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Vitamin D und Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen

Wie hilfreich kann eine hochdosierte Vitamin-D-Therapie bei Autoimmunerkrankungen sein? Unsere Gastautorin Carola Schröder  beleuchtet heute für uns dieses Thema, vielen Dank dafür.

 

Autoimmunerkrankungen – Helfen Vitamin-D-Ultrahochdosen?

 

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Eine Autoimmunerkrankung wird durch eine Störung des Immunsystem verursacht. Dabei kommt es zu einer überschießenden Reaktion des eigenen Abwehrsystems gegen einen Stoff, ein Organ oder gegen die körpereigene Einheit. Das Immunsystem wirkt also zu stark. Es bekämpft nun nicht mehr nur körperfremde Stoffe von außen wie z.B. Viren, Bakterien und Parasiten, sondern auch gesunde, körpereigene Bestandteile. Infolgedessen bilden Plasmazellen Antikörper gegen diese Bestandteile  und lösen damit eine Entzündung aus. Es entstehen chronisch entzündliche Prozesse oder sogar Beschädigungen und Zerstörungen von Körperorganen, wie z.B. beim Diabetes Typ 1, Hashimoto Thyreoiditis oder Multipler Sklerose.

 

Es gibt zahlreiche weitere Autoimmunerkrankungen, z.B. Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn, Rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte, Psoriasis-Arthritis, Morbus Bechterew, Myasthenia gravis, Lupus, Vitilgo und viele mehr.

 

Betrachtet man die Autoimmunerkrankungen im Gesamten, zählen sie nach dem Bluthochdruck mit 10-15 Millionen Betroffenen zu den zweithäufigsten chronischen Erkrankungen.1

 

Was sind die Ursachen von Autoimmunerkrankungen?

Das Risiko, eine Autoimmunerkrankung zu bekommen, ist multifaktorell. Verantwortlich dafür ist zwar auch eine genetische Veranlagung, vor allem aber ist es unser Lebensstil. Wir haben dauerhaften Stress, zu wenig Bewegung, zu wenig Licht, zu viele Sorgen, ernähren uns nicht körpergerecht und belasten unseren Körper zu stark mit chemischen Stoffen. Unsere moderne Lebensführung entspricht nicht unserer Art, dem Homo Sapiens. Der Mensch ist einfach nicht für diesen Lebensstil gemacht! Durch Industrialisierung und Digitalisierung stehen wir nicht mehr im Einklang mit der Natur, haben uns zu weit von ihr entfernt. Dies alles macht chronisch krank und immer mehr Menschen entwickeln eine Autoimmunerkrankung. Mit solch einer Erkrankung steigt dann sogar das Risiko für weitere, viele Betroffene leiden gleich an mehreren autoimmunen Erkrankungen.

 

Vitamin D und das Immunsystem

Vitamin D ist nicht nur ein Vitamin, sondern wirkt in seiner aktiven Form als Hormon. Es modifiziert Tausende von Genen in unseren Körperzellen. Auf das Immunsystem hat das sogenannte Sonnenhormon einen modulierenden Einfluss und ist wohl der wichtigste Regulator des Immunsystems. Denn Vitamin D wirkt in allen Richtungen: Es hemmt sowohl überschießende Immunreaktionen und verstärkt zugleich die Produktion bestimmter Stoffe, z.B. Cathelicidin (körpereigenes Antibiotika). Bei einem Vitamin D-Mangel werden zahlreiche Aktivitäten innerhalb der Immunzellen nicht mehr ausreichend geregelt, was zu großen Störungen im Immunsystem führen kann. Vitamin D ist also wichtig zur Stärkung des Immunsystems. Es bekämpft akute Krankheiten und verhindert die Entstehung von chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen. Diese Zusammenhänge werden durch vielerlei Studien gestützt.

 

Multiple Sklerose

Auch die Multiple Sklerose zählt zu den Autoimmunerkrankungen, denn hier wird das Nervensystem angegriffen. Genauer gesagt das Myelin, das die Nervenzellen ummantelt und äußerst wichtig für die Übertragung von Informationen ist. Es entsteht eine Entzündungsreaktion, die zu einem langsamen  Abbau der Myelinscheiden führt. Das gesamte Gehirn und das Rückenmark können betroffen sein. So kann es passieren, dass Impulse langsamer oder gar nicht mehr weitergeleitet werden. Zu den Symptomen der Multiplen Sklerose zählen Erblindung, Gefühlsstörungen, Gangstörungen bis hin zu Lähmungen und weiteres.

 

In Finnland wird seit 1983 jeder schwangeren Frau eine Blutprobe entnommen und in einem Register geführt. Dieses Schwangerschaftsregister bot nun Forschern umfangreiches Material für Untersuchungen in Bezug auf Multiple Sklerose. Insgesamt lagen eingefrorene Blutproben von 3200 Teilnehmerinnen vor. Mit Hilfe umfangreicher finnischer Gesundheitsdatenbanken werteten die Forscher die Ergebnisse aus. Danach steigt das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken um 43 Prozent, wenn der Vitamin-D-Wert unter 30 nmol/l beträgt. Bei Vitamin-D-Werten unter 27 nmol/l steigt das Risiko sogar um 60 Prozent an.2

 

Was ist das Coimbraprotokoll?

Dr. Coimbra, Neurologe und Professor in Sao Paulo, ist Begründer dieses Protokolls. Seit 2002 forscht er an dieser Therapieform und hat inzwischen Tausende von Patienten erfolgreich damit behandelt. Bei dem von ihm entwickelten Coimbraprotokoll werden Autoimmunerkrankungen mit Hilfe von Ultrahochdosen an Vitamin D erfolgreich therapiert. Dr. Coimbra gibt an, dass ca. 90% seiner Patienten mit MS durch diese Therapie in dauerhafte Remission kommen. Diese Behandlung ist nicht auf eine bestimmte Krankheit gerichtet, sondern darauf, das Immunsystem bei Autoimmunerkrankungen zu regulieren.

 

Prof. Coimbra geht bei seinen Patienten mit Autoimmunerkrankungen von einem veränderten Vitamin-D-Stoffwechsel aus, bei dem eine vererbte (Teil-)Resistenz gegen Vitamin D vorliegt. Gekoppelt mit einem Vitamin-D-Mangel und einer vorliegenden Belastungssituation können so seiner Überzeugung nach Autoimmunerkrankungen entstehen.3

 

Bei den Umwandlungsschritten des gespeicherten Vitamin D3 in die aktive, hormonelle Form Calcitriol kommt es laut seiner Angabe hier zu Verwertungsstörungen. So könne es trotz ausreichendem Vitamin D3 zu einem deutlichen Mangel des hormonell wirksamen Vitamin D kommen und somit zu ein oder mehreren Autoimmunerkrankungen.

 

 

Die Behandlung erfolgt durch tägliche, ultrahohe Gaben an Vitamin D und weiteren Co-Faktoren. Da die erforderlichen Dosen sehr unterschiedlich sein können, müssen sie individuell für jeden Patienten ermittelt werden. Dies geschieht durch regelmäßige Bestimmungen von Laborparametern wie Parathormon, Kreatinin und Calcium im Blut und Urin. Da Vitamin D den Parathormonspiegel senkt, kann das Ausmaß der Resistenz durch die Bestimmung des Parathormons ermittelt und korrigiert werden. Die angewendeten Tagesdosen liegen zwischen 30.000 bis 300.000 I.E. Vitamin D pro Tag.

 

Derart hohe Gaben an Vitamin D sollten wegen der Gefahr einer Hypercalcämie und des möglichen Verlustes der Knochendichte IMMER von einem ausgebildeten Protokollarzt begleitet werden. Gesunde Menschen benötigen kein hochdosiertes Vitamin D mit mehr als 10.000 I.E. pro Tag.

 

Neben der regelmäßigen Kontrolle durch einen Protokollarzt sind weitere Maßnahmen nötig, um den oben genannten Gefahren auszuweichen. Zum Beispiel muss zwingend auf Milchprodukte verzichtet und eine gesunde, calciumarme Ernährung eingehalten werden. Zusätzlich ist eine Trinkmenge von mindestens 2,5 Litern pro Tag nötig. Um dem Knochenabbau entgegenzuwirken, sind häufige, regelmäßige sportliche Übungen wichtig. Eine weitere, oft unterschätzte Maßnahme zur Vermeidung von entzündlichen Prozessen ist eine gute Stressbewältigung. Gute Informationen zur Therapie und zu Protokollärzten bietet die Website coimbraprotokoll.de.

 

  1. https://low-carb-lchf-kongress.de/wp-content/uploads/2019/03/LCHF_Bock_23.2.2019_D%C3%BCsseldorf_Handout.pdf
  2. https://www.aerztezeitung.de/news/news_ticker/article/954486/erneut-bestaetigt-vitamin-d-mangel-erhoeht-ms-risiko-deutlich.html
  3. http://coimbraprotokoll.de/coimbraprotokoll/

 

Carola Schröder

Zertifizierter Gesundheits- und Ernährungscoach
Zertifizierter Stress-Coach
Ärztlich zertifizierte Vitamin D-Beraterin u. Vitamin D-Coach
Ärztlich zertifizierte Omega-3-Fettsäure-Beraterin

 

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Ausbildung zum Vitamin-D-Coach

Etwa 90 Prozent der Deutschen leiden unter einem Vitamin-D-Mangel. Die aktuellen Studien zeigen, dass dieses Vitamin  zahlreichen Krankheiten vorbeugt, von Atemwegserkrankungen über Diabetes, Herzinfarkt und Krebs bis hin zu Osteoporose und Sonnenallergie.

 

Regelmäßige Falschmeldungen bzw. widersprüchliche Aussagen über die Wirkung dieses Sonnenvitamins und zur Notwendigkeit einer Supplementierung sorgen für Verwirrung, obwohl die Vorteile einer guten Vitamin-D-Versorgung enorm sein können. Der Bedarf an gut ausgebildeten Coaches, die in dieser Angelegenheit die offenen Fragen klären können, wird daher immer größer!

 

Deshalb haben wir uns vor einem entschlossen, diese Marktlücke in Zusammenarbeit mit einem hoch angesehenen Experten auf diesem Gebiet, Professor Dr. med. Jörg Spitz, zu füllen und eine Ausbildung zum Vitamin-D-Coach ins Leben zu rufen.

 

In dieser Ausbildung lernen Sie fundiertes Wissen über die neuesten Erkenntnisse zur Wirkung von Vitamin D, wie es vor Krankheiten schützt und wie ein Mangel verhindert, bzw. therapiert werden kann. Darüber hinaus lernen Sie im Coaching, wie Sie Ihr Wissen Ihren Klienten fundiert und praxisnah vermitteln können.

 

Neugierig geworden? Prima, hier finden Sie weitere Informationen: Vitamin-D-Coach. Wir freuen uns auf Sie!

 

Lesen Sie gerne das Interview mit Prof. Spitz und den Beitrag Vitamin D – Wieder nur ein Hype? Die äußerst interessanten Bücher von Professor Dr. Jörg Spitz können Sie bequem hier bestellen.

 

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Titelbild: Fotolia-pathdoc

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