Home / LCHF Grundschule Teil 1
  1.  Was ist LCHF?

 Für die, die sich gerade erst mit der Thematik Ernährungsumstellung beschäftigen, ist es vielleicht unklar, was genau LCHF bedeutet. LCHF steht für „Low Carb High / Healthy Fat“, das bedeutet: Der Anteil der Kohlenhydrate in der Nahrung wird gesenkt, der Anteil der hochwertigen, gesunden Fette wird erhöht. Die Erhöhung der Fettzufuhr ist sehr wichtig, dadurch werden Sie schneller satt und essen insgesamt weniger. Die Eiweißzufuhr bleibt unverändert.

Drei einfache Grundregeln

 Die schwedische Ärztin Dr. Annika Dahlqvist ist eine der bekanntesten Personen dieser Ernährungsform. In ihrem letzten Buch fasste sie diese drei Regeln zusammen:

 

  1. Vermeiden Sie Kohlenhydrate in Form von Zucker und Stärke, soweit es Ihnen möglich ist. Stärke findet sich in Kartoffeln, Reis, Mais und Getreide. Kohlenhydrate erhöhen den Blutzucker und das Insulin im Körper, dadurch kommt es zu großen Blutzuckerschwankungen.
  2. Anstatt viele Kohlenhydrate als Sattmacher zu essen, ist es gesünder mehr gutes Fett zu essen. Es macht satt und hält den Blutzuckerspiegel stabil. Es sollte immer natürliches Fett sein, kein künstlich hergestelltes Fett wie Margarine. Ebenso wenig sollen Fette mit hohem Gehalt an Omega-6-Fettsäuren gegessen werden, zum Beispiel Sonnenblumen- und Maiskeimöl, denn ein Zuviel dieser Fettsäuren schadet der Gesundheit.
  3. Jeglicher Konsum künstlicher Zusätze, also fast alle Lebensmittel mit einer E-Nummer, sollte vermieden werden. Denn es handelt sich um Chemikalien, die für unsere Gesundheit schädlich sind.

Wie sieht LCHF in der Praxis aus?

 Minimieren Sie die Kohlenhydrate, entweder sofort oder allmählich. Um Hunger zu vermeiden essen Sie mehr natürliche, gerne fette Lebensmittel. Vermeiden Sie komplett Kartoffeln, essen Sie stattdessen besser ein extra Stück Fleisch und etwas mehr Butter. So leicht ist das.

 

Damit der Teller stets gut gefüllt ist, legen sie immer Gemüse, das über der Erde wächst, hinzu. Blumenkohl, Brokkoli und Weißkohl sind besonders zu empfehlen. Spinat, Spargel, Tomaten und Gurken sind ebenfalls gut. Mit Knollengemüse sollten Sie vorsichtig sein. Alles was unter der Erde wächst enthält mehr Stärke.

 

Lassen Sie sich inspirieren

journale-magazineSie finden  Rezepte auf unserer Website www.LCHF-Deutschland.de oder  im Low Carb – LCHF Magazin für Gesundheit und ketogene Ernährung, im LCHF Koch-magazin für Einsteiger, in den LCHF Kochjournalen und in dem BuchAus Liebe zum Essenvon Anne Aobadia. Wer schwedisch spricht hat große Vorteile, da es in Schweden viele Kochbücher und Zeitschriften mit tollen Rezepten gibt.

 

Am 17. und 18. Februar 2018 findet der 2. Low Carb – LCHF Kongress in Düsseldorf  statt. Dort treffen sich kompetente Referenten und interessierte Teilnehmer. Lesen Sie gerne den Rückblick auf den 1. Kongress.

 

Der Start in die neue Ernährung

 

Beim Start mit LCHF gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder minimieren Sie die Kohlenhydrate sofort oder schrittweise. Wählen Sie den Weg der zu Ihnen passt. Bei der langsamen Variante können Sie zum Beispiel beim Mittagessen zuerst die Kartoffeln weglassen und stattdessen gibt es mehr Salat oder Brokkoli. Statt Obst essen Sie gerne ein paar Beeren der Saison oder rohes Gemüse. Das ist doch ein einfacher Einstieg, oder?

 

Danach lassen Sie alle zuckerhaltigen Lebensmittel und in der Woche danach das herkömmliche Brot weg und verzichten auf alle Getreideprodukte, zum Beispiel Müsli. In der übernächsten Woche ersetzen Sie Nudeln durch Zudeln (gekochte Zucchinistreifen). Und in der Woche danach essen Sie keinen Reis mehr. So haben Sie es nach einigen Wochen geschafft alle großen Kohlenhydratquellen auszuschließen. Das ist ein „schmerzfreier“ Start bei Ihrer Gesundheitsreise. Wir, das Redaktionsteam, denken, dass dieser Weg mit einer langsamen Anpassung für viele der geeignetere Weg ist, sich auf die neue Ernährungsform umzustellen. Für die, die den Sprung ins kalte Wasser wagen und sofort die Kohlenhydrate strikt minimieren, kann es bedeuten, sich zu Beginn etwas unwohl zu fühlen. Der Körper benötigt häufig eine Woche zum Umstellen. Dem Gehirn kann in den ersten Tagen die Glukose fehlen, doch dann kommt es gut mit dem neuen Brennstoff, den Ketonkörpern, klar.

 

Häufig bessern sich die Beschwerden in der Umstellungsphase durch etwas Salz. Probieren Sie dies: Lösen Sie 1/2 TL Salz in Wasser auf und trinken ihn. Wenn es Ihnen danach besser geht, war es definitiv ein Salzmangel.

Wählen Sie Ihren eigenen Weg

Jeder soll für sich entscheiden, welches der richtige Weg ist. Wir alle sind unterschiedlich, das gilt es zu berücksichtigen. Ratschläge sind gut, doch sich auf das eigene Gefühl zu verlassen, ist besser. Schließlich soll der neue Ernährungsstil so sein, dass Sie sich wohl fühlen und jeglicher Stress damit vermieden wird. Manchmal liegt die Kunst auch darin, wieder zu lernen, auf den eigenen Körper zu hören. Das ist für uns eine neue Erfahrung. Es ist leider für viele Menschen normal, einen aufgeblähten Magen zu haben, unter Völlegefühl zu leiden. So gilt es wieder zu erlernen, was normal ist, nämlich sich nach den Mahlzeiten wohl zu fühlen.

 

In diesem Sinne: Wählen Sie Ihren Weg und gehen Sie los. Wenn Sie sich jetzt für LCHF entscheiden, dann beginnen Sie mit dieser Ernährung in den nächsten 72 Stunden. So ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie den Weg weitergehen werden. Alles andere wird sich regeln.

 

© LCHF Deutschland / LCHF Akademie

 

Ein Kopieren und Weitergeben der Datei ist ausdrücklich erwünscht. Wir weisen darauf hin, dass die Quelle immer angegeben werden muss.