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Chemikalien, die Krebs verursachen

Chemikalien, die Krebs verursachen ist eine Übersetzung des Artikels von Dr. Jason Fung, MD in Cancer erschienen am 23.12.2018 auf dietdoctor.com, von Sandy Reggentin – Ernährungsfee, www.ernährungs-fee.de

Chemikalien, die Krebs verursachen

Es gibt viele Leute, die sagen, dass wir nicht wissen, was Krebs verursacht. Das ist falsch. Nur weil wir vielleicht nicht wissen, wie Krebs entsteht, wissen wir bereits schon ziemlich viel darüber, was Krebs verursacht. Tatsächlich wurde das erste Mal im Jahr 1761 Krebs, der durch einen äußerlich einwirkenden Wirkstoff verursacht wurde, von Dr. John Hill, einem Arzt, Botaniker und medizinischen Schriftsteller aus London, beschrieben.

 

Tabak wurde zu allererst von den amerikanischen Ureinwohnern verwendet und durch Entdecker aus der Neuen Welt wurde über die Verwendung berichtet. Im Jahr 1614 war er in Europa, mit geschätzten 7000 Geschäften allein in London, weit verbreitet. Das Rauchen von Tabak wurde in der feinen Gesellschaft durch das Schnupfen einer Art losen Tabaks ersetzt. Eine Prise gemahlenen Tabaks wird,  nachdem er auf dem Handrücken zwischen Daumen und Zeigefinger platziert wurde, in der Regel eingeatmet oder „geschnupft“. Aus diesem Grund wird dieser Bereich der Hand manchmal auch als „anatomische Schnupftabakdose“ bezeichnet.

 

Im Jahr 1761 beschrieb Dr. Hill zwei Fallbeispiele von „Polypen“ der Nase, die er für Krebs hielt. Dies war die erste bekannte Beschreibung einer Chemikalie (Schnupftabak), die Krebs verursacht. Es gibt einige Kontroversen darüber, ob wirklich ein Zusammenhang besteht, aber angesichts der Seltenheit seiner Verwendung, ist es  ebenso wie Monokel und Mantel aus der Mode geraten und somit nicht mehr von großer Bedeutung. In Anbetracht der Tatsache, dass Schnupftabak Ihnen einen äußerst unattraktiven „Adolf Hitler“-Look verleiht, ist es  auch nicht überraschend, dass er nicht mehr beliebt ist.

 

Der eindeutigste Beweis für krebsverursachende Chemikalien wurde von Sir Percivall Pott (1714-1788) erbracht. Percivall Pott, der neben John Hunter als einer der größten Chirurgen seiner Zeit gilt, wurde 1714 in London geboren und arbeitete eifrig daran, Pfarrer zu werden. Schließlich änderte er seine Meinung, absolvierte eine Ausbildung im St. Bartholomew Krankenhaus und erhielt 1736 die die ärztliche Zulassung, indem er vom Prüfungsausschuss des Berufsverbandes der Barbiere und Chirurgen das Diplom erhielt.

 

Im Jahr 1756 wurde Pott von seinem Pferd abgeworfen und erlitt einen komplizierten Bruch. Während der erzwungenen Genesungszeit begann er, Abhandlungen über verschiedene medizinische Themen zu schreiben, welche noch immer mit seinen Namen verbunden sind. Als scharfsinniger Beobachter von Erkrankungen bleibt er unvergessen durch die „Pott-Fraktur“ und ist außerdem Namensgeber für eine tuberkulöse Erkrankung der Wirbelsäule, auch bekannt als Morbus Pott.

 

Sein Kontakt zu Krebs erfolgte indes im Jahr 1775 durch seine Beschreibung von Hodenkrebs, welcher ein besonderes Unheil für die Londoner Schornsteinfeger war.

 

Nach dem großen Feuer von London im Jahr 1666, wurden neue Brandschutzbestimmungen erlassen, die kleinere, gewundene Feinstrukturen im Schornstein erforderten. Dies machte es schwieriger, mechanische Reinigungsmethoden, wie eine lange Bürste, anzuwenden. Darüber hinaus verursachten die zusätzlichen Feinstrukturen in den Schornsteinen verstärkte Ansammlungen von Ruß und Kreosot (Teeröl), die gereinigt werden mussten.

 

Zwischenzeitlich kehrte im Jahr 1773 der Engländer Jonah Hanway aus China zurück. Dort  hatte er bestürzt erlebt, wie chinesische Eltern Töchter, weibliche Babys, brutal ermordeten. Während seiner Untersuchungen zu vergleichbarem Verhalten in England stellte er bestürzt fest, dass nur 7 von 100 Waisenkindern länger als ein Jahr in den Kinderheimen überlebten. Die Kinder wurden durch die Heime oft Arbeitshäusern zugewiesen, in denen die Arbeitsbedingungen schlecht waren. Es wurden in der Folge Gesetze erlassen, um die Aufenthaltszeiten in den Arbeitshäusern auf unter drei Wochen zu beschränken. Dies hatte zur Folge, dass Tausende von Kindern überwiegend auf die Straßen geschickt wurden, wo die einzige Arbeitsmöglichkeit oftmals darin bestand, einen rauchenden Schornstein zu erklimmen und sein Leben dabei zu riskieren, etwas Ruß zu entfernen.

 

Allein weil Kinder als zu schwach für stundenlange Arbeiten angesehen wurden oder befürchtet wurde, dass sie bei solch stundenlangen Arbeiten zu schnell sterben würden, wurden sie bereits ab einem Alter von 3 1/2 Jahren, meist aber ab 6 Jahren, als Schornsteinfeger-Lehrlinge beschäftigt. Die Ausbildungsregelungen verlangten zwar ein wöchentliches Bad für die Lehrlinge, doch die meisten erhielten entsprechend der üblichen Gepflogenheiten 3 Bäder pro Jahr.

 

Es gab eine Unzahl grausamer und schmerzhafter Möglichkeiten, wie die Schornsteinfeger-Kinder ums Leben kommen konnten. Sie blieben in den Schornsteinen stecken, stürzten aus großer Höhe ab, erstickten an herabfallendem Ruß oder verbrannten. Falls sie die Pubertät lebend erreichten, erwartete sie ein weiterer Schrecken – der Schornsteinfeger-Krebs.
Achtjährige Kinder erkrankten an Hodenkrebs. Dieser äußerte sich zunächst in sogenannten  „Ruß-Warzen“. Wurden die „Ruß-Warzen“ früh genug entdeckt, entfernten die Kinder die Warzen mit dem Rasiermesser. Geschah dies nicht, drang der Krebs in die Haut und gelangte durch den Hodensack zu den Hoden. Von dort gelangte er schließlich in den Bauchraum. Die Erkrankung verursachte schmerzhafte Gewebeveränderungen und endete meist tödlich. Außerhalb von England hingegen trat diese Erkrankung selten auf. 1840 wurde durch das Parlament ein Gesetz verabschiedet, um die Not der Schornsteinfeger zu lindern. Allerdings führte die nur unzulängliche Durchsetzung des Gesetzes dazu, dass die Ausbeutung der Schornsteinfeger andauerte und die Zahl der Hodenkrebserkrankungen nicht sank.

 

Es lag auf der Hand, dass es sich um ein einzigartiges Berufsrisiko handelt, trat doch die hohe Zahl der Hodenkrebserkrankungen  in keinen anderen Berufen auf und war darüber hinaus in allen anderen Ländern, in denen den Schornsteinfegern bessere Schutzkleidung zur Verfügung stand, sehr selten. Dr. Pott stellte fest, dass der Ruß den Auslöser für den Krebs darstellt. Der Ruß lagert sich in den Hautfalten des Hodensacks ab und setzte die Schornsteinfeger einem Krebsrisiko aus. Nachdem die Zahl kleiner Jungs als Schornsteinfeger zurückgegangen war, geriet die Erkrankung schließlich in Vergessenheit.

 

Hauptverdächtiger für die Auslösung des Krebs war Teer, aus welchem sich Ruß zu rund  1/3 zusammensetzt. Im Jahr 1915 konnten japanische Forscher bei Versuchstieren eine Krebserkrankung auslösen, indem sie auf deren Haut alle 2-3 Tage für die Dauer von drei Monaten Kohleteer auftrugen. Während der gesamten 1920er Jahre arbeiteten Forscher an der Isolierung aller krebserregenden chemischen Bestandteile des Rußes, da Ruß eine Vielzahl krebserregender Stoffe enthält. Schließlich wurde Benzpyren als einer der krebserregenden Stoffe festgestellt. Indem Ruß eine der ersten Chemikalien war, die als krebserregend beschrieben wurde, war sie nur die erste von vielen Chemikalien…


Dr. Jason Fung

 

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Besuchen Sie die Website der Übersetzerin des Artikels,  Sandy Reggentin hier.

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