründe als auch die biochemischen Grundlagen und theoretisches Wissen zu vermitteln und vor allem eine Anleitung zur praktischen Umsetzung zu geben.

 

Die Ausbildung zum zertifizierten Coach für ketogene Ernährung richtet sich an folgende Berufsgruppen: Ärzte und Ärztinnen, DiätologInnen und ÖkotrophologInnen, wie auch im ernährungsmedizinischen Bereich tätige PharmazeutInnen, SportwissenschaftlerInnen, ErnährungswissenschaftlerInnen, DiätassistentInnen, DiabetesberaterInnen, ErnährungsberaterInnen mit einem Abschluss an einem anerkannten Ausbildungsinstitut im In- oder Ausland, PhysiotherapeutInnen und Diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal.  AbsolventInnen der Basisausbildung zum Gesundheits- und Ernährungscoach.

 

Sollte keine der oben genannten Berufsbezeichnungen auf Sie zutreffen, kann ein Antrag auf die Feststellung der individuellen Befähigung zur Teilnahme gestellt werden.

 

Hier erfahren Sie mehr.

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Margret Ache und Iris Jansen www.LCHF-Deutschland.de und LCHF Deutschland Akademie und LCHF Kongress und LCHF Magazin

 

 

Titelbild: its_al_dente by Envato.com

 

[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12149485/

[2] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27629100/

[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC292907/pdf/jcinvest00272-0077.pdf

[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2194504/pdf/tacca00002-0213.pdf

[5] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2214647416300010

6] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30544168/

[7] https://link.springer.com/article/10.1007/s11745-008-3274-2

[8] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29712560/

[9] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30408717/

[10] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30408717/

[11] https://bmjopen.bmj.com/content/6/6/e010401

[12] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29712560/

[13] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26768850/

 

 

 

 

 

 

 

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