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Ich wollte immer eine Prinzessin sein

Heute beginnt wieder das jährliche LCHF-Event in Säffle. Die bekanntesten schwedischen Experten werden Vorträge halten, am Abend ist immer Treffen beim Grillen mit vielen interessanten Gesprächen. Ein „Produkt“ aus Säffle, ist diese Geschichte, daher ist heute der ideale Zeitpunkt für einen Repost.

Ich wollte immer eine Prinzessin sein

Kalorienschlachtschiff wurde ich genannt und das war noch einer der netteren Ausdrücke. Doch dieser ist mir besonders in Erinnerung geblieben. „Du bist halt praktisch, quadratisch und gut, wie die Ritter Sport Schokolade, die du so liebst“, sagte meine beste Freundin. Und damit sind wir auch beim Thema.

Prinzessin 2Ich war ungefähr vier Jahre, als meine Eltern anfingen sich zu streiten. Dann weinte ich, denn ich dachte, sie streiten wegen mir. Zum Trost bekam ich Schokolade, Limonade und irgendwann in dieser Zeit ein Bilderbuch mit einer Prinzessin. Es war ein tolles Buch mit einer hübschen Prinzessin in einer heilen Welt. König und Königin liebten sich über alles und ihre Tochter, die Prinzessin war die Krönung ihres Lebens. Dieses Buch wurde ebenso wie die Schokolade meine Zuflucht, wenn die Eltern wieder stritten. Ich wollte diese Prinzessin sein und in meiner Traumwelt war ich es auch.

Die Jahre gingen dahin, der Streit der Eltern endete erst nach der Scheidung. Das Sorgerecht für mich bekam meine Mama, jedes zweite Wochenende sollte ich zu Papa. Ich verstand dass alles nicht, meine reale Welt war ein Scherbenhaufen. Wir zogen um, ich musste die Schule wechseln, Mama arbeitete viel. In der neuen Klasse wurde ich gehänselt, wegen meiner Speckrollen. Ich aß zum Trost noch mehr Schokolade, trank noch mehr Limonade und träumte von der Prinzessin.

Irgendwann schlug der Kinderarzt meiner Mutter vor, mich in Kur zu schicken. Dort sollte ich lernen vernünftig zu essen. Meine Mutter willigte ein und so ging es ab in die Kur. Vernünftig essen bedeutete, Brot, Nudeln, Kartoffeln, etwas Gemüse, Salat, Fleisch oder Fisch. Zu trinken gab es Tee, den wir etwas süßen durften, und Wasser. Mir gelang es immer mehrere Löffel Zucker in meinen Tee zu tun, auch wenn nur einer erlaubt war. Ich fuhr mit demselben Gewicht nach Hause und über mich wurde gesagt, dass ich ja wohl immer heimlich gegessen habe.

In der Schule lief es so einigermaßen. Ich hatte sogar eine beste Freundin, Ronja. Als ich 10 Jahre war, zog sie mit ihren Eltern in der Nachbarschaft ein. Die Familie kam aus Schweden, Ronja sprach erst wenig deutsch und wir wurden genauso schnell beste Freundinnen, wie Ronja deutsch lernte.

Die Jahre gingen dahin, mein Leben blieb unverändert. Schokolade und Limonade blieben mein Trost, sobald etwas schief ging oder anders lief, als ich mir das vorgestellt hatte. Immer wieder versuchte ich, meine Gewohnheiten zu ändern. Ich aß immer weniger, doch dafür landete immer mehr Zucker im Tee oder im Kaffee und ich trank Cola. Ohne es selbst wahrzunehmen, war der Zucker längst mein Seelentröster geworden. Während des Abiturs wurde es dann ganz schlimm mit dem Zucker, vor lauter Stress und Aufregung konnte ich oft gar nichts essen, doch trinken ging immer. Literweise floss die Cola durch meinen Körper.

Der Wendepunkt

Nach dem bestandenem Abitur fuhren Ronja und ich nach Schweden, sechs Wochen wollten wir durch das Land reisen. Die erste Station war Göteborg, dort wohnte die Tante von Ronja, Carina. Und Carina sollte für eine große Veränderung in meinem Leben sorgen. Sie war Expertin für Gesundheit und Ernährung. Ihr viel auf, dass ich sehr wenig aß und viel trank, vor allem gesüßte Getränke. Sie erklärte mir:

„Mit Zucker gesüßte Getränke fluten deinen Organismus ungebremst und schnell mit vielen Kalorien an und so gerät deine Energiebilanz aus dem Gleichgewicht. Durch den raschen Blutzuckeranstieg stimulierst du die Bildung des Hormons Insulin und damit die Fettablagerung im Körper. Du isst zwar wenig, doch das spielt keine Rolle für deinen Körper.“ Und Carina erzählte mir von der in Schweden so populären und erfolgreichen LCHF-Ernährung. Wir blieben ein paar Tage bei Carina und lernten viel über Ernährung, Stress und eingefahrene Muster. Vor allem lernte ich, dass ich immer eine Wahl habe, das war mir bis dahin gar nicht so bewusst. Nun traf ich die Wahl LCHF eine Chance zu geben und Ronja war auch Feuer und Flamme, da sie häufiger unter Migräne litt.

Carina erzählte uns, dass sie vor kurzem in Säffle, bei einem LCHF-Treffen zwei Damen aus Deutschland getroffen habe, die auch ein LCHF Magazin publizieren. So lernten wir in Schweden LCHF Deutschland kennen, schon lustig.

Die LCHF-Ernährung

Die ersten Tage waren schon hart, mit der neuen Ernährung. Doch ab der zweiten Woche passierten kleine Wunder. Wir hatten plötzlich ganz klare Gedanken, waren voller Energie, aßen uns satt und tranken leckeres Wasser aus der Leitung. Carina hatte uns einige Zeitschriften über LCHF zum Lesen mitgegeben. Irgendwann merkte ich, dass mir meine Hosen zu weit wurden. Bei Ronja war es auch so. Also gingen wir shoppen. In der Umkleidekabine sah ich, dass ich nicht nur abgenommen hatte, meine Figur hatte sich verändert. Plötzlich hatte ich das Bild meiner Prinzessin wieder vor mir und für mich stand fest: Jetzt werde ich diese Prinzessin.

Seit meinem Entschluss diese Prinzessin zu werden ist ein Jahr vergangen. Ich habe viel über mich und das Leben gelernt. Vor allem habe ich gelernt, dass nur ich eine Wahl für mich treffen kann. Nur so konnte ich vom traurigen Kalorienschlachtschiff zu einer glücklichen Prinzessin werden.

Wer immer auch meine Geschichte liest, sei dir darüber im Klaren: Du bist der Gestalter deines Lebens! Also nimm es in die Hand, übernimm Verantwortung und wenn es nicht klappt, so wie du es willst, dann wähle etwas anderes, bis es gut ist. Mir hat vor allem die Wahl der gesunden Ernährung geholfen, ich denke, dass es auch für dich der erste Schritt sein kann.

Alles Liebe

Tabea

 

Wir danken unserer Leserin Tabea für ihre berührende Geschichte und hoffen, dass sie damit vielen Lesern Mut macht, eine Wahl zu treffen.

 

Sie haben auch eine Geschichte für uns? Prima, dann schreiben Sie uns gerne info@LCHF-Deutschland.de

 

Iris Jansen und Margret Ache/www.LCHF-Deutschland.de

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