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Platz 3 bei den Artikeln: Demenz und Brot

Demenz und Brot

Iris und ich haben gestern nachgeschaut, welche Artikel auf unserer Website die meisten Zugriffe haben. Heute wollen wir Platz 3 vorstellen: Update II: Demenz und Brot, das war gestern wurde 18691 mal geklickt.  Gestern haben wir Platz 1 vorgestellt: So funktioniert LCHF und Eierfasten mit 32483 Klicks.

Update II: Demenz und Brot – das war gestern

Demenz – ein Weg in die Sackgasse? Nein, das muss nicht immer so sein! Eine Geschichte, die Mut macht, ist „Demenz und Brot, das war gestern“.  Daher heute ein 2. Update zu dieser wirklich beeindruckenden Erfolgsgeschichte: Frau Müller, die ihre Mutter aus dem Demenzheim nach Hause holen konnte, berichtet über weitere Verbesserungen: „Nachdem mit der LCHF-Ernährung schon alles so gut geworden war, haben wir überlegt, was wir noch machen können. Über eine Freundin bin ich auf die Vorteile eines Trampolins gekommen. Meine Mutter fand die Idee gut und so haben wir uns ein Trampolin gekauft. Zur Sicherheit für meine Mutter mit einer Haltestange. Und was soll ich sagen, es tut meiner Mutter gut und es macht ihr Spaß. Sie geht sicherer, hat an Muskelkraft gewonnen und auch ich selbst profitierte von dem täglichen Schwingen auf dem Trampolin.“

Update I: Demez und Brot

Hier das Update 1 des am 17.08.2015 publizierten Artikels. Aktuelles aus dem Pflegeheim für Demente. Eine (Ex)Betroffene kommt zu Wort…

Die Tochter der betroffenen Dame hat eine E-Mail geschickt und über den aktuellen Gesundheitszustand ihrer Mutter berichtet. „Seitdem meine Mutter wieder bei uns eingezogen ist, hat sich ihr Zustand weiter verbessert. Sie bekommt viel Kokosfett, allerdings kaum pur, da sie es nicht so gut verträgt. Am Anfang war ich etwas zu streng und habe ihr kaum Kohlenhydrate gegeben, das hat ihr nicht so gut gefallen. Inzwischen haben wir einen Kompromiss, an den Wochenenden bekommt sie ihre geliebten Kartoffeln zu essen. Die genießt sie und es macht sie glücklich.

Auf Brot vom Bäcker kann sie nach wie vor gut verzichten, da haben wir eine gute Alternative gefunden. Und zu ihrem gewohnten Nachmittagskaffee bekommt sie immer ein Stück Kuchen aus Nussmehlen oder mal etwas Schokolade und an den Wochenende gibt es ein paar Pralinen (ab und an auch ein paar gekaufte).

In der Zeit, wo mein Mann und ich aus dem Haus sind, kommt sie gut alleine klar. Das war vor einem Jahr noch undenkbar. Meine Mutter ist nun wieder ein zufriedener und ausgeglichener Mensch und das nicht wegen der Medikamente, die sie bekam. Nein, einzig und allein durch eine gesunde Ernährung. Auch wenn der betreuende Arzt das nicht glauben möchte.

Ich hatte Ihnen schon viel früher schreiben wollen… Heute habe ich es geschafft.

In tiefer Dankbarkeit,

Ihre Monika Müller“

 

Das sind Momente, in denen das Herz überläuft und wir wissen, dass es sich lohnt, die Ernährungsrevolution weiter voranzutreiben. Und natürlich haben wir Pipi in den Augen ;-).

Der Beginn von Demenz und Brot

Hier der am 17.08.2015 publizierte Mini-Artikel:  Aktuelles aus dem Pflegeheim für Demente. Eine (Ex)Betroffene kommt zu Wort… Herzlichen Dank für die Einsendung liebe Frau Müller. Sehr gerne veröffentlichen wir dieses tiefgehende Gedicht Ihrer Mutter.

 

Demenz und Brot

 

Passend zum Thema Demenz und Brot: Interview: Ulrike Gonder (Juli 2018, doch nach wie vor aktuelle)

 

Ulrike Gonder ist Diplom-Oecotrophologin und arbeitet seit 1994 selbstständig als freie Wissenschaftsjournalistin, Buchautorin, Referentin und Dozentin. In zahlreichen Radio- und Fernsehsendungen stand sie als Studiogast oder Interviewpartnerin Rede und Antwort. Dr. med. Peter Heilmeyer, geboren 1950, Internist, studierte Humanmedizin an der Universität Freiburg. Im Rahmen seiner Facharztausbildung arbeitete er unter anderem an der neurologischen Klinik mit Abteilung für Neurophysiologie und in der endokrinologischen Abteilung derMmedizinischen Universitätsklinik Freiburg. Hier promovierte er mit einer experimentellen Arbeit zur Insulin- und Glucagonsynthese. Als Chefarzt der Rehaklinik Überruh (Isny im Allgäu) beschäftigte er sich mit dem Einfluss der Ernährung auf die chronischen Zivilisationskrankheiten, wobei er als erster in Deutschland eine kohlenhydratreduzierte Kostform (LOGI) zur Therapie des metabolischen Syndroms inklusive Typ-2-Diabetes einführte und wissenschaftlich erforschte.

 

Gesunde Ernährung ist Ihr Thema, liebe Ulrike Gonder. Das Buch „Essen! Nicht! Vergessen!“ haben Sie dem Thema Demenz gewidmet. Der Titel legt nahe, dass Demenz etwas mit Essen zu tun hat. Was hat Sie dazu bewogen, sich dem Thema Demenz und Essen so intensiv zu widmen?

 

Ulrike Gonder:

In der Tat mag es seltsam anmuten, dass etwas so Profanes wie unser tägliches Essen etwas so Bedrohliches wie eine Demenz verhindern oder gar aufhalten kann. Doch es genügt bereits zu viel Kaffee oder eine Unterzuckerung, um unser Oberstübchen aus dem Takt zu bringen. Mich hat das Thema Ernährung und Demenz in dem Moment elektrisiert, als mir klar wurde, dass es sehr früh und lange bevor etwa eine Alzheimer Krankheit erste Symptome zeigt, zu Störungen der Zuckerverwertung in bestimmten Hirnregionen kommt. Damit war klar: Das Hirn hat sehr früh im Verlauf eine „Energiekrise“ – und dagegen lässt sich etwas tun!

 

An Demenz zu erkranken gehört zu den größten Ängsten vieler Menschen. Kann dieses Buch die Angst nehmen?
Demenz und Brot

Ulrike Gonder

Ulrike Gonder:
Ja, und das wünsche ich allen meinen Lesern! Auch für mich persönlich war es eine riesengroße Erleichterung, als ich nach dem Studium vieler Bücher, Papers und Fallberichte erkannte, dass man eine Menge tun kann, um sich zu schützen. Die Angst kommt ja daher, dass uns stets gesagt wird, gegen Demenz bzw. Alzheimer könne man nichts machen. Man kann aber sehr wohl vorbeugen und – das ist die Sensation! – auch dann etwas bewirken, wenn die Krankheit schon ausgebrochen ist. Darauf deuten sowohl Fallberichte aus den USA hin als auch die Erkenntnisse und Erfahrungen deutscher Ärzte, etwa von Michael Nehls aus der Nähe von Freiburg, der sogar schreibt: „Alzheimer ist heilbar“!

 

Sie zeigen eine Ernährung mit vielen gesunden Fetten auf, um die Versorgung des Gehirns zu gewährleisten. Warum können Fette eine gute Alternative zu Kohlenhydraten sein?

 

Ulrike Gonder:
Ein grundlegendes häufiges Problem ist, dass die Hirnzellen keinen Zucker mehr verwerten können und dass sie insulinresistent geworden sind. Im Gehirn sind das „zwei Paar Schuhe“ und das erfordert Zweierlei: Man muss den Hirnzellen einen alternativen  Treibstoff zur Verfügung stellen, denn mehr Zucker löst das Problem nicht. Außerdem gilt es, wenigstens einen Teil der fehlenden Insulinwirkungen im Gehirn zu ersetzen. Das Hormon wird dort nämlich nicht zur Zuckeraufnahme, sondern für das Lernen und Erinnern gebraucht. Beides können Ketone leisten: Sie sind nicht nur ein wunderbarer alternativer Treibstoff für Hirnzellen, sie können auch einige der Insulinwirkungen ersetzen und sie schützen die Hirnzellen vor oxidativem Stress und dergleichen.

 

Ketone werden aus Fett gebildet – et voilá, schon sind wir beim Thema gesunde Fette. Und was hat es mit der Kokosnuss auf sich?

 

Ulrike Gonder:
Über die Kokosnuss wird derzeit viel gestritten, sie gilt den einen als Wundermittel, den anderen als Teufelszeug. Beides ist natürlich höherer Blödsinn. Fakt ist: Das Fett der Kokosnuss hat besondere Eigenschaften, denn es enthält viele mittelkettige Fettsäuren. Die führen zu einer milden Ketonbildung und können so helfen, die früh auftretende „Energielücke“ demenzgefährdeter Hirnzellen zu schließen. Dieses Potenzial sollte man unbedingt nutzen, und deshalb empfehlen mein Co-Autor Dr. Peter Heilmeier und ich im Buch zur Vorbeugung eine moderat kohlenhydratreduzierte Ernährung wie die LOGI-Methode, ergänzt durch den regelmäßigen Verzehr eines hochwertigen Kokosöls. Wir nennen es „LOGI plus – mit Kokosnuss“.

 

Ihr Credo ist: Jeder kann sein Demenz-Risiko deutlich verringern. Erläutern Sie das bitte ausführlich.

 

Ulrike Gonder:
Ja, und das ist aus meiner Sicht eine extrem frohe Botschaft. Wir wissen, dass sich viele Risikofaktoren für eine Demenz durch einfachste Veränderungen im Lebensstil mindern lassen: Mit Ernährung und Bewegung lassen sich die Blutgefäße gesund halten, die das Gehirn versorgen, der Zucker- und Fettstoffwechsel lässt sich optimieren, Entzündungen können reduziert und eine Insulinresistenz verhindert werden. Alles das trägt auch zum Schutz vor Demenz bei, ebenso wie guter Schlaf und das richtige Licht, ausreichend Dunkelheit und auch das  phasenweise Nichtessen, also Fasten. Ganz ausführlich erläutere ich das gerne in Vorträgen und Seminaren, die ich zu demThema anbiete. Wer Interesse hat, an einem solchen Seminar teilzunehmen oder mich für einen Vortrag engagieren möchte, melde sich bitte unter mail@ugonder.de.

 

Uns interessiert natürlich: Wie ernährt sich die Ernährungsexpertin Ulrike Gonder?

 

Ulrike Gonder:
Das wird nicht verraten 😉 Nein, Spaß beiseite. Im Alltag esse und koche ich ein bisschen chaotisch, immer nach dem Motto, mal sehen, was Kühlschrank, Öl- und Gewürzregal so hergeben. Deswegen ist für mich wichtig, dass immer etwas Gescheites da ist. Ich liebe frische, saisonale Lebensmittel, esse sehr gerne Gemüse und Salat, auch ein gutes Stück Fleisch und Fisch und griechischen Joghurt. Das endet meist in recht (milch)fettreichen Mahlzeiten, mit moderaten Kohlenhydratmengen. Manchmal lebe ich auch für eine Weile ketogen. Ich esse gerne das Dessert vor der Hauptspeise und habe eine Schwäche für Mousse au Chocolat. Aber die gibt es ja zum Glück auch low-carb.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft in Bezug auf die aktuellen Ernährungsempfehlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

 

Ulrike Gonder:
Wir erleben gerade, dass endlich Bewegung in die Sache kommt. Kürzlich hat die DGE Ihre 10 Regeln überarbeitet und  sowohl die Warnung vor Eiern als auch das Wort „fettarm“  vor den Milchprodukten gestrichen. Auch werden nicht mehr „reichlich“ Kartoffeln und Getreideprodukte empfohlen. Das freut mich natürlich sehr, denn es bestätigt mich in meiner Arbeit und es könnte, da bin ich überzeugt, zu mehr Gesundheit in der Bevölkerung führen. Leider hat die DGE aber noch nicht ihre Nährstoff-Empfehlungen geändert, und die werden ja auch von den anderen deutschsprachigen Fachgesellschaften geteilt. Es soll also bei der Obergrenze von 30 % Fett und einer hohen Kohlenhydratzufuhr für alle bleiben. Das heißt für mich: Ein Anfang ist gemacht, es bleibt aber noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten!

 

 

ESSEN! NICHT! VERGESSEN!
Demenzrisiko einfach wegessen – oder: Wie die Ernährung vor Alzheimer & Co. schützen kann.
Ulrike Gonder | Dr. Peter Heilmeyer
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Bildnachweise: Ulrike Gonder, systemed Verlag, Pixabay

 

 

 

 

 

 

 

 

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Margret Ache und Iris Jansen / www.LCHF-Deutschland.de und LCHF Deutschland Akademie und LCHF Kongress und LCHF Magazin

 

 

Titelbild: Fotolia

Bilder im Text: Monika Müller, Ulrike Gonder und Systemed

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