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Wertvolle Gesundheit durch die eigene Müllabfuhr

Autophagie heißt es in der Fachwelt, Otto Normalverbraucher nennt es körpereigene Müllabfuhr für wertvolle Gesundheit.  Autophagie, auch Autophagozytose genannt, setzt sich aus den griechischen Wörtern auto (selbst) und phagein (essen / fressen) zusammen.  Wörtlich übersetzt heiße es also: „Selbstfressen“.

Was ist Autophagie?

Dieses „Selbstfressen“ ist für den menschlichen Körper lebensnotwendig, es eine perfekte Investition in die Gesundheit. Denn so werden geschädigte oder funktionslose Proteine oder Zellorganellen verdaut und aus dem Verkehr gezogen. Es ist also wirklich eine Art körpereigene Müllabfuhr. Das besondere ist allerdings, dass eine Recyclinganlage mit eingebaut ist. So können verwertbare Bestandteile clever genutzt werden.

Was bremst die Autophagie?

Autophagie wird u.a. durch einen ständig erhöhten Insulinspiegel gedrosselt. Der hohe Insulinspiegel kann zum Beispiel durch viele Mahlzeiten mit einem hohen Gehalt an Kohlenhydraten verursacht werden. Kommt dann noch zu wenig Bewegung dazu, steht ein Fuß schon permanent auf der Autophagie-Bremse, die Müllabfuhr arbeitet also nicht mehr. Dadurch kann es zu schwerwiegenden Krankheiten wie Krebs, Arteriosklerose oder Alzheimer kommen.

Was verbessert die Autophagie?

Eine Low Carb- / LCHF- / Keto-Ernährung sorgt für ein niedriges Insulinniveau im Körper und kann durch intermittierendes Fasten noch verstärkt werden. Unterstützend kann auch ein Kaffee am Morgen wirken, wie die Wissenschaftler Univ.-Prof. Dr. Frank Madeo und Dr. Christoph Ruckenstuhl vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Uni Graz belegen konnten. Allerdings soll der Kaffee schwarz genossen werden, denn die Zugabe von Milch schmälert seine vorteilhaften Auswirkungen.

 

 „Wir vermuten daher, dass die im Kaffee enthaltenen Polyphenole – das sind sekundäre Pflanzenstoffe –die Autophagie hervorrufen“,

 

so Madeo und Kroemer.  Die Studie (1) wurde im April 2014 veröffentlicht.

 

Nobelpreis für die Entschlüsselung der Autophagie

Der japanische Forscher Yoshinori Ohsumi bekam 2016 in Stockholm den Medizinnobelpreis. Ohsumi hat die molekularen Mechanismen der Autophagie entschlüsselt, eines zellulären „Reinigungsprozesses“, der fehlerhafte Zellbestandteile abbaut. Ohne diese „Müllabfuhr“ würden Zellen nicht reibungslos funktionieren können. Die Autophagie sorgt für Energie in Zeiten, wenn durch Hunger und Stress oder durch bewusstes Fasten der Energienachschub knapp wird. Die Zelle beginnt dann, alte oder nicht essenzielle Bauteile zu verdauen, um daraus Energie zu gewinnen.

Dank Ohsumi wissen wir heute, wie die zelleigene Müllabfuhr gesteuert wird und welche entscheidenden physiologischen Funktionen sie hat. Sie spielt eine Schlüsselrolle bei Krankheiten wie Parkinson, aber auch Krebs.

„Autophagie ist schon seit über 50 Jahren bekannt, aber ihre fundamentale Bedeutung für Physiologie und Medizin wurde erst durch Yoshinori Ohsumis Paradigmen-verändernden Forschung in den 1990er Jahren bekannt“,

heißt es 2016  in der Begründung des Nobelpreis-Komitees.

Intermittierendes Fasten, die Vorteile für die Gesundheit

Viele Studien (2) bestätigen dem Intervallfasten einen möglichen positiven Einfluss auf Krankheiten wie

  • Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Alzheimer / Demenz
  • Rheuma
  • Krebs

„Fasten ist ein Super-Gau für die Krebszelle“,

sagt Prof. Valter Longo (3), der schon mit einer anderen Studie (4) Aufmerksamkeit erregte. Longo ist Professor für Gerontologie und biologische Wissenschaften an der University of Southern California.

 

Eine 2015 erschienene Studie (5) zeigt: Beta-Hydroxybutyrat (BHB), das der Körper beim Fasten oder während einer Diät produziert, blockiert einen Teil des Immunsystems, der in verschiedene entzündliche Erkrankungen wie  Typ-2-Diabetes und Alzheimer involviert ist.

 

Für Prof. Dr. med. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde an der Charité-Universitätsmedizin Berlin vertritt die Auffassung, dass die positiven Effekte des Intervallfastens abhängig von der Krankheit sind:

 

„Bei der MS sind es wahrscheinlich die Ketonkörper, beim Rheuma die Autophagie und der Effekt auf das Mikrobiom, beim Krebs die Herunterregulation von IGF-1 und mTOR, die einen positiven Effekt haben könnten“.

In einer Pilotstudie (6), die im April 2018 publiziert wurde,  konnte das Team um Prof. Michalsen bereits beweisen, dass Krebspatientinnen von einer Fastenintervention profitieren können. Frauen mit Brust- oder Eierstockkrebs, die 36 Stunden vor und 24 Stunden nach der Chemotherapie fasteten, litten weniger an Fatigue und wiesen eine bessere Lebensqualität auf.

 

Auch wenn die Kalorienzufuhr nicht beschränkt wird,  kommt es bei jeder Art des Intervallfastenses automatisch zu einer Verringerung der Energieaufnahme, berichtet Prof. Michalsen weiter. Beim 5:2-Fasten und beim „alternate day fasting“ etwa um 15–20 % und beim 16:8-Fasten um etwa 10 %. Für Übergewichtige ist Intervallfasten somit perfekt, um Gewicht zu reduzieren. Das ist bei Krebspatienten jedoch nicht erwünscht. Dazu erklärt Prof. Michalsen:

„Bei Krebs scheint das allerdings nicht zu einer Gewichtsabnahme zu führen, zumindest war dies in unseren Pilotstudien nicht zu beobachten“.

Also passiert genau das, was in LCHF- und Keto-Kreisen als hormonregulierende Ernährung bezeichnet wird.

 

Die ausgewogene LCHF- und Keto-Ernährung sorgt für mehr Wohlbefinden

 

Bild: Shutterstock

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Lesen Sie auch den Artikel:  Mein perfekter Tag mit der Keto-Ernährung

 

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Margret Ache

www.LCHF-Deutschland.de und LCHF Deutschland Akademie

 

 

(1) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3608686/

(2) http://easacademy.org/trainer-resources/article/intermittent-fasting

(3) https://www.youtube.com/watch?v=LGafhm1cuSI

(4) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?term=•Longo%20VD%20et%20al.:%20Calorie%20restriction%20and%20cancer%20prevention:%20metabolic%20and%20molecular%20mechanisms.%5ball%5d&cmd=correctspelling

(5) http://www.nature.com/nm/journal/v21/n3/full/nm.3804.html

(6) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29699509?dopt=Abstract

 

Titelbild: © stockpics – Fotolia.com

 

 

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